Die neuen Filme im Kino 26.12.2019

"Rosa Kaninchen", Riva Krymalowski © Warner Bros.

Die neuen Filme im Kino 26.12.2019

Von Holger Jacobs

30.12.2019

„ALS HITLER DAS ROSA KANINCHEN STAHL“ – Drama – DE – 2019
Regie: Caroline Link
Cast: Riva Krymalowski, Carla Juri, Oliver Masucci, Marinus Hohmann, Justus von Dohnanyi
Filmverleih: Warner Bros.

Im Jahre 1971 wurde in England das Buch „When Hitler Stole Pink Rabbit“ von der Schriftstellerin und Illustratorin Judith Kerr veröffentlicht. Der autobiografische Roman wurde ein großer Erfolg und schon zwei Jahre später erschien er in deutscher Sprache.
Die Bildungspolitiker der deutschen Bundesländer erkannten schnell das pädagogische Potential in diesem Buch, so dass es in den letzten 40 Jahren zu einem der meistgelesenen Schulbücher in Deutschland wurde.

Handlung: Die neunjährige Anna Kemper (Riva Krymalowski) lebt zusammen mit ihrem Vater (Oliver Masucci), ihrer Mutter (Carla Juri) und Bruder Max (Marius Hohmann) in wohlhabenden Verhältnissen im Berlin Anfang der 30er Jahre. Im Januar 1933, kurz vor der Machtergreifung Hitlers, beschließt die Familie Deutschland zu verlassen, weil der Vater sich als Theaterkritiker und Autor negativ über Hitler und seine braunen Genossen geäußert hatte und sie jüdischen Glaubens sind.
Erste Station ist die Schweiz, zu einer Zeit, wo die Ausreise jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland noch möglich war. Nach wenigen Monaten geht es weiter nach Paris, wo die Familie zwei Jahre in einer winzigen Mansardenwohnung versucht zu überleben. Die wenigen Artikel, die der Vater an französische Zeitungen verkaufen kann, reichen kaum für die Miete. Als die Situation immer schwieriger wird, erhält der Vater die Nachricht, dass ein Filmmanuskript von ihm in London für 1000 Pfund verkauft wurde. Daraufhin packt die ganze Familie ihre Koffer und verlässt Paris. Die Schlussszene zeigt ihre Ankunft auf der Victoria Station in London.

Kritik: Seit die Regisseurin Caroline Link einen Oscar (Bester fremdsprachiger Film) für ihren Film „Nirgendwo in Afrika“ im Jahre 2003 erhielt zählt sie zu der ersten Garde internationaler Filmemacher. Schon in dem damaligen Film ging es um deutsche Juden, die vor Hitler flüchten mussten.
Und auch bei „Nirgendwo in Afrika“ handelte es sich um die Verfilmung eines autobiografischen Romans.
Wie bei dem Oscar-prämierten Film gelingt es Caroline Link auch dieses Mal, die dramatische Situation dieser Flüchtlingsfamilie realistisch zu zeigen, ohne zu viel Pathos und Kitsch zu erzeugen. Besonders hervorzuheben ist die Leistung der 11-jährigen Riva Krymalowski, die das Mädchen Anna spielt. Ohne größere Schauspielerfahrung wurde die in der Schweiz geborene und in Berlin lebende Riva vom Fleck weg von Regisseurin Caroline Link engagiert. Sie ist die Erzählerin in diesem Film und trägt die ganze Geschichte – großartig!

Fazit: Für die ganze Familie

7 photos: „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ © Warner Bros.

Weiterhin laufen an:

„Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao“ des brasilianischen Regisseurs Karim Ainouz. Es handelt von den Schwestern Euridice und Guida, die sich gegenseitig stützen in einer Welt, die von patriarchalischen Strukturen beherrscht wird. Der Film gewann dieses Jahr in Cannes den Hauptpreis in der Kategorie un certain regard.

„Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao“, Filmposter

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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