Hamburg Kultur Dezember 2016

Schauspielhaus Hamburg - Die Wehleider - Foto: Matthias Horn

Hamburg Kultur Dezember 2016

 

Von Julia Engelbrecht-Schnür

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6.12.2016

Auch auf den großen Bühnen in Hamburg geht es jetzt in den weihnachtlichen Endspurt.

Schauspielhaus

Am Schauspielhaus Hamburg erwartet die Besucher ab 2. Dezember mit „Die Wehleider“ noch eine Uraufführung. In dem Stück, das Regisseur Christoph Marthaler nach Motiven von Maxim Gorkis „Sommergäste“ inszenierte, kampieren Menschen in einer Turnhalle, ignorieren das Geschehen vor ihren Grenzen der Wahrnehmung und verschanzen sich in ihren Ängsten vor fiktiven Bedrohungen.
Thematisch ähnelt es „Hysteria – Gespenster der Freiheit“, ein Stück nach Motiven von Luis Bunuel, das Intendantin Karin Beier inszenierte und diesen Herbst eine beachtete Premiere hatte. Auch mit „Die Wehleider“ setzt sich das Theaterhaus am Hauptbahnhof mit den aktuellen, gesellschaftlichen Fragen nach den Gründen für Rechtspopulismus und Europamüdigkeit auseinander.
Deutsches Schauspielhaus Hamburg
Kirchenallee 39
20099 Hamburg

Schauspielhaus Hamburg, "Die Wehleider", Regie: Christoph Marthaler © Matthias Horn

7 Bilder: Schauspielhaus Hamburg, „Die Wehleider“, Regie: Christoph Marthaler © Matthias Horn

 

Staatsoper Hamburg

An der Staatsoper Hamburg wird ebenfalls noch eine Premiere gefeiert. Ballettdirektor John Neumeier bringt ab dem 4. Dezember mit „Das Lied von der Erde“ einen tänzerischen Dialog mit der gleichnamigen Sinfonie von Gustav Mahler auf die Bretter, der mit Spannung erwartet wird.

Helene Bouchet, Alexandr Trusch

Helene Bouchet, Alexandr Trusch – John Neumeier – Ballett – Staatsoper Hamburg © Kiran West

Entgegen aller Unkenrufe von den Kritikern, ist die Inszenierung der „Zauberflöte“ von Jette Steckel bei den Hamburgern in der Weihnachtszeit als sehr beliebt. Es gibt noch Restkarten für den 23., 25., 27., und 29. Dezember.
Staatsoper Hamburg
Große Theaterstraße 25
20354 Hamburg

Staatsoper Hamburg, "Die Zauberflöte" © Thomas Aurin

Staatsoper Hamburg, „Die Zauberflöte“ © Thomas Aurin

 

Ernst-Deutsch-Theater

Das Ernst-Deutsch Theater erweist sich mit „Hänsel und Gretel“ Kind gerecht und mit viel Liebe zum Detail, welches fast täglich in mehreren Vorstellungen die Kinderherzen erfreut.
Ernst Deutsch Theater
Friedrich-Schütter-Platz 1
22087 Hamburg

 

Ernst-Deutsch-Theater, "Hänsel und Gretel", © Oliver Fantitsch

Ernst-Deutsch-Theater, „Hänsel und Gretel“, © Oliver Fantitsch

 

Elbphilharmonie

Auch von der Elbphilharmonie gibt es Neuigkeiten. Nachdem die Mitarbeiter ihre Büros bezogen haben, täglich tausende Besucher auf die Plaza strömen, um den herrlichen Ausblick über den Hafen zu genießen, gibt die Leitung des Hauses bekannt, dass die Pianistin Helene Grimaud aufgrund der großen Nachfrage ein Zusatzkonzert gibt – in 2017. Alle Elbphi-Konzerte, für die es noch Karten gibt, auf einen Blick. 

Elbphilharmonie, Foto: Holger Jacobs

Elbphilharmonie, Foto: Holger Jacobs

 

BUCERIUS Forum

Als Eduard Monet 1908 in Venedig weilt, entstehen 37 Arbeiten. Nicht nur den französischen Meister des Impressionismus hatte die Lagunenstadt verzaubert. Auch Kandinsky, Turner, Tiepolo – und Canaletto sowieso – waren dem Charme des Zusammenspiels von Gondeln, Palästen, Brücken und Wasser erlegen. Wie die malende Zunft über mehrere Jahrhunderte die populärste Stadt der Welt auf Leinwand bannte, zeigt eine liebevoll von Ines Richter-Musso kuratierte Ausstellung im Bucerius Kunstforum zwischen Alsterfleet und Rathaus.
Werke der Fotografen Candida Höfer und Thomas Struth sind auch zu sehen. Natürlich ist die Schau etwas gefällig, fast sentimental und ihre Aussage irgendwie absehbar, aber per Audio-Guide gelangt der Besucher zu kunstgeschichtlichen Erkenntnissen, die selbst ununterbrochene Kunstbiennale-Gänger überraschen könnte.
„Venedig – Stadt der Künstler“, bis 15. Januar,
Bucerius Kunstforum,
Rathausmarkt 2
Hamburg

Claude Monet "San Giorgio", 1908, courtesy Bucerius Forum

10 Bilder: Claude Monet „San Giorgio“, 1908, courtesy Bucerius Forum

 

Julia Engelbrecht-Schnür

Author: Julia Engelbrecht-Schnür

Journalistin

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