Die neuen Filme im Kino 8.6.2017

Chet Baker - Born to be Blue - Ethan Hawke © Alamode

Die neuen Filme im Kino 8.6.2017

 

Von Holger Jacobs

9.6.2017

„MARIE ET LES NAUFRAGÉS – Marie und die Schiffbrüchigen“ – Komödie – FR – 2016

Regie: Sébastien Betbeder
Cast: Vimela Pons, Pierre Rochfort, Eric Cantona
Filmverleih: déjà-vu

Es gibt wohl kein Land welches so viele Liebesfilme produziert wie Frankreich. Aber sie können es auch. Die neuste Auflage ist ein charmanter Film über eine Frau zwischen zwei Männern: Siméon (Pierre Rochefort) findet die Brieftasche von Marie, einer jungen unbekümmerten Frau, die sich durch das Leben schlägt. Bei der Übergabe verliebt sich Siméon sofort in dieses attraktive Mädchen, obwohl sie eigentlich in einer langjährigen Beziehung steckt. Doch zu Siméon’s Glück steht diese Verbindung kurz vor ihrem Aus. Was aber der Freund von Marie, Antoine (Eric Cantona – früherer Fussball-Nationalspieler in Frankreich und seitdem ins Schauspielfach geweschselt) gar nich einsehen möchte. Als Marie auf die romantische Insel Ile de Groix an der bretonischen Küste fährt, folgen ihr nicht nur Siméon, sondern auch ihr Ex ,Antoine, und der Mitbewohner von Siméon, Oscar (Damien Chapelle), der sich nämlich um Antoine kümmern soll. Ein fröhliches Verwirrspiel beginnt, bei dem es auch mal dramatisch zugehen darf. Der 500 Meter lange Sandstrand der Insel ist ein Traum…

Der richtige Film für Verliebte im Sommer

5 Bilder: „Marie und die Schiffbrüchigen“ © déjà-vu

 

„BORN TO BE BLUE“ – Drama – USA – 2015

Regie: Robert Budreau
Cast: Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie
Filmverleih: Alamode

Jeder, der nur irgendwie mal Jazz Musik gehört hat kennt den Namen Chet Baker. Genauso wie die großen Musiker Louis Armstrong, Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Miles Davies, Ella Fitzgerald und, und, und.

Doch nicht nur, dass sie großartige Musiker waren, auch der Hang zu Drogen spielte oftmals eine große Rolle. Überhaupt scheinen gerade Musiker an der Sucht zu Rauschmitteln zu leiden. Kurt Cobain, Amy Winehouse und Whitney Huston gehören u.a. dazu. Und alle verlassen uns deshalb viel zu früh.

Chet Baker war fast sein gesamtes Künstlerleben drogenabhängig, auch wenn er, für einen Heroinsüchtigen, erstaunliche 59 Jahre alt wurde. Sein Ende fand er in Amsterdam, als er im Drogenrausch aus einem Hotelfenster fiel.

Der Film folgt Chet Baker über viele Stationen seines Lebens, wunderbar gespielt von Ethan Hawke („Before Midnight“). Er trägt den Film und macht ihn erst sehenswert.

Für alle Chet Baker und Ethan Hawke Fans

7 Bilder: Born to be Blue – Ethan Hawke © Alamode

 

„WHITNEY: CAN I BE ME“ – Doku – GB, USA – 2017

Regie: Nick Broomfield, Rudi Dolezal
Filmverleih: Arsenal

Auch der dritte meiner Filmempfehlungen diese Woche kommt aus der Musikbranche. Auch diese Musikerin kennt noch jeder. Whitney Houston war neben Diana Ross und Shirley Bassey die wohl größte schwarze Pop und Soul -Sängerin in der zweiten Hälfte es 20. Jahrhunderts. Laut dem Guinnes Buch der Rekorde ist sie die am häufigsten ausgezeichnete Künstlerin aller Zeiten.

Sie verkaufte über 170.000.000 Alben und war 1992 mit dem Film „Bodyguard“ und dem daraus folgenden Titelsong „I will always love you“ auf dem Höhepunkt ihres Erfolges. Leider litt auch sie unter starker Drogenabhängigkeit. Wohl auch deshalb, weil seit ihrer Kindheit ihr Leben durch andere bestimmt wurde. Zuerst durch ihre Mutter, die sie als Gospelsängerin in einem Kirchenchor erst zum Gesang initiiert hatte. Danach waren es Plattenfirmen, Manager und Freunde. Selbst ihrem Ehemann Bobby Brown konnte sie nicht vertrauen. Von ihm wurde mehrfach verprügelt. Eine lesbische Beziehung zu einer ihrer Managerinnen musste sie verheimlichen.

Dies ist auch der Grundtenor des Films: Das ständige unter Beobachtung stehen und nie das tun dürfen, was sie selber wollte, hat sie letztlich innerlich gebrochen und den Drogenkonsum vorangetrieben. Am 11. Februar 2011 fand man Whitney Houston leblos in der Badewanne eines Zimmers des Hotel Beverly Hilton in Beverly Hills.

Für Fans von Whitney Houston und für alle Musikliebhaber.

„Whitney: Can I Be Me“ – Whitney Houston © Arsenal Filmverleih

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist