Staatsoper für Alle – Berlin 2017

Staatsoper für Alle in Berlin © Holger Jacobs

Staatsoper für Alle – Berlin 2017

 

Von Holger Jacobs

3. Oktober 2017

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Auftakt zur Wiedereröffnung der Staatsoper Unter den Linden

Was für ein herrlicher Tag, was für ein herrliches Wetter – welches Glück für die Veranstalter, dass dieser Samstag, der 30. September 2017, so wunderbar warm und sonnig war, auch wenn wir in den letzten Tagen schon recht kühle Temperaturen hatten und der Herbst vor der Tür steht.

Ein würdiger Auftakt für die Staatsoper

Der Liebe Gott meinte es gut mit allen Beteiligten, hatten doch die Fans der Staatsoper Unter den Linden ganze 7 Jahre auf die Wiedereröffnung warten müssen. Andere bauen in dieser Zeit komplett neu. Aber ich möchte mich nicht beschweren, denn gerade die Restaurierung und Renovierung historischer Gebäude ist ein schwieriges Unterfangen, zumal wenn es nicht nur um ästhetische, sondern auch um akustische Details geht.

Aus der Hamburger Elbphilharmonie (mein Bericht von der Eröffnung im Januar 2017) habe ich bezüglich des Klanges bis jetzt sehr viele unterschiedliche Stimmen gehört. Ganz perfekt scheint es also nicht geworden zu sein, weit davon entfernt. Besonders Einzelinstrumente und Solostimmen kommen klanglich in Hamburg nicht so gut weg. In Berlin hat Generalmusikdirektor Daniel Barenboim extra eine 4 Meter höhere Decke einbauen lassen, damit der Nachhall stärker wird. Heute Abend bei der Premiere werde ich es erleben, ob das wirklich etwas gebracht hat. Bei der Probe am vergangenen Mittwoch konnte ich es noch nicht feststellen.

Dafür war der Auftakt am Samstag bei dem Open Air Konzert „STAATSOPER FÜR ALLE“ auf dem Bebelplatz neben der Staatsoper umso gelungener. Dieses Mal hatte man, anders als sonst, die Freilichtbühne auf der anderen Seite der Straße Unter den Linden, auf der Seite der Humboldt Universität, aufgebaut. Wodurch die älteste Universität Berlins auch noch einmal zu besonderen Ehren kam.

Hier eine Aufzeichnung des vierten Aktes der 9. Sinfonie auf unserem kultur24 TV Videokanal:

Der Sponsor, die bayerische Automarke BMW, hatte ihre Ehrengäste auf die gegenüber der Tribüne liegenden Seite, dem Hotel de Rome, eingeladen. Oder besser gesagt, auf deren Dachterrasse. Dank der freundlichen Presseabteilung der Staatsoper durfte ich dabei sein und diesen außergewöhnlichen Moment genießen. Denn neben Musikenthusiasten waren jede Menge prominenter Gäste geladen, natürlich besonders aus der bayerischen Hauptstadt. So sah man Tatort Kommissar Axel Milberg mit Frau Judith, Veronika Ferres, Iris Berben und Christiane Paul. Und aus Berlin waren die Schauspieler*nnen Anna Loos, Natalie Wörner, Anna Maria Mühe und der Berliner Tatort Kommissar Mark Waschke dabei. Dessen schönen Body könnt Ihr übrigens (leicht bekleidet bis ganz nackt) zurzeit im Theaterstück „Love hurts in Tinder Times“ in der Schaubühne bewundern.

Aus der Politik waren der regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), und sein Kultursenator Dr. Klaus Lederer gekommen. Mit Klaus Lederer kam ich dann auch sehr nett ins Gespräch. Und worüber haben wir uns unterhalten? Natürlich um das Brandthema Volksbühne. Über die letzten Entwicklungen in diesem Berliner Theater könnt Ihr in meinem Artikel „Die neue Volksbühne – Tempelhof und Besetzung“ lesen.

