Judith Milberg – Bilder einer Ausstellung

Judith und Axel Milberg © Holger Jacobs

Judith Milberg – Bilder einer Ausstellung

 

Von Holger Jacobs

21.7.2017

Am Dienstag, den 18. Juli 2017, geschah an der Ecke Bismarckstrasse/ Leibnizstrasse in Berlin etwas Ungewöhnliches: In einem unscheinbaren Bankgebäude, in deren Schalterhalle sonst nur die Bankkunden ihr Geld abheben, die Terminals bedienen und vielleicht sehnsuchtsvoll auf die Gewährung ihres Kredites warten, erleuchtete nicht enden wollendes Blitzlichtgewitter die Räume und eine große Menschenmenge versammelte sich vor dem Eingang.

Was war passiert?

Judith Milberg, die Ehefrau des beliebten und bekannten deutschen „Tatort“ Kommissars Klaus Borowski aus Kiel, hatte zur Vernissage eingeladen.

Übrigens für alle, die Fan der Serie sind: Ab der Folge, die jetzt gerade in Kiel und Niendorf entsteht, wird Borowski eine neue Partnerin an seiner Seite haben: Almila Bagriacik. Seine bisherige Partnerin, Sibel Kekilli, hört auf. Eine gute Entscheidung wie ich finde, denn Sibel Kekilli konnte in dieser Rolle nie wirklich überzeugen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Noch vor 15 Jahren hätte Judith Milberg als Organisatorin zu dieser Vernissage eingeladen und Künstler ihrer Wahl gezeigt. Über 20 Jahre war die bemerkenswert gut aussehende Frau an Axel Milbergs Seite (immerhin seit 25 Jahren ein Paar) Kunstmanagerin im Hauptberuf. Ihre Aufgabe: Realisierung von Kunst- und Kulturprojekten für Wirtschaft, Museen und Kultureinrichtungen.

Judith Milberg hatte Kunstgeschichte, Ägyptologie und Kunstwissenschaft studiert, wollte jedoch auch immer selber kreativ sein. Seit vielen Jahren malte sie in ihrem Atelier, sammelte Alltagsgegenstände, die sie neu formierte.

Nebenbei mussten auch noch drei Söhne erzogen werden. Auch das Kulturmanagement nahm viel Zeit in Anspruch.

Durch einen Kontakt mit der Kuratorin der Kunstsammlung der HypoVereinsbank, Frau Dr. Bärbel Kopplin, kam eine erste größere Ausstellung ihrer Arbeiten dieses Jahr in München zustande. 40 Arbeiten wurden ausgestellt.

Und jetzt die Ausstellung in Berlin.

Die gezeigten Werke sind auf Leinwand oder Papier gemalt. Von kleinen Formaten, 32 x 41 cm, bis zu größeren Formaten, 70 x 100 cm. Gerahmt. Materialien wie Acryl- mund Ölfarben kommen zum Einsatz, aber auch Gold, Silber und Kupfer. Amorphe Formen werden durch scharfe Linien durchbrochen. Fast wie im richtigen Leben: Das Weiche, Fließende wird immer wieder durch das Harte, Strukturierte gestört. Welche Seite siegt ist ungewiss…

Maria Furtwängler, eine andere bekannte „Tatort“ Kommissarin, ist eine langjährige und enge Freundin und zusammen mit weiteren gemeinsamen Freunden aus Film- und Fernsehen ergab sich zur Vernissage von Judith Milberg eine erstaunliche Prominentendichte, die sonst nur bei Filmpremieren zu finden sind. Neben Maria Furtwängler waren z.B. Katja Flint, Ursula Karven, Christiane Paul und Claudia Michelsen anwesend.

Auch Ehemann Axel Milberg hatte seine Dreharbeiten extra für einen Tag unterbrochen, um seiner Frau bei der Eröffnung beizustehen. Da seine feine Garderobe bei der Zugfahrt leider mit einer größeren Menge an süßlich-rotem Saft in Berührung gekommen war, hatte er schnell ein grün-graues T-Shirt gekauft, um nicht nackt vor den Gästen stehen zu müssen.

Und irgendwie passte dieser Aufzug dann auch ganz wieder zu Berlin: Während die Bayerische Metropole immer leuchten muss, so reicht uns in Berlin der Mensch als solcher. Auch im grau-grünen T-Shirt umarmen wir die Menschen die wir lieben.

Judith Milberg
„Aus der Mitte“
18.7 – 9.8.2017
Leibnizstrasse 100
10625 Berlin
Mo-Do: 10.00 – 13.00 und 14.30 – 18.00 Uhr
Fr: 10.00 – 13.00 Uhr

Judith Milberg und Maria Furtwängler bei der Vernissage „Aus der Mitte“ in Berlin © Holger Jacobs

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist