ART COLOGNE 2016

Art Cologne © Koeln Messe

ART COLOGNE 2016

 

Von Katja Andreae

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15.4.16

Zum 50. Mal öffnete gestern die ART COLOGNE ihre Pforten auf dem Kölner Messegelände und überzeugt – wie nicht anders zu erwarten – mit einer hochkarätigen Auswahl internationaler Kunstpositionen.

Aus insgesamt 24 Ländern sind bei der diesjährigen Jubiläumsausgabe der ältesten Kunstmesse der Welt 241 Aussteller vertreten, darunter Galerien, Kunstinstitutionen und Verlage. Die Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst verteilen sich auf einer Fläche von insgesamt 34.000qm, aufgeteilt auf drei Etagen und decken ein Preisspektrum von 1.000 Euro bis hin zu 5 Millionen Euro ab.

Die Auswahl der Galerien ist wie jedes Jahr streng selektiert. Daniel Hug, Direktor der Art Cologne geriet für sein Auswahlverfahren dieses Jahr stark in Kritik, weil es wenig Transparenz biete. So sitzen in der Auswahljury der renommierten Kunstmesse unter anderem Galleristen, die selber auf der Messe vertreten seien. Zudem sei das Gleichgewicht zwischen nationalen und internationalen Ausstellern nicht mehr ausgeglichen. Galerien aus dem Rheinland empörten sich darüber, dass die Wahl vermehrt auf internationale Aussteller falle und eine Förderung der ansässigen Kunstszene damit ausbliebe.

Vor diesem Hintergrund überrascht es wenig, dass die prominenten Messestände am Eingang vor allem von den internationalen Platzhirschen belegt werden. In das Entrée der zweiten Etage platzierte die New Yorker Galerie David Zwirner eine riesige Pumpkin Skulptur, der derzeit überaus gefragten japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Kusama ging vor einigen Jahren eine Kooperation mit dem französischen Luxuslabel Louis Vuitton ein, dessen Accessoire und Ready-to-Wear Linie sie mit ihren Polka-Dot-Prints zierte.

Auch die Berliner Galerie Contemporary Fine Arts florierte am gestrigen Tag zum regelrechten Besuchermagnet. Auf der Stirnseite der CFA Booth erstrahlt das von Juergen Teller im Großformat fotografierte Gesäß Kim Kardashians. Die Fotografie entstand innerhalb einer Fotostrecke für ein limitiertes Foto-Booklet, das im vergangenen Jahr über IDEA Books erschien und zum viralen Mega-Hit wurde.

Viele Positionen erinnern zugegebenermaßen an einen quitschigen Lifestyle-Zirkus und lassen das eigentliche Kunsthandwerk in den Hintergrund rücken. Böse Zungen behaupten, die Art Cologne gebe sich wie auch andere Kunstmessen immer stärker dem Kommerz hin. Die einst vor allem von Kunstliebhabern besuchte Messe wird heute in der Tat überwiegend von Investoren aufgesucht. Da wundert es nicht, dass sich eine ganze Etage fast ausschließlich dem Kunsthandel widmet. Von Richter, über Rauschenberg bis hin zu Warhol. Wer im Untergeschoss der Messe einen Stand belegt, wie etwa die Berliner Galerien Michael Schultz, Aurel Scheibler, Georg Nothelfer, Akira Ikeda, Klaus Gerrit Friese und Fischer Kunsthandel, besitzt Werke im sechs- bis siebenstelligen Bereich. Bei einem Quadratmeterpreis von 302,60€ stellt sich allerdings die berechtigte Frage, wer auch sonst sich hier einen Stand leisten soll.

Neben Contemporary Fine Arts sind auf der ersten Etage ebenso die Berliner Galerien Capitain Petzel, Sprüth Magers, Buchholz, Wentrup, KLEMM’S, Neu, Crone, Buchmann, Niels Borch Jensen, Nagel und Draxler, Blain | Southern, König und Eigen+Art vertreten.

Eigen+Art setzt vor allem auf großformatige Malereien des deutschen Künstlers David Schnell, die am Treppenaufgang zur dritten Etage hervorragend wirken. Sprüth Magers zieht die Blicke mit einer breitflächigen Leuchtinstallation auf sich.

Auf der zweiten Etage werden die sogenannten New Contemporaries und Collaborations gezeigt. Zu den New Contemporaries zählen Galerien, die nicht länger als zehn Jahre auf dem Markt bestehen. Diese haben die Chance mithilfe von Fördermitteln zwei bis vier Positionen auf der Messe zu präsentieren. Von den Berliner Galerien sind in dieser Kategorie Duve, Aanant+Zoo, Chert, Soy Capitain, Alexander Levy, Exile und Future vertreten. Von Videoinstallationen über Fotografie und Malerei gibt es hier eine Vielzahl talentierter Nachwuchskünstler zu bestaunen. Unter die Collaborations fallen jene Galerien, die sich speziell für die Art Cologne mit einer anderen Galerie aus nationalem oder internationalem Raum zusammengeschlossen haben. Auch hier sind mit KOW, PSM, Guido W. Baudach und Daniel Marzona Berliner Galerien anwesend.

Die Art Cologne ist noch bis zum kommenden Sonntag, den 17. April 2016, täglich von 11:00-19:00 Uhr, am Sonntag nur bis 18:00 Uhr geöffnet.
Aufgrund des umfangreichen Angebots sollte ein ganzer Tag für die Messe eingeplant werden. Tageskarten kosten 25€, im ermäßigten Tarif 20€.
ART COLOGNE
Messeplatz 1
50679 Köln
11:00-19:00 Uhr
außer am 17.4. 11:00-18:00 Uhr

 

Galerie Contemporary Fine Arts, Berlin, Kim Kardashian by Jürgen Teller © Katja Andreae

Galerie Contemporary Fine Arts, Berlin, Kim Kardashian by Jürgen Teller © Katja Andreae

 

Katja Andreae

Author: Katja Andreae

Journalistin und freie Autorin

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