Berlinale 2018 Preview

Berlinale 2018 © Holger Jacobs/ Joachim Gern

Berlinale 2018 Preview

 

Von Holger Jacobs

13.2.2018

Morgen beginnt die BERLINALE 2018. Hier die wichtigsten Filme, die wichtigsten Stars und die wichtigsten Partys!

Kein Event verschlingt mehr Geld, aber auch keines lockt mehr Zuschauer – fast 300.000 verkaufte Tickets innerhalb von 2 Wochen im letzten Jahr. Die Berlinale gehört zu den drei wichtigsten Filmfestivals der Welt, zusammen mit Cannes und Venedig. Doch nur in Berlin darf auch die große Öffentlichkeit alle Filme sehen. Deshalb auch der enorme Erfolg beim Publikum. Jury Präsident ist dieses Jahr Filmregisseur Tom Tykwer („Das Parfum“).

Große Stars sind dieses Jahr nicht dabei. Abgesehen vielleicht von William Dafoe, der am 20. Februar einen Ehrenpreis überreicht bekommt. Und Colin Firth und Emily Watson bei der Premiere ihres neuen Films „The happy Prince“ von und mit Rupert Everett. Ort und Zeitpunkt siehe weiter unten im Berlinale Special.

Tipps für den Ticketverkauf: immer max. drei Tage im Voraus. Entweder online oder an den üblichen Vorverkaufsstellen. Hier empfiehlt sich der Ticketverkauf im AUDI Autohaus auf dem Kudamm 195 oder im Kino International, Karl-Marx-Allee 33 (ab 10.00 Uhr). Und als Geheimtipp: Die Theaterkassen in ganz Berlin.

Der BERLINALE WETTBEWERB (und ihre Premieren im Berlinale Palast):

– 15. Februar um 19.30 Uhr: Edward Norton in „Isle of Dogs“ (Eröffnungsfilm) von Wes Andersen. Ein Hund wird auf eine Insel verbannt und seine Rettung verändert die politische Landschaft der gesamten Region.

– 16. Februar um 19.00 Uhr: Robert Pattinson in „Damsel“ von David & Nathan Zellner. Eine Westernkomödie.

– 17. Februar um 18.30 Uhr: Paula Beer und Franz Rogowski in „Transit“ von Christian Petzold. Ein Mann flüchtet im 2. Weltkrieg vor den Nazis nach Marseille. Als er gerade nach Mexico weiterreisen will, lernt er Marie kennen

– 17. Februar um 22.00 Uhr: Isabelle Huppert und Gaspard Uliel in „Eva“ von Jaques Benoit. Ein junger Autor gerät unter den Einfluss einer Edelprostituierten.

– 18. Februar um 16.00 Uhr: Hanna Schygulla in „La Prière“ von Cedric Kahn. Ein junger Mann versucht in der Einsamkeit der französischen Berge seine Drogensucht zu heilen.

– 18. Februar um 19.00 Uhr: Udo Kier und Valeria Golino in „Daughter of mine“ von Laura Bispuri. In einem abgelegenen Dorf auf Sardinien verbindet drei Frauen ein gemeinsames Schicksal.

– 19. Februar um 22.00 Uhr: Rosamund Pike und Daniel Brühl in „7 Tage von Entebbe“ von José Padilha. Die Geschichte über die Entführung 1976 einer israelischen Verkehrsmaschine durch radikale Palästinenser nach Entebbe. Ähnlich wie die Entführung der „Landshut“ nur ein Jahr später nach Moghadisu.

– 19. Februar um 18.15 Uhr: Marie Bäumer, Birgit Minichmeyer und Charly Hübner in „3 Tage in Quiberon“ von Emily Atef. Im Jahre 1981 trifft sich Romy Schneider mit dem Stern Reporter Michael Jürgs und Fotograf Robert Lebeck zu einem Interview in der französischen Bretagne. Ein denkwürdiger Moment für alle drei.

