Die neuen Filme im Kino 07.11.2019

Zombieland © Sony-Pictures

Die neuen Filme im Kino 07.11.2019

 

Von Holger Jacobs

07.11.2019

„MIDWAY – FÜR DIE FREIHEIT“ – Kriegsfilm, Action – USA – 2019
Regie: Roland Emmerich
Cast: Ed Skrein, Woody Harrelson, Patrick Wilson, Aaron Eckhart, Dennis Quaid
Filmverleih: Universum

Neben dem Regisseur Wolfgang Petersen („Troja“, Air Force One“, „Der Sturm“, „In the Line of Fire“), Jahrgang 1941, ist Roland Emmerich, Jahrgang 1955, sicher der erfolgreichste deutsche Filmemacher in den USA.
Der große Durchbruch kam 1996 mit „Independance Day“, ein Megahit, der auch den internationalen Durchbruch für Schauspieler Will Smith bedeutete. Roland Emmerichs Markenzeichen sind seine perfekt computeranimierten Bilder, das Ganze aufgebläht als Blockbuster mit einem Millionenbudget.
Eingebunden in historische Geschichten oder ziemlich wahrscheinlich klingende Science Fiction Szenarien. „The Day After Tomorrow“ (Klimakatastrophe), „10.000 B.C.“ (unsere Vorfahren vor 10.000 Jahren) oder „White House Down“ (Terroristenangriff) waren solche Filme.
Weiteres Markenzeichen: Großes Pathos und großer, amerikanischer Patriotismus. Mit letzterem dürfte Roland Emmerich jetzt genau ins Schwarze treffen…

In Roland Emmerichs neuem Blockbuster geht es um die Geschichte des 2. Weltkriegs, genauer, um den Krieg zwischen Japan und den USA.
Am 7. Dezember 1941 überfielen völlig überraschend die Japaner den amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbour, welcher sich auf einer der Inseln von Hawaii befindet. Bis dahin hatte sich Amerika aus den Kämpfen in Europa herausgehalten.
Doch die Japaner, formell Verbündete von Hitler-Deutschland, wollten ihre Machtpositionen im Fernen Osten weiter ausbauen, nachdem sie Jahre zuvor bereits China und Korea überfallen und besetzt hatten.
Schon am nächsten Tag erklärten die USA den Japanern den Krieg und waren nun auch bereit, selbst in Europa an der Seite von Großbritannien und Frankreich gegen die Nazis zu kämpfen.
Verschwörungstheoretiker behaupten sogar, die USA hätten von dem Angriff auf Pearl Harbour gewußt, es aber geschehen lassen, um in den Krieg einziehen zu können.
Vorher hatte sich nämlich die amerikanische Bevölkerung strikt gegen eine Beteiligung im 2. Weltkrieg ausgesprochen. Doch nach dem Angriff auf Pearl Harbour, bei dem ca. 3000 Amerikaner starben (ähnlich wie beim Angriff auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001), flammte auch in den USA der Patriotismus auf und die Widerstände gegen einen Kriegseintritt waren verflogen.

Entsprechend beginnt Roland Emmerichs Film „MIDWAY“ auch mit dem Angriff auf Pearl Harbour, weil er der Anfang von Allem ist und die verletzten Gefühle der Amerikaner erst hervorgebracht hat. Viele Soldaten trauerten um ihre auf Hawaii gefallenen Kameraden.

Nachdem sich die USA von dem ersten Schock erholt hatte, setzte eine enorme Kriegsmaschinerie ein, die der noch von der Krise der 30er Jahre geschundenen US-Wirtschaft einen riesigen Aufschwung brachte.

Es wurde klar, dass die Japaner sich wohl nicht mit der Bombardierung von Hawaii zufriedengeben würden, sondern sogar versuchen würden, die USA direkt auf ihrem eigenem Territorium anzugreifen, nämlich der von Hawaii 3600 km weiter entfernten Küste von Kalifornien.

Ungefähr auf der Mitte zwischen Japan und der West-Küste der USA liegt das Midway-Atoll, eine kleine Inselgruppe um ein kreisförmiges Korallenriff und seit 1867 im Besitz der Vereinigten Staaten von Amerika. Nachdem der amerikanische Geheimdienst beim Überfall auf Pearl Harbour komplett geschlafen hatte, fand dieser jetzt heraus, dass eine Übernahme der Midwayinseln durch die Japaner unmittelbar bevorstand.

Von dieser Schlacht um die Midwayinseln mitten im Pazifik handelt der neue Film von Roland Emmerich. Es war damals eine kriegsentscheidende Schlacht.

„MIDWAY – Für die Freiheit“ hat wie alle Emmerich-Filme eine bemerkenswerte Computeranimation. Tolle Bilder, tolle Action-Aufnahmen. Bekannterweise  lässt in solchen Filmen die schauspielerische Leistung nach. So auch hier. Besonders schlimm ist ausgerechnet das Spiel des Hauptdarstellers Ed Skrein, der den amerikanischen Bomber-Piloten Dick Best spielt. Nichts gegen junge Neuentdeckungen, aber im Gegensatz zu Will Smith ist Ed Skrein ein Reinfall. Das ist umso bedauerlicher, als der Rest des Films gut gemacht ist, sieht man mal vom allzu großen Pathos ab.

Fazit: Gut gemachte Action mit historischem Hintergrund

„MIDWAY“ by Roland Emmerich © Universum Film

Weiter laufen an:

„ZOMBIELAND 2“ von Ruben Fleischer. Würde dieser weitere Zombiefilm nicht mit den Megastars Emma Stone, Woody Harreslson und Jesse Eisenberg aufwarten, wäre er sicher nicht erwähnenswert. Doch mit diesen tollen Stars wird der Film zu einer guten Komödie in einer Welt der Untoten.

„ZOMBIELAND 2“ © Sony Pictures

„MARIANNE & LEONARD“ von Nick Broomfield. Doku über den ganz jungen Sänger Leonard Cohen mit seiner ersten Liebe Marianne vor dem Hintergrund der wilden 60er Jahre mit Love, Sex und Rock’nRoll.

„MARIANNE & LEONARD“ Poster

„DAS WUNDER VON MARSEILLE“ („Fahim“) von Pierre-Francois Martin-Laval mit Gerald Depardieu über einen 11-jährigen Flüchtling aus Bangladesch, der nur Chancen auf ein Asyl in Frankreich hat, wenn er das große Schach-Turnier in Marseille gewinnt. Mit Gerald Depardieu als sein Lehrmeister. Beruht auf einer wahren Geschichte.

„Das Wunder voin Marseille“ Poster

„THE REPORT“ von Scott Burns mit Adam Driver und Annette Benning. Über die Aufdeckung der grausamen Foltermethoden der CIA an Verdächtigen nach dem Angriff auf das World Trade Center 2001.

„THE REPORT“ Poster

„BLUE NOTE – A STORY OF MODERN JAZZ“ von Andreas Morell und Julian Benedikt über das legendäre Jazz-Label „Blue Note“, gegründet 1939 von zwei jüdisch-deutschen Immigranten in den USA. Mit Originalaufnahmen von John Coltrane, Thelonious Monk, Dexter Gordon und Herbie Hancock. Genial!

„BLUE NOTE“ Poster

 

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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