Die neuen Filme im Kino

"Elser", credit: NFP Filmverleih, Lucky Bird Pictures

Die neuen Filme im Kino 15. Woche

Von Holger Jacobs

Donnerstag, 9. April 2015. Meine Empfehlungen für diese Woche:

(KURT) COBAIN – MONTAGE OF HECK“ – Doku-Drama – USA – 2015

Regie: Brett Morgen

Cast: Kurt Cobain, Courtney Love

Verleiher: Arts Alliance

Ein Dokumentarfilm über einen ganz besonderen Menschen: Kurt Cobain. Der Frontsänger der Pop-Gruppe Nirvana kam aus einer zerrütteten Familie einer Kleinstadt  in der Nähe von Seattle gekommen und in nur sehr kurzer Zeit zum internationalen Musikstar aufgestiegen. 1967 in Aberdeen geboren, war er ein hyperaktives Kind und nervte jeden in seiner Umgebung. Zur Abhilfe bekam alle möglichen Medikamente, was aber nicht wirklich eine Besserung brachte. Mit 9 erlebte er die Trennung seiner Eltern, welches wohl das einschneidendste Erlebnis seiner Jungend war. Er blieb zunächst bei der Mutter. Bald darauf hatte diese einen neuen Freund, mit dem Cobain sich aber nicht vertrug, ein Umstand, den sicher viele Scheidungskinder kennen. Daraufhin ging er zu seinem Vater, doch dort hatte er ähnliche Probleme mit dessen neuer Lebensgefährtin. Also wanderte er weiter zu seinen Großeltern, dann zu einem Onkel, dann zu der Familie eines Freundes u.s.w. Er lebte bis zu seinem 18. Lebensjahr insgesamt bei 10 verschiedenen Familien. Mit 18 zog er mit seiner damaligen Freundin Tracy Marander zusammen und hielt sich mit Gelegenheits-Jobs über Wasser. Das Geld wurde aber überwiegend durch sie verdient.

Einer seiner Onkel hatte ihm mit 14 Jahren eine Gitarre geschenkt und es stellte sich heraus, dass er seine Frustration und die Enttäuschungen im Leben durch und mit der Musik verarbeiten konnte. Mit seinem Kumpel aus früheren Tagen, Krist Novoselic, spielte er in verschiedenen Bands, bis sie 1987 die eigene Band Nirvana gründeten. Unter diesem Namen wurden 3 Alben veröffentlicht, darunter der Riesenhit „Nevermind“ mit dem unter Wasser schwimmenden Baby auf dem Cover.

Ein unglaublicher Erfolg brach über die Band herein und Kurt Cobain wurde für die Generation Y wie ein Gott gefeiert. Er wurde der Frontmann des neuen Grunge-Stils, einer Mischung aus Rock und Punk. Dieser Begriff fand auch in der Mode Anfang der 90er Jahre seinen Widerhall in der so bezeichneten Grunge-Mode, deren Protagonisten Marc Jacobs als Designer und Kate Moss als Model waren.

Bis heute werden immer noch viele Alben und CD’S verkauft und die Forbes Liste setzte Cobain 2006 auf Platz 1 für die am meisten verdienenden Toten.

1989 hatte Cobain die Sängerin Courtney Love kennen gelernt. Sie heirateten 1992. Im gleichen Jahr wurde ihre Tochter Frances Bean geboren, die heute den Nachlass verwaltet.

Cobain litt ständig unter starken Magenschmerzen, besonders während er mit seiner Band auf Tour war. Wahrscheinlich psychosomatisch bedingt, nahm er deswegen immer mehr Drogen und Schmerzmittel, ab 1990 auch Heroin. Im März 1994 wurde er zur Behandlung seiner Drogensucht in eine Klinik eingewiesen. Am 1. April floh er jedoch aus dieser und wurde 6 Tage später Tod in einem Raum über seiner Garage mit einer Überdosis Heroin und einem Kopfschuss gefunden. Er hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem er schrieb: „It’s better to burn out than to fade away

 

