Berlinale 2018 – Robert Pattinson – Day Two

Berlinale 2018 - Robert Pattinson © Holger Jacobs

Berlinale 2018 – Robert Pattinson – Day Two

 

Von Holger Jacobs

16.2.2018

Der zweite Tag brachte eine große Enttäuschung.

Nach dem ersten Wettbewerbsfilm der Berlinale „Isle of Dogs“ an Tag Eins nun der neue Film mit Robert Pattinson, „Damsel“. Selten einen so schlecht gemachten Film mit einer so blöden, vorhersehbaren Story. In der Zeit des Wilden Westens in den USA kommt eines Tages ein Mann (Robert Pattinson) in ein kleines Westerndorf und heuert einen Priester an, ihn zu begleiten, um die Hochzeit mit ihm und seiner Braut zu vollziehen. Unterwegs erzählt der Bräutigam, seine Braut wäre leider entführt worden und vor der Trauung müssten beide noch die Braut von dem bösen Entführer befreien. Der Priester ist etwas überrascht, willigt aber dennoch ein, für einen guten Lohn mitzumachen. Als sie endlich bei dem Haus des vermeintlichen Entführers ankommen, stellt sich heraus, dass die Frau gar nicht entführt wurde, sondern mit dem Mann zusammenlebt, der ihr Freund und Verlobter ist. Also hat Samuel (Robert Pattinson) die Entführungsgeschichte nur erfunden, um den lästigen Nebenbuhler loszuwerden. Als der Freund der Frau aus Versehen vom total verunsicherten Priester getötet wird eskaliert die Situation.

Weder mit der Geschichte noch mit der filmischen Umsetzung konnte ich etwas anfangen. Und so ging es wohl nicht nur mir. Schon nach der Hälfte des Films verließen die ersten Zuschauer den Saal.

Filmstill „Damsel“ mit Mia Wasikowska und Robert Pattinson © Strophic Production

Robert Pattinson, ein britischer Schauspieler, geboren 1986 in London, wurde im Alter von 19 Jahren durch die Rolle des Cedric Diggory in der Harry Potter Verfilmung „Der Feuerkelch“ bekannt. Richtig berühmt wurde er aber durch die „Twilight Saga“, die Verfilmung einer Romanreihe von Autorin Stephanie Meyer. Darin spielt Pattinson den Vampir Edward Cullen, der sich in eine Sterbliche verliebt, Bella, gespielt von Kristen Stewart. Der große Erfolg brachte 5 Fortsetzungen, von 2008 bis 2012. Dabei bekam Pattinson zwar regelmäßig schlechte Kritiken für sein Spiel, auf der anderen Seite aber wurde er zum beliebtesten Schauspieler seiner Generation gewählt. Als bekannt wurde, dass Pattinson und Stewart auch im realen Leben ein Paar sind, war der Hype um die beiden nicht mehr zu bremsen. Und Robert Pattinson wurde zum Mädchenschwarm einer ganzen Generation.

Wie bei so vielen Jungstars, ist die Zeit nach den ersten Erfolgen die schwerste. Wie auch bei den Schauspielern Emma Watson und Daniel Radcliffe der Harry Potter Reihe, versuchte nun Pattinson nach „Twilight“ ebenfalls neue Wege zu gehen. So richtig gelungen ist ihm das noch nicht. Dabei bemüht er sich aber redlich, jetzt durch kleine Independent Filme seinem Publikum einen neuen Typ zu präsentieren. Zunächst kam er im letzten Jahr zu den Filmfestspielen in Cannes mit dem Film „Good Time“ der Brüder Benny und Josh Safdie, in dem er einen Gangster spielt, der zusammen mit seinem geistig behinderten Bruder einen Banküberfall in New York plant. Robert Pattinson bekam für diese Rolle überwiegend gute Kritiken.

Und jetzt der Film „Damsel“ der Brüder David und Nathan Zellner, mit dem er zur Berlinale 2018 eingeladen wurde. Wie dieser Film aber in den Wettbewerb gelangen konnte ist mir ein Rätsel.

Hier unser Video von der Pressekonferenz mit Robert Pattinson auf KULTUR24 TV:

Ein weiterer Film (nicht gesehen) im Wettbewerb wurde gestern gezeigt: „Black 47“ von Lance Daly, spielt im Jahre 1847 während der großen Hungersnot in Irland (weshalb übrigens daraufhin so viele Iren in die USA auswanderten).

Heute kommen „Transit“ von Christian Petzold mit Franz Rogowski und Paula Beer und „Eva“ von Benoit Jacques mit Isabelle Huppert und Gaspard Ulliel.

6 Photos: Gestern Abend auf dem Roten Teppich auf der Berlinale 2018 © Instagram

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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