Andy Warhol in New York

AndyWarhol - Whitney Museum NewYork © Andy Warhol Foundation/ Kultur24.berlin

Andy Warhol in New York

 

Von Kory Apton

22.11.2018

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Große Retrospektive von Andy Warhol im Whitney Museum in New York

Touristen und New Yorker strömten zur Eröffnung ins Whitney Museum in New York, um den Einfluss von Andy Warhol auf die amerikanische Kultur und seinen Kommerz zu zeigen… die Wirkung auf den Besucher ist atemberaubend!

Einer der wichtigsten Merkmale von Andy Warhols Kunst sind sicher seine Wiederholungen. Warhol signierte nur die wenigsten seiner Arbeiten, warum sollte er auch? Jeder erkennt sofort seinen Stil mit diesen ikonischen Bilder der Popkultur.

Die Ausstellung beginnt mit dem Bild „Camouflage“, einer Ode an Warhols Faszination für den sich wiederholenden Militärdruck, der ursprünglich dazu gedacht war, Waffen zu verbergen. Warhol arbeitete in den frühen 80er Jahren mit dem Modedesigner Steven Spruce zusammen, um Cameo-Kleidung herzustellen. Noch heute sind wir davon begeistert.

Fasziniert sind wir nicht nur davon. Auch von der Fülle der Arbeiten, egal ob als Siebdrucktechnik, auf Leinwänden und als Fotografie. Sogar Wandtapeten gibt es von ihm. Er wusste, wie er sein Publikum erreichen konnte. Kein Wunder, er begann seine Karriere als kommerzieller Illustrator und Grafiker.

Eine Bilderserie von mir von der Ausstellung:

9 Photos: „Andy Warhol -From A to B and Back Again“, Whitney Museum New York, Photo: KoryApton © Andy Warhol Foundation

Andy Warhol (*1928 – †1987, Andrew Warhola) stammte aus der Industriestadt Pittsburg in Pennsylvania. Er wurde als Kind slowakischer Einwanderer geboren, war schwul, unbeholfen, aber sehr talentiert.
Diese Show hält einige Überraschungen bereit. Zum Beispiel waren für mich die komischen und homoerotischen Zeichnungen komplett neu. In der Ausstellung gehen zwei junge Männer an der Zeichnung eines Penis vorbei und kichern. Die goldenen Schuhe und diese sinnlichen Zeichnungen sind die einzigen von Warhol signierten Stücke, die ich finden konnte.

Die großen Portraits prominenter Persönlichkeiten sind sicher seine bekanntesten Arbeiten. Viele davon hatte er im Auftrag ausgeführt. Man sieht Jackie Kennedy, die berühmte Witwe, Marilyn Monroe, das Sexsymbol, Mao, der Kommunist und Elvis Presley, der Sänger. Weiter geht es mit dem berühmten “ Elektric Chair“ und Themen wie Rassendiskriminierung und Drogenkonsum. Die Bilder zeugen von wichtigen Ereignissen aus der Zeit 60er und 70er Jahre.
Damit wird die Ausstellung auch zu einer Art Zeitzeugen.

Mit Hilfe von Campbell-Suppendosen, den Coca-Cola-Flaschen und den Filmstar-Portraits entdeckte Andy Warhol die amerikanische Kultur von Junk Food, Gewalt und Konsum. Er machte die Produkte sexy. „Ich weiß nicht, wo das Künstliche aufhört und das Wahre beginnt“, sagte Warhol einmal. Man mag über die oberflächlichen Werte Amerikas lachen. Warhols ikonische Bilder spiegeln aber das wider, was die Welt für cool hält. Amerikanisches Showbusiness wird immer noch auf der ganzen Welt verehrt.

In der zweiten Hälfte der Ausstellung gibt es eine weitere Überraschung: zwei herausragende Gemälde von Andy Warhol und Jean Michel Basquiat. Sie sind phänomenal. Wirklich, die kühne Einfachheit von Warhol und die faszinierenden Kritzeleien von Basquiat sind absolute Hingucker. Seht dazu auch unseren Bericht über die Basquiat Ausstellung in der Frankfurter Schirn.