– 20. Februar um 19.00 Uhr: Joaquin Phoenix und Rooney Mara in „Don’t worry, he won’t get far on foot“ von Gus Van Sant. Ein Mann wird durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselt und entdeckt im Zeichnen eine Therapie zum Überleben.

– 21. Februar um 15.00 Uhr: Julia Zange und Josef Mattes in „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ von Philip Gröning. Die Zwillinge Robert und Elena verbringen einen letzten Sommer gemeinsam.

– 21. Februar um 22.00 Uhr: Claire Foy und Juno Temple (Wonder Wheel von Woody Allen) in „Unsane“ von Steven Soderbergh. Ein junge Frau kommt ohne ersichtlichen Grund in eine Nervenheilanstalt. Einbildung oder Realität?

– 22. Februar um 15.00 Uhr: Andrea Berntzen in „Utoya“ von Erik Poppe. Über das Attentat auf ein Jugendcamp auf der norwegischen Insel Utoya im Jahre 2011

– 22. Februar um 22.00 Uhr; Laura Benson und Tomas Lemarquis in „Touch me not“ von Adina Pintilie. Eine intime Beziehung zwischen Abhängigkeit und Freiheit.

 

Neben dem offiziellen Wettbewerb gibt es noch weitere Sektionen mit verschiedenen Schwerpunkten:

Das BERLINALE PANORAMA mit 47 Filmen aus 40 Ländern.

Hier meine Tipps (mit Vorbehalt):

– „Zentralflughafen THF“ (Central Airport THF) von Karim Aïnouz, Deutschland / Brasilien / Frankreich, 2018, Arabisch, Englisch, Deutsch, Russisch / Englisch, Dokumentarfilm, 97 Min, Weltpremiere. In den Hangars des stillgelegten Flughafens träumen Geflüchtete davon, endlich anzukommen, während auf dem Tempelhofer Feld Berliner ihrem Alltag entfliehen. Eindrucksvolle Bildkompositionen porträtieren ein Jahr voller Leid, Sehnsucht und auch Unbeschwertheit.

– „The Silence of Others“ von Almudena Carracedo, USA / Spanien, 2018, Spanisch / Englisch, Dokumentarfilm, 93 Min, Weltpremiere. Das 1977 beschlossene Amnestiegesetz verbietet bis heute jede Strafverfolgung der unter Franco stattgefundenen Diktaturverbrechen. Investigativ zeichnet der Film ein Abbild einer zwischen Vergessen und Vergangenheitsbewältigung gespaltenen Gesellschaft.

– „Shakedown“ von Leilah Weinraub, USA, 2018, Englisch, Dokumentarfilm, 73 Min, Weltpremiere. Die intime Chronik porträtiert die Protagonistinnen von „Shakedown“ – einer Partyreihe von und für afro-amerikanische Frauen, die Strip-Shows für den lesbischen Underground in L.A. hostet, lesbische Sexualität feiert, aber auch Repression ausgesetzt war.

Das BERLINALE FORUM mit 44 Filmen.

Meine Tipps (mit Vorbehalt):

– „Premierès solitudes“ (Young Solitude) von Claire Simon, Frankreich 2018, Französisch mit engl. UT, 105 min, WP. Eine Schule in einem Pariser Vorort. In erstaunlich intimen Gesprächen über ihre Herkunft, Elternbeziehungen, Verliebtheiten, Sehnsüchte und Zukunftsängste kommen sich zehn gewöhnliche Teenager näher.

– „Den‘ Pobedy (Victory Day)“ von Sergei Loznitsa, Deutschland 2018, Russisch/Deutsch/Englisch mit engl. UT, 94 min, WP. Alljährlich am 9. Mai versammeln sich Menschen unterschiedlicher Haltung und Herkunft am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow. Loznitsa dokumentiert das bizarre Treiben zwischen patriotischem Gebaren, Nachdenklichkeit, Volksfest und Schaulustigkeit.

