Musikfest Berlin 2017

Musikfest Berlin 2017 - Teodor Currentzis © Robert Kittel/ Sony - Holger Jacobs

Musikfest Berlin 2017

 

Von Andreas Kern

26.8.2017

 please scroll down for english text

Das diesjährige Musikfest Berlin vom 31.1. – 18.9.2017 wartet auch dieses Jahr wieder mit herausragenden Konzerte auf.

Vom 31.08. – 18.09. 2017 laden der Intendant der Berliner Festspiele Thomas Oberender und der künstlerische Leiter des Musikfest Berlin Winrich Hopp hochkarätige Ensembles und Solisten in die Hauptstadt. Zwei Themenbausteine des diesjährigen Musikfest seien besonders hervorzuheben:

Monteverdi und Isang Yun. Einer der wohl berühmtesten Koreanischen Komponisten Isang Yun wäre am 17. September 100 Jahre alt geworden. Isang Yun hat einen Bezug zu Berlin, da er 15 Jahre von 1970 – 1985 an der UdK (damals HdK) Komposition unterrichtete. Anlässlich dieses besonderen Tages widmet das Musikfest dem Komponisten ein Konzert, welches vom Koreanischen Gyeonggi Philharmonic Orchestra aufgeführt wird. Shiyeon Sung ist die Chefdirigentin, was mich persönlich sehr freut, da ich noch mit ihr vor 18 Jahren gemeinsam an der UdK in Berlin Klavier studieren durfte. Da schließt sich zwischen Yun und Sung der Kreis. Sie hatte sich nach dem Klavierstudium in Berlin dem Dirigieren verschrieben und bereits eine steile Karriere hingelegt. Willkommen zurück!

Das Jahr 2017 ist auch das international gefeierte Monteverdi Jahr und so ist es nicht verwunderlich aber dennoch höchst erfreulich, dass die eigens dafür entstandene halbszenische Produktion seiner Opern vom Stardirigenten Sir John Eliot Gardiner, dem Monteverdi Choir und dem Orchester der English Baroque Soloists nach Berlin kommt. In Deutschland übrigens die einzigen Aufführungen. Der Sir höchstpersönlich sagt dazu im Vorwort des Programms des Musikfest: „Wir spielen die drei Opern als Zyklus, weil wir das Publikum auf eine Reise mitnehmen möchten – von der Schäferidylle zum höfisch-städtischen Leben, vom Mythos zur politischen Historie, von der Unschuld zur Korruption, von einem Mann, mit dem die Götter ihr Spiel treiben, über einen Helden, der sich nicht von seinen menschlichen Leidenschaften befreien kann, bis zum Doppelporträt eines wahnsinnigen Liebespaares, dessen Ehrgeiz und Lust völlig außer Kontrolle geraten ist.“ Das klingt auf jeden Fall sehr spannend.

Auch zwei weitere Konzerte seien noch als Empfehlung genannt:

Isabell Faust ist den meisten Kulturfans in Deutschland längst ein Begriff. Als Geigerin ist sie eine der ganz Großen, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Gemeinsam mit dem Südafrikaner Kris Bezuidenhout am Cembalo wird sie am 01. September einen barocken Abend mit Werken von J.S. Bach, J.J. Froberger, H.I.F Biber und L. Couperin in dem Kammermusiksaal der Philharmonie spielen. Da darf man sich auf einen puristischen Hochgenuss freuen.

Ganz anders, nämlich sehr extravagant verspricht der Abend mit dem Stardirigenten Teodor Currentzis zu werden. Seit seiner jetzt schon legendären Mozart CD von 2014 mit seinem 2004 selbstgegründeten Ensemble Orchestra MusicaAeterna, hat er sich in den Kreis der Spitzenmusiker katapultiert. Um zu verstehen, was hier Extravagant bedeutet, muss man sich ein paar Youtube Videos, seine Website oder die Arte Dokumentation „ Der Klassikrebell“ anschauen – oder man geht einfach am 07. September in die Philharmonie und hört sich live an, was der Mann mit seinem Orchester und seinem Chor zu sagen hat. Auf dem Programm steht hier sowohl Altes von Thomas Tallis (1505 – 1585) bis zu Ligeti´s Stück Lux Aeterna. Man darf gespannt sein auf die „Ewigkeit“.