Ein weiterer Bereich zeigt Andy Warhol als Regisseur von außergewöhnlichen Filmen. Im Whitney könnt Ihr mehrere seiner merkwürdigen schwarz-weißen und ziemlich körnigen (analogen!) Filmclips sehen. In einem von ihnen isst Warhol einen Hamburger von Burger King und erklärt süffisant: „Ich habe gerade einen Hamburger gegessen…“.

5 Photos: Film Stills, „Andy Warhol -From A to B and Back Again“, Whitney Museum New York, © Andy Warhol Foundation

Andy Warhol ist und bleibt der König der Pop-Art. Aber seine Genialität bestand nicht darin, Kunst zu machen, sondern wie man Kunst durch Werbung vermarkten kann.
„Denken Sie nicht daran, Kunst zu machen, sondern machen Sie einfach. Lassen Sie dann die anderen entscheiden, ob ihr Werk gut ist oder schlecht, ob sie es lieben oder hassen.

Auch die Wohnzimmertapete mit der rosa Kuh vor gelbem Hintergrund muss bewundert werden. Sie übertraf die Erwartungen der Produzenten bei weitem und wurde ein großer und kommerzieller Erfolg.
Die Nachfrage nach Warhols Bildern ist ungebrochen. Auf Kunstauktionen werden mittlerweile astronomische Preise erzielt.

Die Show endet mit einem riesigen goldenen Rorschach-Fleck… einem damals populären psychologischen Test. Es ist, als ob Warhol die Frage stellte: „Was siehst du in meiner Show, die dich einhüllt?“
Auch ich fange an mir diese Frage zu stellen, aber bevor ich zu tief darüber nachdenke, schaue ich nach rechts.
Ich bin mit dem riesigen Bild „Camouflage the Last Supper“ konfrontiert. Ja, das letzte Abendmahl mit Jesus hinter Warhols Dschungel mit grünem Aufdruck.
Dieses letzte Stück zwang mich, eine weitere Runde zu drehen, um zu wiederholen, was ich gesehen hatte.
Dann tat ich es wieder und wieder. Ich war besessen davon, die Bilder mit Warhols Vision zu verbinden. Es hat mich belebt. Andy Warhol sagte: „Kunst ist alles, mit dem man durchkommen kann“. Gut für Ihn.

„Andy Warhol – From A to B and Back Again“
Whitney Museum of American Art
99 Gansevoort Street
New York, NY 10014
(212) 570-360
Vom 12. November 2018 bis 31. March 2019
Öffnungszeiten: So – Do 10.30 – 18 Uhr, Fr + Sa 10.30 – 22 Uhr

Die Bilderserie mit den 11 wichtigsten Arbeiten Andy Warhols in der Ausstellung:

11 Photos: Andy Warhol „Flowers“, 1964, Whitney Museum New York © Andy Warhol Foundation

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Andy Warhol in New York
By Kory Apton
22.11.2018

„Andy Warhol – From A To B And Back Again“

Millennials, tourists and New Yorkers have been flocking  to the Whitney Museum in New York to grasp Andy Warhol’s influence on American culture and the commercialization of grandiose, bold, news worthy art…… and it is a wow.
Relevant, yes. Broad in scope, without a doubt. This show is progressive, fun, and as much about the past as it is about the future.
Repeat patterns are Warhol’s signature style and secret weapon. Warhol didn’t even sign  the majority of his work, why should he? He is recognized globally by what he produced, iconic images of pop culture.

The exhibition begins with Camouflage, an ode to Warhol’s fascination with the repetitive military print originally designed to conceal weapons.  Warhol collaborated with the fashion designer Steven Spruce in the early 80’s to make cameo themed clothing. Today, we are obsessed with it.
In fact,  we are still obsessed with many of Warhol’s photographs turned silk screens turned canvases. Guns, crosses, skulls, and famous faces splatter our outfits. We even wear his wallpaper. Warhol had a keen smell for style and knew how make a statement.  No surprise, he began his career as a commercial illustrator and graphic designer.

