Review Berlin Fashion Week A/W 2019

St. Elisabeth Kirche - Berliner Salon © Holger Jacobs/ kultur24.berlin

Review Berlin Fashion Week A/W 2019

 

Von Holger Jacobs

19.01.2019

english text

Gestern Abend ist die BERLIN FASHION WEEK A/W 2019 zu Ende gegangen – Zeit für ein kleines Résumé.

Von den Modenschauen im E-Werk hat mir die Kollektion von RIANI am besten gefallen. Sie ist tragbar mit dennoch vielen kleinen interessanten Details, elegant und mit schönen Stoffen kreiert.
Ein Trend, der auch bei anderen Kollektionen zu sehen war: es wird bunt!
Tristesse vorbei, auch im grauen Winter sind bunte Farben erlaubt. Sowie Cordstoffe und Karomuster. Ansonsten alle Variationen von Wolle und Cashmir. Die Deutschen hatten seit der Wende noch nie so viel Geld zur Verfügung und das spürt man im Kaufverhalten. Ob online oder offline. Daher wohl auch der andere gesellschaftliche Trend, der auffällt: Gutes Essen. Darüber könnt Ihr Euch jetzt auf kultur24 in der Rubrik „Food“ informieren, mit unserer neuen Autorin Josefine Kammerer.

Die RIANI GmbH wurde 1968 in Schorndorf in der Nähe von Stuttgart von Jürgen Buckenmaier gegründet. Sein erster Verkaufsschlager war die „Bucki“ Hose, ein Beinkleid mit dem damals üblichen „Schlag“. Jeder, der die 70er Jahre noch erlebt hat, weiß wie angesagt diese Art von Hose damals war. Jede zweite verkaufte Jeans war eine „Schlaghose“, unten weit und oben super eng. Ich fand’s ziemlich sexy! Heute hat sich der Geschmack geändert. Aber wer weiß, alles kommt ja mal wieder…

Mittlerweile gibt es sogar einen RIANI Shop in dem noblen Ferienort Kampen auf Sylt. Es zeigt, welches Clientelle die Firma anvisiert. Jüngst ist auch die Tochter Mona Buckenmaier in die Firmenleitung mit aufgenommen worden. So ist der Übergang in eine neue Generation garantiert.

Hier die Bilderserie mit 9 Fotos von der Modenschau von RIANI im E-Werk:

RINAI Runway Show A/W 2019 © Stefan Knauer/ Riani

Und hier ein paar Bilder der Prominenten, die bei RIANI in der ersten Reihe saßen:

v.l.n.r. Caro Cult, Sonja Gerhardt, Victoria Swarowski, Tanesha Abt, Jana Zarella, Foto: Matthias Nareyek/ Riani

Ein weiterer Höhepunkt war wieder einmal der BERLINER SALON zusammen mit dem VOGUE SALON.
Dieses Mal gab es eine neue Location: Nicht mehr das prestigeträchtige Kronprinzenpalais an der Straße Unter den Linden, sondern die im Krieg zerstörte und erst ab 1990 wieder sanierte St. Elisabeth Kirche in Berlin-Mitte. Zunächst war ich skeptisch, aber als ich die Ausstellung in den Räumen der Kirche sah, in der bis jetzt nur das Dach und die Außenwände renoviert wurden, war ich begeistert. Die unverputzten roten Backsteine im Inneren korrespondierten wunderbar mit den auf das Beste dekorierten Schaufensterpuppen, auf denen die Designer ihre Modelle drapiert hatten. Auch die Raumhöhe von geschätzten 20 Metern gab der Atmosphäre den nötigen Kick.
Architekt der 1835 eingeweihten Kirche (heute von der evangelischen Gemeinde nicht mehr als sakraler Raum genutzt) war übrigens kein geringerer als Karl Friedrich Schinkel!

