Kultur Tipps für München Februar 2016

München Panorama © Christoph Dethleffsen

Kultur Tipps für München Februar 2016

 

Von Karin Jacobs-Zander

Karin-Portrait-100

01.02. 2016

 

München ist bunt und München leuchtet – der Februar zeigt , was das in der Bayerischen Metropole heißen kann. Politisch und gesellschaftlich relevante Themen werden auf den Stadt- und Staatstheaterbühnen zur Diskussion gestellt, das Gärtnerplatztheater bringt ein Musical auf dem Hintergrund eines Ingmar-Bergman –Film heraus und das Nationaltheater, die Bayerische Staatsoper, probt für den nächsten Guiseppe Verdi im März und natürlich stehen währenddessen interessante Repertoire-Inszenierungen auf dem Programm.

 

FASCHING

 

Aber München im Februar – das ist auch München im Fasching. Vollkommen anders als  der Karneval im Rheinland zwar, aber dennoch auf seine ganz eigene Art witzig und mit teilweise beißendem Humor versehen. Nach einer Reihe von Faschingsfesten gibt es den traditionellen Höhepunkt am Dienstag, den 9. Februar: der Tanz der Marktfrauen  auf dem Viktualienmarkt. Beginn um 10:30Uhr.

Dicht gedrängt verfolgen die Münchner und ihre Gäste jedes Jahr dieses Spektakel auf dem weltberühmten Viktualienmarkt, das von dem Narrhalla Prinzenpaar eröffnet wird. Die Marktfrauen lassen immer am Faschingsdienstag ihre Arbeit an den Verkaufsständen liegen und tanzen in prächtigen Kostümen zu schwungvoller Musik. Wer zum Start des Tanzspektakels um 11 Uhr einen guten Platz haben will, muss sich beeilen. Der Auftritt der Marktfrauen ist lebhaft, wirbelnd und ein klein bisschen frivol. Die jungen und junggebliebenen Damen machen einen Heidenspaß für sich selbst und die Besucher. Viele Zuschauer lassen es sich nicht nehmen, ebenfalls in Kostümen oder zumindest mit einem lustigen Hut oder bunt geschminkt dem Spektakel beizuwohnen.

Ein Theaterspiel der besonderen Art.

 

Doch natürlich ruhen in dieser Zeit auch die ernsthaften Anliegen der Kunst nicht:

RESIDENZTHEATER

 

4.Februar : Premiere von „Geächtet“ . Das hochaktuelle Debutstück von Ayad Akhtar, 2013 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet, lenkt den Blick nach USA , wo spätestens seit 9/11 die brennenden Auseinandersetzungen zwischen Patriot Act und Integration, alltäglichem Rassismus und Terrorismus den Staat prägen und die Gesellschaft spalten. Regie: Antoine Uitdehaag. Mit Nora Buzalka, Bijan Zamani, Jeff Wilbusch, Götz Schulte, Lara-Sophie Milagr0.

 

Die Story: Amir Kapoor lebt den amerikanischen Traum: Der Sohn pakistanischer Einwanderer ist Anwalt und arbeitet in einer renommierten jüdischen Kanzlei in New York. Er trägt teure Hemden, genießt gutes Essen und wohnt in einem Loft in der Upper East Side von Manhattan. Es geht ihm gut. Er funktioniert. Seine Strategie heißt Assimilation – sein Problem Identität. Denn Integration bedeutet im Post-9/11-Amerika für Amir die Abkehr von den eigenen Wurzeln, wie dem Islam. Anders seine Frau Emily: Die weiße Amerikanerin ist aufstrebende Malerin und hat durch die Kunst die islamische Kultur für sich entdeckt. Als bei einem Abendessen mit ihrem jüdisch-amerikanischen Kurator Isaac und dessen afroamerikanischer Frau – Amirs Arbeitskollegin Jory – eine Diskussion über religiöse Traditionen eskaliert, verliert Amir inmitten aller Positionen die Kontrolle, holt zum Befreiungsschlag aus und bringt das eigene Selbstbild ins Wanken.

 

Geaechtet-Residenztheater-cc-Matthias-Horn-900

„Geächtet“ am Residenztheater München. Mit v.l.n.r. Bijan Zamani, Lara-Sophie Milagro, Nora Buzalka, Götz Schulte © Matthias Horn

 

STAATSTHEATER AM GÄRTNERPLATZ

 

Münchens zweites Opernhaus muss sich noch immer dank der Umbauten seines schönen Theaters mit Ausweichspielstätten abfinden und nimmt diese Notlösung mit Bravour an, schenkt sie doch in vielerlei Hinsicht neue Aspekte und eine Freiheit, die im großen Haus so nicht besteht.

Deshalb wird das Musical „Das Lächeln einer Sommernacht“ im Cuviellestheater gespielt

Premiere am 4. Februar 2016

Musik und Songtexte von Stephen Sondheim.

Buch von Hugh Wheeler.

Deutsche Fassung von Eckart Hachfeld.

Nach einem Film von Ingmar Bergman.