Wer es allerdings lieber doch etwas konventioneller haben möchte, dem seien viele weitere Konzerte des Musikfest Berlin zu empfehlen: von dem klassischen Brahms Violinkonzert mit dem Geiger Leonidas Kavakos mit der Filarmonica della Scala unter der Leitung von Riccardo Chailly bis zu Wagner´s Walküre (nur der 3. Aufzug) mit Sir Bryn Terfel und Anja Harteros gemeinsam mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin unter Donald Runnicles. Aber es wäre nicht das Musikfest Berlin, wenn nicht auch Auftragswerke das Programm bestimmen. Und so seien noch für den „neugierigen“ Konzertgänger die Konzerte mit Jörg Widmann an der Klarinette und dem Werk von Mark Andre (*1964) „über“ für Klarinette, Orchester und Live-Elektronik zu empfehlen, so wie das Konzert „Orpheus & Odysseus & Molly Bloom“ mit dem Ensemble Musikfabrik unter Enno Poppe. Hier wird auch das Auftragswerk des Musikfest Berlin von Rebecca Saunders „Neues Werk“ erklingen. Kein Musikfest ohne Uraufführung.

Das vollständigen Programm zum Musikfest 2017 sehr Ihr hier.

Bilderserie mit 20 der wichtigsten Musiker beim Musikfest 2017:

Daniel Barenboim © Holger Kettner

 

 english translation:

Music Festival Berlin 2017

This year’s Musikfest Berlin will again be performing with outstanding concerts this year.
From 31.08. – 18.09. In 2017 the director of the Berliner Festspiele Thomas Oberender and the artistic director of Musikfest Berlin Winrich Hopp invite high-class ensembles and soloists to the capital. Two themes of this year ’s music festival are particularly noteworthy:
Monteverdi and Isang Yun. One of the most famous Korean composers Isang Yun would have turned 100 on September 17th. Isang Yun has a connection to Berlin, since he taught 15 years from 1970 – 1985 at the UdK (at that time HdK) composition. On the occasion of this special day, the Musikfest is devoting a concert to the composer, performed by the Korean Gyeonggi Philharmonic Orchestra. Shiyeon Sung is the boss, which personally makes me very happy, as I was able to study with her 18 years ago together at the UdK in Berlin piano. The circle closes between Yun and Sung. After the piano studies in Berlin, she had already devoted herself to conducting and had already laid a steep career. Welcome back!
The year 2017 is also the internationally acclaimed Monteverdi year, so it is not surprising that the semi-productive production of his operas by Sir Walter Eliot Gardiner, the Monteverdi Choir and the Orchestra of the English Baroque Soloists comes to Berlin , In Germany, by the way, the only performances. In his preface to the program of the Musikfest, the sir is highly personal: „We play the three operas as a cycle, because we want to take the audience on a journey – from the Schäferidylle to the courtly urban life, from the myth to political history, from innocence to Corruption, of a man with whom the gods play their game, a hero who can not free himself from his human passions, to the double portrait of a mad couple, whose ambition and lust has been completely out of control. “ Fall very exciting.

Two further concerts are still a recommendation:
Isabell Faust has long been known to most cultural fans in Germany. As a violinist, she is one of the greatest, not only in Germany but worldwide. Together with the South African Kris Bezuidenhout at the harpsichord, she will perform a baroque evening with works by J.S. Bach, J.J. Froberger, H.I.F Biber and L. Couperin in the chamber music hall of the Philharmonic. You can look forward to a puristic highlight.
The evening with the Stardirigenten Teodor Currentzis promises to be quite different, especially extravagant. Since his now already legendary Mozart CD of 2014 with his ensemble orchestra MusicaAeterna, founded in 2004, he has catapulted himself into the circle of top musicians. To understand what is extravagant here, you have to look at a few Youtube videos, his website or the Arte documentary „Der Klassikrebell“ – or simply go to the Philharmonie on September 7th and listen live to the man His orchestra and his chorus. The program features both the old ones from Thomas Tallis (1505 – 1585) to Ligeti’s piece Lux Aeterna. One can be eager to „eternity“.
But those who prefer a more conventional, in the best sense, would like to have a lot of other concerts of the Musikfest Berlin: from the classical Brahms violin concerto with the violinist Leonidas Kavakos with the Filarmonica della Scala under the direction of Riccardo Chailly To Wagner’s Walküre (only the 3rd elevator) with Sir Bryn Terfel and Anja Harteros together with the Orchester der Deutschen Oper Berlin under Donald Runnicles. But it would not be the Musikfest Berlin, if not also assignments the program determine. And for the „curious“ concertgoers, the concerts with Jörg Widmann on the clarinet and the work of Mark Andre (* 1964) „above“ for clarinet, orchestra and live electronics, as well as the concert „Orpheus & Odysseus & Molly Bloom „with the Ensemble Musikfabrik under Enno Poppe. The work of the Musikfest Berlin by Rebecca Saunders „Neues Werk“ will also be heard here. No music festival without world premiere.

The Kultur24 team wishes you a lot of fun

 

Andreas Kern

Author: Andreas Kern

Andreas Kern is a pianist, artistic director and composer. He founded Piano City, Piano Battle and the „Arte Lounge“ on ARTE TV. He plays piano concerts in Europe, Asia and the USA.