#FreiheitBerlin – Denkmal

FREIHEIT BERLIN - Monument - Foto: Holger Jacobs

#FreiheitBerlin – Denkmal

 

Von Holger Jacobs

13.05.2018

english text below

Berlin wird zur Stadt der Denkmäler.

Wohl keine Stadt auf der Welt hat derer so viele. Das hat natürlich damit zu tun, dass kaum eine andere Stadt so viele geschichtsträchtige Wandlungen vollzogen hat – gerade erst in jüngerer Geschichte. Die bekanntesten Denkmäler in Berlin sind sicher das beindruckende Mahnmal für die ermordeten Juden während des Holocaust, welches aus Hunderten größerer und kleinerer Stelen besteht und in den 90er Jahren von dem US-amerikanischen Architekten Peter Eisenman entworfen wurde. Das andere ist das Mahnmal für die gefallenen russischen Soldaten während des 2. Weltkriegs, bestehend aus 2 Panzern, 2 Kanonen, Skulpturen und ein Memorial Gebäude, an der Straße des 17. Juni.

Holocaust Mahnmal Berlin, Foto: Holger Jacobs

Und ein weiteres Denkmal ist schon in der Pipeline: Das Einheitsdenkmal, welches bereits vor 10 Jahren vom Deutschen Bundestag beschlossen wurde, aber lange Zeit nicht so richtig in Schwung kam. Bis der damalige Bundestagspräsident Norbert Lammert bei der Rede zur Wahl des neuen Bundespräsidenten 2017 noch einmal deutlich daraufhin wies, dass dieses Denkmal endlich auch gebaut wird.

Einheitsdenkmal am Berliner Schloss © Milla & Partner

Ebenfalls vor 10 Jahren hatte der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, die wunderbare Idee der Stadt Berlin ein Markenzeichen zu verpassen. Wie viele Millionen dafür geflossen sind weiß man nicht, aber heraus kam das Logo: be berlin. Eine ungeheure Plakat- und Anzeigenkampagne folgte. Ob deshalb nur ein einziger Tourist mehr nach Berlin gelockt werden konnte mag bezweifelt werden. Denn der Anreiz in die deutsche Hauptstadt zu kommen ist, zumindest seit der Fußballweltmeisterschaft 2006, ungebrochen. Manchmal wird es den Bewohnern der Stadt sogar schon zu viel der „Touris“.

Neben teuren Plakataktionen und anderen mehr oder weniger sinnvollen Maßnahmen gibt es auch einige gute Initiativen. Dazu gehört das (leider nur temporäre) Freiheitsdenkmal am Hauptbahnhof (auf der Südseite am Washington Platz), welches am vergangenen Freitag vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller eröffnet wurde. Es besteht aus dem 23 Meter langen Schriftzug FREIHEITBERLIN.

Die Gruppe mit allen Beteiligten, FREIHEIT BERLIN Denkmal auf dem Washingtonplatz in Berlin, Foto: Holger Jacobs

Einer der Slogan der be berlin Kampagne ist „Die Stadt der Freiheit“, Bezug nehmend auf die 28 Jahre lang geteilte Stadt, in deren Ostteil die Freiheit der Bürger (Reisefreiheit, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit) stark eingeschränkt war. Seit dem Fall der Mauer gilt wieder die uneingeschränkte Freiheit für alle Berliner, im Osten wie im Westen.

Zu dem Thema „Stadt der Freiheit“ wurde 2017 die Kampagne #FreiheitBerlin im Internet gestartet. Über diesen Hashtag konnte sich jeder Mensch auf dieser Welt zu diesem Thema äußern und seinen persönlichen Bezug durch Bildern, Geschichten, Videos und Zitaten darstellen. Schon über 9.000 Meinungen wurden geäußert.