MusikalischeAndreas Kowaleweitz

Regie: Josef E. Köpplinger

Schon im Zuge ihrer Zusammenarbeit bei der »West Side Story« hatten sich der Regisseur und Produzent Harold Prince sowie der Komponist und Texter Stephen Sondheim mit der Frage beschäftigt, ob es möglich wäre, ein Musical komplett im ¾-Takt zu schreiben. In Ingmar Bergmans Film »Das Lächeln einer Sommernacht« fanden sie Jahre später den idealen Stoff für dieses Vorhaben – und das Experiment gelang! Eingebettet in das Formkorsett des Walzertaktes und mit je einer Prise Shakespeare, Tschechow und Strindberg gewürzt, gelang Sondheim und seinem Buchautoren Hugh Wheeler mit dem poetischen, im Schweden um die Jahrhundertwende angesiedelten Liebesreigen schließlich ein melancholisch-faszinierendes Kammermusical, das seit seiner Uraufführung am 25. Februar 1973 am New Yorker Broadway die Bühnen der Welt im Sturm eroberte, mit Elizabeth Taylor und Diana Rigg auf Zelluloid gebannt wurde und aus dem der vielleicht größte Hit stammt, den Stephen Sondheim jemals geschrieben hat: »Send In The Clowns«. In der Intimität des wundervollen Cuvilliéstheaters setzt Josef E. Köpplinger das fantastische Werk neu in Szene.

Das Lächeln einer Sommernacht, Gärtnerplatztheater München im Cuviellestheater

„Das Lächeln einer Sommernacht“, Gärtnerplatztheater München im Cuviellestheater © Thomas Dashuber

 

KAMMERSPIELE

Die Münchner Kammerspielen haben – wie sollte es anders sein – ein äußerst unkonventionelles Angebot auf ihrer Februar-Agenda, das sich vor allem an das junge europäisch interessierte Publikum wendet. Ein Festival im Rahmen von „Europoly“ stellt sehr unterschiedliche Aufführungen zur Diskussion . Dazu sollte man wissen, dass es sich bei „Europoly“ um ein europäisches Theater- und Filmprojekt des Goethe-Instituts in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen und Kulturzentren in Athen, Vilnius , Dublin und Lissabon handelt. Die Filme, Theaterstücke und Performances werden in verschiedenen Sprachen und an unterschiedlichen Aufführungsorten in München dargeboten.

"Have a good day" - Kammerspiele München © Simonas Svitra

„Have a good day“ – Kammerspiele München © Simonas Svitra

 

BAYERISCHE STAATSOPER

 

Für alle Hoffnungsvollen, die sich noch um Restkarten bemühen möchten, ein Hinweis: Im Nationaltheater wird die Premiere von Verdis Un Ballo In Maschera   vorbereitet . Premiere am 6. März.

 

 

PINAKOTHEK DER MODERNE

 

Ausstellungen:

The ARCHITECTURE of Urban Think Tank

Stadtplanerische Entwürfe und konzeptionelle Ansätze des Architekten Teams Alfredo Brillembourg und Hubert Klumpner.

Noch bis zum 21.2.2016

KAREL APEL“ – Werke auf Papier

Eröffnung am 3. Februar 2016

Ausstellung vom 4.2. – 17.4.2016

Karel Appel, "Ohne Titel", 1947 © Foundation Karel Appel, Pinakothek der Moderne München

Karel Appel, „Ohne Titel“, 1947 © Foundation Karel Appel, Pinakothek der Moderne München

 

MUSEUM BRANDHORST

 

Ausstellungen:

PAINTING 2.0 – Malerei im Informationszeitalter

Noch bis zum 30. April 2016

Museum Brandhorst "Digital Painting"

Museum Brandhorst „Digital Painting“

 

HAUS DER KUNST

 

Ausstellungen:

HANNE DARBOVEN

Die Ausstellung „Zeitgeschichten — Aufklärung“ ist die erste große Retrospektive zum Werk Hanne Darbovens nach ihrem Tod im Jahr 2009

Noch bis zum 14.2.2016

Hanne Darboven - Haus der Kunst München 2016

Hanne Darboven – Haus der Kunst München 2016

 

DIE KALTE LIBIDO“, die Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Seit Frühjahr 2011 zeigt das Haus der Kunst in den Räumen seines ehemaligen Luftschutzkellers Film- und Medienkunst aus der umfangreichen Sammlung Goetz. „Die kalte Libido“ ist die achte Präsentation in dieser Ausstellungsreihe.

Noch bis zum 28.2.2016

"Die kalte Libido" - Haus der Kunst, München 2016 © Annika Larsson

„Die kalte Libido“ – Haus der Kunst, München 2016 © Annika Larsson

 

LENBACHHAUS

Ausstellungen:

Der BLAUE REITER kehrt zurück

Eine neue Zusammenstellung der Bilder des berühmten Künstlerkreises „Blaue Reiter mit Arbeiten von Franz Marc, Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky, Gabriele Münter und vielen mehr. Viele der Bilder waren zu anderen Ausstellungen ausgeliehen und sind nun wieder im Lenbachhaus zu sehen

Eröffnung am 2. Februar 2016

Alexej Jawlensky "Bildnis des Tänzers Sacharoff", 1909 - Lenbachhaus München

Alexej Jawlensky „Bildnis des Tänzers Sacharoff“, 1909 – Lenbachhaus München

 

HYPO KUNSTHALLE

Ausstellungen:

JEAN-PAUL GAULTIER“ noch bis zum 14. Februar 2016

Jean-Paul Gaultier, Hypo Kunsthalle München 2016

Jean-Paul Gaultier, Hypo Kunsthalle München 2016

Karin Jacobs-Zander

Author: Karin Jacobs-Zander

Karin Jacobs-Zander, Dramaturgin und Autorin der Bücher „Lebenslotsen“ und „Wo München am schönsten ist“ aus dem Ellert & Richter Verlag, lebt in München als freie Journalistin

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.