Included in the show are six gold shoe paintings most of us have never seen.  They are stunning and fresh. The shoes began as advertisements and turned into art in the late 50’s in some of New York’s galleries.  He named the crazy golden lacquered footwear after movie stars. Brilliant.

Andy Warhol was an eccentric, his roots are from the gritty, tough, industrial steel town of Pittsburg, Pennsylvania. He was born to Slovak immigrants. He was gay, awkward and highly talented. This show has some surprises in store for you.  The comical and homoerotic drawings were new to me. Two preteen boys walked by a drawing of a penis decorated with a bowand giggled “that’s inappropriate”. Imagine Warhol laughing at their use of the word “inappropriate”.  He turned inappropriate into mainstream. The  golden shoes and the happy go lucky sensual drawings are the only signed pieces that I could find.

The big well-known celebrity portraits are his moniker, no autograph on any of these, but you know who made them.  They are colorful, repetitive patterns and visually demanding. You don’t forget. There is Jackie Kennedy the widow, Marilyn Monroe the sex symbol, Mao the communist  and Elvis Presley the crooner among many his large scale master pieces. Proceed to the electric chair, news print depicting racial discourse and drug use photograph turned silk screens turned canvases. Thes are powerful stories that reflect the turbulent 60’s and 70’s. This show is a time capsule.
He uncovers the American underbelly of junk food, violence and consumerism using  glamour found in the Campbell Soup Cans, The Coca Cola Bottles and The Movie Stars Portraits.  He’s still innovative, he’s still making product sexy.  “ I don’t know where the artificial stops and the real starts” Warhol once said.  Snicker at our superficial America values, but make no mistake Warhol’s iconic images still reflect what the world thinks is cool. Like it or not, American show business is still revered around the world.

The back half of the show has another surprise, two collaborative, bold paintings made by Andy Warhol and Jean Michael Basquiat. They are phenomenal. Really, the bold simplicity of Warhol and the intriguing scribbles of Basquiat are show stoppers.

You can see some of his odd black and white grainy films clips at the Whitney.  In one of them, Warhol eats a classic American fast food  meal from Burger King and declares, “ I just ate a hamburger”. So what, you ask? Come on, be amused, this explains American culture, obesity, the desire to ingest our meals quickly. Again, Warhol puts us in a time capsule.  “A coke is a coke and no amount of money can get you a better coke than the one the bum on the street is drinking. Cokes are the same and all cokes are good”. Warhol was exploring globalization well before we were.

So, Warhol remains The King of Pop Art, but his fait accompli was not how to make art but how to market and exploit art through advertising. Or was he exploiting advertising using art?  “Don’t think about making art, just get it done. Let everyone else decide if its good or bad, whether they love it or hate it. While they are deciding make even more art’, said the master promoter. You have to chuckle with admiration at the pink cow wallpaper against a yellow background. It  transcended expectations and commercial production. People still buy Warhol images.

The show ends with a massive gold Rorschach splotch….a popular psychological test of his time. It’s as if  Warhol is posing the question.   What do you see at my show that reveals you? I start to ask myself this question, but before I think too deeply about it, I glance to right. I  am confronted by Camouflage the Last Supper. Yes, the Last Supper with Jesus behind Warhol’s cameo jungle, green print.  This last piece forced me to do another lap around the retrospective to repeat what I had seen. Then, I did it again, and again. I was obsessed with connecting the dots to the patterns of Warhol’s vision. It energized me. Andy Warhol said,  “Art is anything you can get away with”. Good for him.

„Andy Warhol – From A To B And Back Again“
The Whitney Museum
Meat Packing District
New York City
November 12th– March 31st
Sun – Thurs 10.30 am – 6 pm, Fri+ Sat 10.30 am – 10 pm,

 

Kory Apton

Author: Kory Apton

Kory Apton is TV Producer and Storyteller at Conglomerate Media in New York and Miami

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