Teil dieser Kampagne war auch die Idee eines Denkmahls zum Thema Freiheit. Das Architektur Büro GRAFT LAB entwarf dazu den aus 2,3 Meter großen Buchstaben bestehenden Schriftzug FREIHEITBERLIN. Street Art Künstler aus der ganzen Welt wurden aufgefordert Ideen zur Gestaltung der weißen Buchstaben einzureichen. Ab dem 8. Mai konnten die Künstler/ Künstlergruppen “Die Dixons”, “Klebebande”, “Gogoplata”, “AKTEone & Cren”, “El Bocho”, “Notes of Berlin”, “CASE Maclaim”, “Amigo” und “Daniela Uhlig & Orbit” ihre Ideen auf den Buchstaben verwirklichen. Herausgekommen ist eine breite Mischung aus Zeichnung, Comic, Malerei und Fotografie.

Die Ausstellung wird noch bis zum 18. Juni 2018 am Hauptbahnhof zu sehen sein. Rund um die Uhr, 24 Stunden.

FREIHEIT BERLIN
Washingtonplatz
10557 Berlin

10 Photos: Artwork by (left to right): Daniela Uhlig, Emma von Helden (here present) and Marcus Haas; FREIHEIT BERLIN Denkmal auf dem Washingtonplatz in Berlin, Foto: Holger Jacobs

english text

#FreedomBerlin – Monument unveiled in the capital
By Holger Jacobs
05/13/2018
Berlin becomes a city of monuments.
Probably no city in the world has so many. Of course this has to do with the fact that hardly any other city has undergone so many historic changes – especially in recent history. The most famous monuments in Berlin are certainly the impressive memorial for the murdered Jews during the Holocaust, which consists of 100s larger and smaller steles and was designed by the US architect Peter Eisenman in the 90s. The other is the memorial to the fallen Russian soldiers during World War II, consisting of 2 tanks, 2 cannons, sculptures and a memorial building, on the street of June 17 (a second Russian memorial stands in Treptower Park).
And another monument is already in the pipeline: the „Monument of Unification“, which was decided 10 years ago by the German Bundestag, but for a long time did not really get going. Until then Bundestag President Norbert Lammert in his speech on the election of the new Federal President in 2017 again clearly pointed out that this monument is finally being built.
Also ten years ago, Governing Mayor of Berlin, Klaus Wowereit, had the wonderful idea to give ​​the city of Berlin a trademark. I do not know how many millions of Euros were spent on this but the logo came out: be berlin. A tremendous billboard and ad campaign followed. Whether therefore only a single tourist could be lured more to Berlin by this campaign may be doubted. The wish for tourist worldwide to come to the German capital is, at least since the 2006 World Cup, unbroken. Sometimes the inhabitants of Berlin are fed up with all these „tourists“.
In addition to expensive poster campaigns and other more or less meaningful measures, there are also some good initiatives. This includes the (unfortunately only temporary) „Freedom Monument“ at the main rail station (on the south side at Washington Square), which was opened last Friday by the Governing Mayor Michael Müller. It consists of the word FREIHEITBERLIN, is 23 meters long and 2.30 meters high.

One of the slogans of the be berlin campaign is „The City of Freedom“, referring to the 28-year divided city, in the eastern part of which freedom for the the citizens (freedom of movement, freedom of expression, freedom of the press) was severely limited. Since the fall of the Berlin Wall, unlimited freedom has again been available to all citizens of Berlin, East and West.
On the topic „City of Freedom“, the #FreiheitBerlin campaign was launched on the Internet in 2017. Through this hashtag, every person in the world could comment on this topic and portray their personal relationship through pictures, stories, videos and quotes. Already over 9,000 opinions were expressed.
The architecture office GRAFT designed the 23 x 2.3 meter lettering FREIHEITBERLIN. Street art artists from all over the world have been invited to submit ideas for the design of the white letters. From the 8th of May the artists / artist groups „Die Dixons“, „Klebebande“, „Gogoplata“, „AKTEone & Cren“, „El Bocho“, „Notes of Berlin“, „CASE Maclaim“, „Amigo“ and “ Daniela Uhlig & Orbit „realized their ideas on the letter. The result is a broad mix of drawing, comic, painting and photography.
The exhibition will be on display at the central station until 18 June 2018. Around the clock, 24 hours.
FREEDOM BERLIN
Washington place
10557 Berlin

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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