Eröffnung der Berlinale 2019

Eröffnung Berlinale 2019 © Jacobs/ Berlinale

Eröffnung der Berlinale 2019

 

Von Holger Jacobs

08.02.2019

english text

Eröffnung der 69. Internationalen Filmfestspielen in Berlin mit einem Film über die Kehrseite der Glitzerwelt von New York.

Mit einer großen Gala wurden gestern Abend im Berlinale Palast am Potsdamer Platz die Filmfestspiele eröffnet. Die Moderation hatte, wie schon die Jahre zuvor, Anke Engelke. Internationale Gäste waren nur wenige zu sehen, einzig Schauspielerin und Model Andie McDowell („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) war aus Hollywood eingeflogen. Und sie kam nicht wegen eines Films, sondern nur als Botschafterin der Marke L’Oréal, Mitsponsor des Festivals.

Lars Eidinger auf dem Roten Teppich © Berlinale

Dafür war fast der gesamte Reigen der deutschen Schauspieler*innen zu sehen, von Theater-und Filmstar Lars Eidinger, über Sebastian Koch (wird am 24. Februar bei der Oscar Preisverleihung für „Werk ohne Autor“ dabei sein), Iris Berben, Hanna Herzsprung, Natalia Wörner mit Bundesaußenminister Heiko Maas bis Wim Wenders und Marius Müller-Westerhagen mit seiner bezauberten Frau Lindiwe Suttle. Um nur einige von ihnen zu nennen.

5 Photos: Außenminister Heiko Maas mit Schauspielerin Natalia Warner (seit 2017 ein Paar) © Berlinale

Nach den Eröffnungsreden wurde der Wettbewerbsfilm „The Kindness of Strangers“ von der dänischen Regisseurin Lone Scherfig gezeigt.

Ein beachtenswerter Eröffnungsfilm, der die andere Seite von Donald Trumps Amerika zeigt. Nicht die Superreichen in ihren Luxusappartements in der Upper East Side in Manhattan, sondern die Welt der verlorenen Seelen und Obdachlosen, die täglich um ihr Überleben kämpfen müssen in dieser Stadt, die niemals schläft.

Der Film beginnt mit Clara (Zoe Kazan), die nachts heimlich aufsteht, ihre Kinder aus dem Bett nimmt und im Auto die Flucht nach New York antritt, um vor ihrem gewalttätigen Mann zu fliehen. Als das Geld zur Neide geht, landet sie mit ihren halbwüchsigen Kindern auf der Straße. Da wäre Jeff (Caleb Landry Jones), der sich überall so ungeschickt anstellt, dass er bei jedem Job rausfliegt. Da ist Marc, der 5 Jahre unschuldig im Gefängnis saß und nun versucht in Therapiestunden sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Und da ist Alice, die als Schwester in einem Krankenhaus für Bedürftige arbeitet und nebenbei auch noch eine Therapiegruppe leitet, um die Leere in ihrem Leben zu füllen.

Alle eint, dass sie, trotz größter Anstrengungen, unschuldig in eine fast ausweglose Situation hineingeraten sind. Dabei hat jeder eine gute Seele. Doch die Umstände des Lebens waren gegen sie.

Der Film erzählt ihre Geschichte, wie sie sich durch Zufall kennenlernen und wie sie es schaffen, sich gegenseitig Halt zu geben. Obwohl sie eigentlich Fremde sind. Und wie in einem kitschigen Hollywood Drama gibt es am Ende auch ein Happy End. Viele Kritiker sehen das als Fehler, doch letztlich ist es wichtig, eine Hoffnung zu zeigen, eine Hoffnung, die gerade die Protagonisten des Films mehr als nötig haben.

Für mich ein großartiger Film, der auch humorvolle Momente nicht auslässt und vielleicht gerade deshalb absolut empfehlenswert ist. Schauspielerin Andrea Riseborough als Alice gefiel mir besonders gut. Dieses Schwanken zwischen Frustration und der Suchen nach Erlösung ist jede Sekunde in ihrem Ausdruck zu erkennen. Bravo!

Hier unsere Bilderserie mit 4 Fotos von „The Kindness of Strangers“:

4 Photos: Zwei einsame Seelen in New York, Jeff (Caleb Landry Jones) und Alice (Andrea Riseborough) © Per Arnesen

 

english text

Opening of the Berlinale 2019
By Holger Jacobs
08/02/2019
Opening of the 69th Berlin International Film Festival with a film about the downside of the glittering world of New York City.
The Filmfestspiele opened with a big gala Thursday night in the Berlinale Palast on Potsdamer Platz. The moderation had, as the years before, Anke Engelke. International guests were few, only actress and model Andie McDowell („Four Weddings and One Death“) flew in from Hollywood. And she did not come for a film, but only as an ambassador for the brand L’Oréal, co-sponsor of the festival.
But almost the entire round of German actors were to see, so for example theater and movie star Lars Eidinger, Sebastian Koch (will be on February 24 at the Oscars award ceremony for „Work without an Author“), Iris Berben, Hanna Herzsprung, Natalia Wörner with Federal Foreign Minister Heiko Maas, director Wim Wenders and singer Marius Müller-Westerhagen with his charming wife Lindiwe Suttle. Just to name a few.
After the opening speeches, the competition film „The Kindness of Strangers“ by the Danish director Lone Scherfig was screened.
A noteworthy opening film showing the other side of Donald Trump’s America. Not the super-rich in their luxury apartments on the Upper East Side of Manhattan, but the world of lost souls and homeless who struggle daily to survive in this never-sleeping city.
The film begins with Clara (Zoe Kazan), who secretly gets up at night, gets her children out of bed and flees to New York to escape from her violent husband. When the money runs out, she lands on the street with her teenage children. There’s Jeff (Caleb Landry Jones), who works so awkwardly that he is fired out on every job. There is Marc, who was innocently imprisoned for 5 years and now tries to get his life under control in therapy sessions. And there’s Alice, who works as a nurse in a needy hospital and also runs a therapy group to fill the void in her life.

They all have in common that despite their best efforts, they innocently got themselves into an almost hopeless situation. Everybody has a good soul. But the circumstances of life were against her.
The film tells its story of how they get to know each other by chance and how they manage to hold each other in these terrible circumstances. Even they are actually strangers. And like in a cheesy Hollywood drama, there’s also a happy end. Many critics see this as a mistake, but ultimately it is important to show a hope for these people and although for us, that we can have the impression, that everything will be better one day…
For me a great movie with even humorous moments and maybe that’s why it is absolutely recommendable. I liked very much actress Andrea Riseborough in her role as Alice.
This wavering between frustration and the search for salvation is evident every second in her expression. Bravo!

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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