Hier die schönsten Modelle mit 20 Fotos der Ausstellung in unserer Bilderserie:

BERLINER SALON, St.Elisabeth Kirche, Foto: Holger Jacobs/ kultur24.berlin

Gleich nebenan in der auf dem selben Gelände befindlichen Villa Elisabeth fand der 16. VOGUE Salon statt. Die von Vogue Chefin Christiane Arp zusammen mit Designer Marcus Kurz 2011 ins Leben gerufene Initiative soll junge Modedesigner aus Deutschland fördern. In der Regel dürfen sie bis zu vier Mal hier teilnehmen und ihre jeweiligen Kollektionen zeigen.
Dieses Mal mit den Designern Lou de Bétoly (Odély Teboul), Working Title (Antonia Goy und Björn Kubeja), Claudia Bertini, Isabel Vollrath, Belize (Valeska Dütsch und Fiona Bansal), Julia Heuer und Regina Weber. Isabel Vollrath erzählte uns, dass man ihre Modelle jetzt sogar im KaDeWe findet!

Hier unsere Bilderserie mit den 14 Fotos aus dem VOGUE SALON:

VOGUE SALON, Villa Elisabeth, Foto: Holger Jacobs/ kultur24.berlin

Die nächste BERLIN FASHION WEEK findet Anfang Juli 2019 statt.

english text

Review Berlin Fashion Week
By Holger Jacobs
01/19/2019
Yesterday evening ended the Fashion Week A / W 2019 – time for a small résumé.
From the fashion shows in the E-Werk I liked the collection of RIANI the best. It is wearable with many small interesting details, elegant and created with beautiful fabrics. A trend that was also seen in other collections: it is colorful! Tristesse over, even in the gray winter, bright colors are allowed. As well as corduroy and checked patterns. Otherwise all variations of wool and cashmir. The Germans had never had so much money since the fall of the Wall and you can feel that in their buying behavior. Whether online or offline. Therefore probably the other social trend that stands out: good food. You can now find out more about kultur24 in the section „Food“ with our new author Josefine Kammerer.
The RIANI GmbH was founded in 1968 in Schorndorf near Stuttgart by Jürgen Buckenmaier. His first bestseller was the „Bucki“ pants,  with wide shape  below. Anyone who has experienced the 70s, knows how hip this type of pants was then. Every second pair of jeans was sold in that shape, wide below and super tight at the top. I thought it was pretty sexy! Today, the taste has changed. But who knows, everything will come back …
Meanwhile, there is even a RIANI shop in the posh resort Kampen on the island of Sylt. It shows which clientele the company is targeting. Recently, the daughter Mona Buckenmaier has been included in the management. This guarantees the transition to a new generation.

Another highlight was once again the BERLINER SALON together with the VOGUE SALON. This time there was a new location: not the prestigious Kronprinzenpalais on the street Unter den Linden, but the St. Elisabeth Church, destroyed in the war and only redeveloped after the Fall of the Berlin Wall 1990. At first I was skeptical, but when I saw the exhibition in the rooms of the church, where until now only the roof and the exterior walls were renovated, I was thrilled. The bare red bricks inside corresponded wonderfully with the best-decorated mannequins on which the designers had draped their models. The room height of an estimated 20 meters gave the atmosphere the necessary kick. Incidentally, the architect of the church, inaugurated in 1835 (today no longer used by the Protestant community as a sacral room), was Karl Friedrich Schinkel.
Right next door in Villa Elisabeth, on the same site, was the 16th VOGUE salon. The initiative, launched by Vogue editor-in-chief Christiane Arp together with designer Marcus Kurz in 2011, aims to promote young fashion designers from Germany. As a rule, they are allowed to attend up to four times and show their respective collections. This time with the designers Lou de Bétoly (Odély Teboul), Working Title (Antonia Goy and Björn Kubeja), Claudia Bertini, Isabel Vollrath, Belize (Valeska Dütsch and Fiona Bansal), Julia Heuer and Regina Weber. Isabel Vollrath told us that her models can now even be found in the KaDeWe department store.
The next BERLIN FASHION WEEK will take place at the beginning of July 2019.

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

Cookies help us deliver our services. By using our services, you agree to our use of cookies.