"Cobain - Montage of Heck", Credit: Arts Alliance

9 Bilder, „Cobain – Montage of Heck“, Credit: Arts Alliance

ELSER“ – Historien-Drama – Deutschland – 2015

Regie Oliver Hirschbiegel

Cast: Christian Friedel, Katharina Schüttler, Johann von Bülow

Verleih: NFP Berlin

In der Zeit der Nazi-Herrschaft in Deutschland gab es mehrere Anschlagsversuche auf Adolf Hitler, der bekannteste ist natürlich das Attentat von Oberst Stauffenberg am 20. Juli 1944. Doch schon Jahre zuvor, am 8. November 1939, hatte ein gewisser Georg Elser eine Bombe im Bürgerbräu-Keller in München platziert, wo Hitler sich gerade aufhielt. Leider ging dieser eine Viertel Stunde früher nach Hause, weshalb dieser verschont blieb.

Anders als bei Stauffenberg hatte Elser das Attentat fast im Alleingang organisiert. Der Film zeigt an Hand des Verhörs durch die Kriminalpolizei und Gestapo, wie sich die Ablehnung Elsers gegenüber Hitler langsam entwickelte, bis sie schließlich im Attentatsversuch gipfelte. Elser kam nach seiner Verurteilung zunächst ins KZ Sachsenhausen und danach ins KZ Dachau. Anders als bei Stauffenberg wurde er nicht gleich erschossen. Erst 1944, kurz bevor bevor die Amerikaner das Konzentrationslager befreien konnten, wurden er, sowie viele andere politische Gefangene, hingerichtet. Ein weiteres trauriges Kapitel in der deutschen Geschichte

"Elser", credit: Lucky Bird Pictures, Bernd Schuller

9 Bilder, „Elser“, credit: Lucky Bird Pictures, Bernd Schuller

THE F – WORD“ – Liebes-Komödie – USA – 2013

Regie: Michael Dowse

Cast: Daniel Rattcliff, Zoe Kazan, Megan Park

Verleih: Senator-Film

Die Situation kennt jeder: Man verliebt sich in jemanden, der schon vergeben ist. Um ihn aber nicht aus den Augen zu verlieren und ihm trotzdem nahe sein zu können, versucht man „nur gute Freunde“ (F = Friendship) zu sein. Das kann eine Weile gut gehen, doch seit „Harry and Sally“, dem berühmten Film von 1989 mit der noch berühmteren Orgasmus-Szene, wissen wir, dass das nicht lange funktionieren kann. Es gibt also nur 2 Möglichkeiten: endgültige Trennung oder doch die große Liebe. Hier versuchen es Wallace (Harry-Potter-Star Daniel Radcliffe) und die süße Chantry (Zoe Kazan, Enkelin von Elia Kazan) Aber bald muss sich Chantry zwischen Ihrem langjährigen Freund Ben und dem charmanten Wallace entscheiden. Ein Film, den man mit seiner (platonischen) Freundin ansehen sollte – vielleicht klappt’ s ja dann nach der Filmvorführung…

 

"The F - Word", credit: SND Senator Film Verleih

7 Bilder, „The F – Word“, credit: SND Senator Film Verleih

DER KLEINE TOD“ – Erotik-Komödie – Australien – 2014

Regie: Josh Lawson

Cast: Bojana Novakovic, Josh Lawson, Damon Herriman

Verleih: Weltkino Filmverleih

Im Gegensatz zu „The F – Word“ geht es bei „Der kleine Tod“ nicht um romantische Liebe, sondern um knallharten Sex. Besser noch, um kleine und große Perversionen, welcher jeder so mit sich im Kopf rumträgt. Die Frage ist nur, muss oder soll ich diese Gelüste ausleben oder nicht? Und was passiert, wenn ich es doch tue? Die Auflösung könnt Ihr in diesem Film sehen. Übrigens: Der Titel spielt auf den französischen Ausdruck, „La petite mort“, an, der den Moment nach dem Orgasmus beschreibt. Alles klar? Dann viel Spass!

 

"Der kleine Tod", credit: Weltkino Filmverleih GmbH

5 Bilder, „Der kleine Tod“, credit: Weltkino Filmverleih GmbH

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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