Moving in every direction – Hamburger Bahnhof Berlin

Installation von Isa Genzken und Wolfgang Tillmans Foto 360°: Holger Jacobs

Moving in every direction – Hamburger Bahnhof Berlin

 

Von Holger Jacobs
24.3.2017

Der Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwartskunst Berlin, zeigt noch bis September 2017 eine Ausstellung über Installationskunst der 60er Jahre bis heute.
Schon früh im 20. Jahrhundert versuchten verschiedene Künstler mit ihren Arbeiten weg von der Zweidimensionalität einer Leinwand hin zu der Dreidimensionalität eines Raumes zu gehen. Wobei hier ausdrücklich nicht die Skulptur gemeint ist. Vielmehr geht es um raumgreifende Arbeiten, die sowohl an verschiedenen Punkten eines Raumes installiert oder auch nur an einem Punkt versammelt sein können, aber den Raum um sich herum zur Entfaltung brauchen.

Als einer der ersten Installationen gelten heute die Ateliers von Piet Mondrian (von 1921 – 1936 in der rue du Départ am Montparnass in Paris), oder das Atelier von Constantin Brancusi, das er bis 1957 in Paris besaß (11, Impasse Ronsin in Paris-Montparnass) und welches sich heute in einer Rekonstruktion auf der Piazza vor dem Centre Pompidou in Paris befindet.
In der Nachkriegszeit wurden die Installationen komplexer und als eigene Kunstform begriffen, die nur als solche funktionieren konnten. Joseph Beuys und Bruce Nauman gelten heute als ihre Hauptvertreter. Beide sind in der Ausstellung im Hamburger Bahnhof vertreten.
Der Titel bezieht sich auf einen Vortrag der amerikanischen Schriftstellerin Gertrude Stein, den sie 1934 vor Studenten in Chicago hielt. In ihm proklamierte sie eine Erzählstruktur, die nicht linear, sondern in alle Richtungen voranschreitet – „moving in every direction“. Denn Installationen werden auch gerne als Erzählungen (Narration) verstanden. Wobei die Narration sowohl das Erzählen selbst wie ihren Inhalt bezeichnen kann.

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Isa Genzken und Wolfgang Tillmans „Science Fiction – hier und jetzt zufrieden sein“, 2001
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Die Arbeiten entstammen der Sammlung der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, der Friedrich Christian Flick Collection und privaten Leihgaben.   Im Hauptraum des Hamburger Bahnhofs befindet sich zurzeit die Installation „The Probably Truth Registry“ (bis 3. September 2017). Sie zeigt die Arbeit der amerikanischen Philosophin und Konzeptkünstlerin Adrian Piper, für die sie auf der Biennale in Venedig 2015 den Goldenen Löwen erhielt. Die Arbeit besteht aus zwei Empfangstischen vor grauen Wänden, an denen sich jeder registrieren lassen kann, der einen Vertrag mit sich selber schließen möchte. Der Vertrag beinhaltet das Handeln auf ethischen Prinzipien. Dazu gehören Ehrlichkeit und Verbindlichkeit.

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Adrian Piper „The Probably Truth Registry“
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„Moving in every directon“ Environments – Installationen – Narrative Räume 17.3 – 17.9.2017
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart
Invalidenstr. 50-51 10557 Berlin
Di – Fr 10 – 18 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr, Do -20 Uhr

12 Bilder: Bruce Naumann (1984 – 2010), „Room with my Soul left out“, Hamburger Bahnhof 2017, Foto: Holger Jacobs

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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