– „Waldheims Walzer (The Waldheim Waltz)“, R: Ruth Beckermann, Österreich 2018, Deutsch/Englisch/Französisch mit engl. UT, 93 min, WP. Die Affäre um die NS-Vergangenheit des ehemaligen Un-Generalsekretärs und Bundespräsidenten von Österreich, Kurt Waldheim, sorgte in den 80er Jahren weltweit für Aufsehen. Ein packender dokumentarischer Essay von auffälliger Aktualität.

Das BERLINALE SPECIAL GALA

Meine Tipps (mit Vorbehalt):

– „The Happy Prince“ von Rupert Everett (Debütfilm des bekannten Schauspielers) mit Colin Firth, Emily Watson, Rupert Everett im Friedrichstadtpalast am 17. Februar um 21.00 Uhr. Über die letzten Lebensjahre des Dichters Oscar Wilde in Paris.

– „Unga Astrid (Becoming Astrid)“ von Pernille Fischer mit Alba August. Am 21. Februar um 21.00 Uhr im Friedrichstaftpalast. Über die schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren.

– „The Bookshop“ von Isabel Coixet mit Emily Mortimer über eine Witwe, die gegen den Widerstand der Dorfbewohner einen Bookshop in einem kleinen englischen Küstenstädtchen eröffnet. Am 16. Februar um 21.00 Uhr im Friedrichstadtpalast.

– „Songwriter“ von Murray Cummings, Dokumentarfilm über den Pop Sänger Ed Sheeran. Es wird gezeigt, wie die Songs enstehehen. Vom ersten Jamming im Garten bis zu den Tonstudio Aufnahmen in den legendären Abbey Road Studios inLondon. Murray Cummings ist der Cousin von Ed Sheeran. Am 23. Februar um 21.30 Uhr im Friedrichstadtpalast.

Die BERLINALE CLASSICS

Mein Tipp:

Der Himmel über Berlin“ von Wim Wenders in einer neu auf 4K digitalisierten Version. Im Kino International am 16. Februar um 21.30 Uhr.

Das WEIMARER KINO

Mein Tipp:

– „Mit der Kamera durch Alt-Berlin“, von einem unbekannten Regisseur aus dem Jahr 1928

– „Das Abenteuer einer schönen Frau“ von Hermann Kosterlitz von 1932 über eine schöne Frau, die sich mit einem Boxer einläßt.


! Aus aktuellem Anlass dieses Jahr: #MeToo und #TimesUp

Auch das Thema Sexismus darf dieses Jahr bei der Berlinale nicht fehlen. Zunächst einmal wird unter dem Titel „NEIN zu Diskriminierung“ eine Beratungsstelle auf der Berlinale eingerichtet, an die sich jeder Festivalbesucher wenden darf. Zusätzlich wird es eine Podiumsdiskussion zum Thema geben, und zwar am Montag, dem 19.2.2018 zwischen 14.00 – 17.00 Uhr im Tipi am Kanzleramt mit verschiedenen Persönlichkeiten aus Funk und Fernsehen.

Hier die wichtigsten Partys:

13.2.2018 – Interview Magazin Party im LOFT, Möckernstraße 120, Berlin
15.2.2018 – Bulgari Party im Soho House Berlin
15.2.2018 – GALA & UFA Party im Hotel Stue
Lola at Berlinale – Empfang der Deutschen Filmakademie
16.2.2018 – ARD Blue Hour Empfang im Museum Kommunikation
16.2.2018 – Preisverleihung „Notte della Stella“ im Maritim Hotel
16.2.2018 – BUNTE & BMW Festival Night im Restaurant Gendarmerie
16.2.2018 – Medienboard Empfang im Hotel Ritz Carlton
17.2.2018 – Place to be Party der BILD-Zeitung im Restaurant Borchard
18.2.2018 – Movie meets Media Party im Hotel Adlon
19.2.2018 – ARTE TV Berlinale Empfang in der Akademie der Künste am Pariser Platz

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist