Kultur Hamburg März 2017

Tabu - Altonaer Theater © G2 Baraniak

Kultur Hamburg März 2017

 

Von Julia Engelbrecht-Schnür

2.3.2017

Ballett

Mit eigenen Choreografien zeigen die Absolventen von John Neumeiers Ballettschule, was sie in acht Ausbildungsjahren gelernt haben. Werkstatt der Kreativität heißen die Abschlussschauen am Ernst Deutsch Theater, in denen der Ballett-Nachwuchs seine Arbeiten zu Tanz, Musikauswahl und den Kostümentwurf präsentiert.

Werkstatt der Kreativität“,
Ernst Deutsch Theater,
Friedrich-Schütter-Platz 1,
22087 Hamburg
1.,3.,4. und 5. März um 19.30 Uhr.

2 Bilder: „Werkstatt der Kreativität“, Neumeier Ballettschule © Marcus Renner

Theater

Thalia Theater

Sein Durchbruch als Regisseur gelang Leander Haußmann mit dem Film „Sonnenallee“. Nun führt Haußmann am Thalia Theater Regie in „Cyrano de Bergerac“ von Edmond Rostand – das verspricht amüsant zu werden. Premiere am 18.3.2017

„Cyrano de Bergerac“
Thalia Theater,
Alstertor,
20095 Hamburg,
18.,19., 28. März 20 Uhr

2 Bilder: „Cyrano de Bergerc“, Thalia Theater © Krafft Angerer

Ebenfalls am Thalia Theater ist zum 25. und letzten Mal KleistsKäthchen von Heilbronn“ am 21. März in der gelobten Inszenierung von Bastian Kraft zu sehen.

Altonaer Theater

Eine gelungene Premiere gab es am Altonaer Theater mit „Tabu“ von Ferdinand von Schirach. Regisseurin Eva Hosemann hat mit ihrer Adaption einen dichten Krimiabend geschaffen, an dem der Fotograf Sebastian von Eschburg (Philip Wilhemi) im Verdacht steht, ein Mädchen umgebracht zu haben.

„Tabu“
Altonaer Theater,
Museumstraße 17,
22765 Hamburg,
1. und 8. März um 19 Uhr, 2.,3.,4., 9.,10. und 16. März um 20 Uhr

11 Bilder: „Tabu“, Altonaer Theater © G2 Baraniak

Kunst

 Hamburger Kunsthalle

„Holzschnitte aus der Zeit Tizians“ heißt die Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle, in der auch sehr seltene Blätter aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts erstmals in dieser Fülle zu sehen sind. Die Schau wirft den Blick auf das vielfältige Schaffen venezianischer Künstler des 16. Jahrhunderts. Alle Grafikfreunde werden fasziniert sein von der zeichnerischen Motivwelt dieser Zeit.

Holzschnitte aus der Zeit Tizians,
Hamburger Kunsthalle,
Glockengießerwall 5,
200995 Hamburg,
bis 21. Mai

Tizian Boldrine „Der Affen Laokoon“ © Hamburger Kunsthalle

 Altonaer Museum

In der Nachkriegszeit erlangte Cäsar Pinnau Bekanntheit als Designer der Luxusjachten von Aristoteles Onassis. In Hamburg kennt man den umstrittenen Architekten vor allem wegen seiner edlen Villen an Elbe und Alster, dem Hauptsitz der Reederei Hamburg Süd und der Cap San Diego, dem heutigen Museumsschiff. Auch an der Innengestaltung der Neuen Reichskanzlei in Berlin war er beteiligt. Im Altonaer Museum wird sein Schaffen bis zum 26. März gezeigt.

„Cäsar Pinnau“
Altonaer Theater,
Museumstraße 23,
22765 Hamburg
bis 26. März

10 Bilder: Haus Caesar Pinnau, Baurs Park, Hamburg-Blankenese

Musik

Elbphilharmonie

„Salam Syria“ heißt das einzigartige Festival, bei dem die erste Bigband des Nahen Ostens mit Kinan Azmeh und Kevork Mourad und die Kollegen vom NDR an mehreren Abenden gemeinsam ins Horn stoßen.
Es gibt noch einige wenige Restkarten für das Konzert zwischen Jazz und syrischer Volksliedkultur im Großen Saal am 16. März, die 90 Minuten vor Beginn an der Abendkasse erstanden werden können. Ich werde mit Ahmad Alaouis, einem 19jährigen geflüchteten Syrer aus Aleppo ins Konzert gehen und bin gespannt auf seine Eindrücke.

„Salam Syria“
16. März um 20 Uhr

 

Am 18. März spielt das Syrian Expat Philharmonic Orchestra, das einzige symphonische Orchester außerhalb Syriens, mit Werken von syrischen Komponisten

„Salam Syria“
Elbphilharmonie
Platz der Deutschen Einheit 1
20457 Hamburg
18. März 2017

Syrian Expat Symphony Orchestra © Rolf Schoellkopf

Laieszhalle

In der Laieszhalle spielt Grigory Sokolov Werke von Mozart sowie einige Überraschungs-Stücke, die erst in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. Der russische Starpianist kann sich solche Extravaganzen erlauben, nachdem die von der Presse hoch gelobte Aufnahme seines Salzburger Festspielkonzerts von 2008 mit Werken von Schubert und Beethoven einen ECHO Klassik erhielt.

Grigory Sokolov, Klavierabend
Laeiszhalle
Dammtorwall 46
20355 Hamburg
6. März, 19.30 Uhr

Grigory Solokov © Mary Slepkova

Gala der Hamburgischen Kulturstiftung

 Es grenzt an ein Mysterium. Während es kulturelle Institutionen in der sogenannten Sauren-Gurken-Zeit (Januar und Februar) schwer haben, überhaupt irgendwelche Hamburger zur Teilnahme an Events zu locken, geschweige denn zum Spenden zu animieren, muss Gesa Engelschall drängende Anfragen nach Spendertickets für den traditionellen Gala-Abend zu je 150 Euro folgendermaßen beantworten: Leider schon lange ausverkauft.

Die Rede ist von der Hamburgischen Kulturstiftung, die auch 2016 rund 100 Projekten der jungen Kulturszene „unter die Arme half“, wie es die umtriebige Chefin auf der Bühne zur Eröffnung der Überraschungs-Gala formuliert. Vor ihr, im ausverkauften Hansa-Theater sitzen 300 gut gelaunte Notare, Reeder, Versicherer und Lehrer, Therapeuten und Rentner dieser Stadt. Sie sitzen beengt zwischen den Varieté-Lämpchen, stippen Brot in Suppe, bedanken sich gegenseitig für die netten Weihnachtskarten und verabreden sich für den anstehenden Skiurlaub. Hamburger unter sich.

„Geld ist besser als Armut – wenn auch nur aus finanziellen Gründen“, zitiert Engelschall hintersinnig den Filmemacher Woody Allen. Alle lachen. Man freut sich über das Gute, das man getan hat. Denn von den rund 800 000 Euro, die die Hamburgische Kulturstiftung jährlich notleidenden Projekten zur Verfügung stellt, kommt ein Großteil aus der Tasche von Hamburgern und ihren Firmenchatullen.

Schauspieler Peter Jordan führt durch das Bühnenprogramm des Abends. Kinder von einer Stadtteilschule treten auf und beatboxen, Ziad aus Syrien zupft virtuos an einer Zither, die elfjährige Helin Ünlü spielt Fritz Kreisler auf ihrer Geige, Slam-Poetin Mona Harry huldigt der norddeutschen Tiefebene und das Hip Hop-Duo Tonali kegelt über den Bühnenboden. Es sind Darbietungen der laufenden Förderprojekte, nichts Spektakuläres, was diese Gala seit sieben Jahren zu bieten hat. Aber darauf kommt es auch nicht an. Nur echt muss es sein, und mit der Wirklichkeit da draußen rund um den Hamburger Hauptbahnhof muss es etwas zu tun haben, damit Spendenbereitschaft in Hamburg eben nicht an ein Mysterium grenzt.

 

Hamburger Kulturstiftung

 

 

Julia Engelbrecht-Schnür

Author: Julia Engelbrecht-Schnür

Journalistin

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