Norah Jones in concert

Norah Jones in concert © Holger Jacobs

Norah Jones in concert

 

Von Nora Henze

19.7.2017

Norah Jones in Höchstform

Das Tempodrom war fast bis auf den letzten Platz ausverkauft als Norah Jones, Wunderkind des Soul und Jazz, Schauspielerin (der Film „My Blueberry Nights“ von Wong Kar-Wai lief als Eröffnungsfilm bei den Filmfestspielen in Cannes 2007) und vielfache Grammy-Gewinnerin pünktlich um 21:00 Uhr die Bühne betrat.

Das Tempodrom, Norah Jones in concert in Berlin © Holger Jacobs

Und auf dieser fühlt Norah Jones sich sichtlich wohl. Ob am Klavier, am Keyboard oder mit Gitarre am Mikro, die Präsenz der Norah Jones ist bemerkenswert. Innerhalb weniger Sekunden hatte sie sämtliche Zuschauer in ihren Bann gezogen. Im Gegensatz zu vielen anderen Konzerten blitzen hier nur wenige Handys auf – die meisten wollten sich nicht vom Auftritt dieser Ausnahmekünstlerin durch Filmereien und Fotografieren ablenken lassen.

Zu Recht, denn die Virtuosität ihres Klavierspiels faszinierte genauso wie ihre immer noch einzigartige Stimme, die in den letzten Jahren noch weiter an Reife und Umfang gewonnen hat.

Norah Jones © Norah Jones

Ab „Chasing Pirates“ waren dann die ersten sitzenden Groover zu beobachten, leise Publikumsstimmen sangen den Text auswendig mit und mit Norahs glitzerndem Kleid konnte einem durchaus der Begriff „Engel“ in den Kopf schießen.

„Don’t be denied“, ein Cover des gleichnamigen Songs von Neil Young wurde vom Publikum ebenso begeistert aufgenommen wie die Songs ihres neuen Albums „Day Breaks“, wie z.B. die Uptempo-Nummer „Flipside“.

Album „Day Breaks“ 2016 © Blue Note Record

Zwischendurch gab es dann endlich auch ein paar Worte an das Publikum in Form eines Anekdötchens, in dem

mitteilte, dass sie zu Beginn des Konzerts nicht nur einen Frosch im Hals hatte und darüber lachen musste, sondern dass sie zudem niesen musste und nicht konnte. Dies blieb aber auch die einzige Interaktion mit dem Publikum und so ging es weiter in Richtung Klassiker: „Sunrise“ sorgte für Zwischenapplaus und bei „Don’t Know Why“ konnte man die Seufzer der Pärchen hören, die sich spätestens jetzt wieder aneinander kuschelten und vereinzelt dann doch den einen oder anderen Feuerzeugersatz (das Handylicht) aufblitzen ließen.

Fast wäre nach diesem Lied Schluss gewesen – aber Norah Jones ließ es sich natürlich nicht nehmen, für zwei Zugaben erneut auf die Bühne zu treten. Zusammen mit ihrer 5-köpfigen Band und mit Contrabass und Gitarren ging es an „Creepin’ In“ aus dem Album „Feels Like Home“, während das Mitklatschen des Publikums den Takt vorgab.

Jetzt fehlte natürlich nur noch ein Song – einer von Norah Jones größten Hits: „Come Away With Me“. Die Erleichterung, dass sie diesen Titel nicht ausließ war zu spüren und wieder erhoben sich einige Stimmen zum andächtigen Mitsingen und –summen und beim anschließenden Verlassen des Saals konnte man in den Gesichtern einiger Gäste die Gedanken lesen: „Wie schade, dass sie mit diesem Lied nicht mich gemeint hat!“

8 Bilder: Norah Jones in concert in Berlin © Holger Jacobs

 

Nora Henze

Author: Nora Henze

Radio- und Eventmoderatorin, Musikredaktion TV und Online