Das Konzert selber, die 9. Sinfonie von Beethoven, ging bei dem Trubel auf der Dachterrasse fast unter. Trotzdem wurde es ein Vergnügen, auch wenn der Ton nur über Lautsprecher kam. Und bei der „Ode an die Freude“, am Schluss des 4. Satzes, muss ich immer mit meinen Tränen kämpfen. Ich weiß, das klingt kitschig, aber es ist so. Diese Musik berührt, auch oder gerade an so einem Abend.

Heute, am 3. Oktober 2017, die große Premiere im Haus der Staatsoper mit den „Szenen aus Goethes Faust“ von Robert Schuman mit Roman Trekel als Faust, René Pape als Mephisto und Elsa Dreisig als Gretchen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier haben auch angesagt – singen werden sie aber nicht…

Es wird ein Fest!

8 photos: Veronika Ferres im Gespräch mit Staatsopernintendant Jürgen Flimm, Dachterrasse Hotel de Rome © Holger Jacobs

 

 english text

Staatsoper for All – 9th Symphony Beethoven
By Holger Jacobs
October 3, 2017
Open Air concert for the reopening of Staatsoper Unter den Linden
What a wonderful day, what a wonderful weather – what luck for the organizers that this Saturday, September 30, 2017, was so wonderfully warm and sunny, even if we had in the last days quite cool temperatures and the autumn is in front of the door.
A worthy prelude to the state opera
All fans of the Staatsoper Unter den Linden waited 7 years for the reopening. Others built completely new in this time. But I don’t want to complain, because the restoration and renovation of historic buildings is a difficult one, especially when it comes to aesthetic as well as acoustic details.
From the Elbphilharmonie in Hamburg (opening in January 2017), I heard a lot of different voices. It does not seem so perfect, far from it. Especially single instruments and solo voices do not sound so well in Hamburg. In Berlin, General Music Director Daniel Barenboim wanted a ceiling of 4 meters higher, so that the reverberation gets stronger. Tonight at the premiere, I will hear if this really brought something. At the rehearsal last Wednesday I could not determine it.
The opening act on Saturday at the open air concert „STAATSOPER FÜR ALLE“ on Bebelplatz next to the Staatsoper was all the more successful. This time, unlike the rest, the stage was built on the other side of Unter den Linden, on the side of the Humboldt University. In that way the university was also given special honors.
The sponsor, the Bavarian automobile constructor BMW, had invited their guests to the Hotel de Rome opposite the stage. Or rather, on their roof terrace. Thanks to the friendly press department of the State Opera, I was able to be part of this extraordinary moment. Not only music enthusiasts were invited, a lot of prominent guests too, especially from the Bavarian capital.

„Tatort“ actor Axel Milberg came with his wife Judith, Veronika Ferres, Iris Berben and Christiane Paul. And from Berlin the actors were Anna Loos, Natalie Wörner, Anna Maria Mühe and the Berlin „Tatort“ commissioner Mark Waschke. His beautiful body you can admire (mostly lightly dressed) at the time in the play „Love hurts in Tinder Times“ in the Schaubühne.
From the politics were the governing mayor of Berlin, Michael Mueller (SPD), and his Kultursenator Dr. Klaus Lederer. With Klaus Lederer I had a very nice conversation. And what did we talk about? Of course, the theme of the Volksbühne problems. You can read about the latest developments in this Berlin theater in my article „Die neue Volksbühne – Tempelhof und Besetzung“.
The concert itself, Beethoven’s 9th Symphony, was difficult to hear under the crowds on the roof terrace. Nevertheless, it was a pleasure, even if the sound only came over loudspeakers. And in the „Ode an die Freude“, at the end of the fourth act, I always have to fight with my tears. I know this sounds kitschy, but it’s like this. The music touches, even or just on such an evening.
Today, on October 3, 2017, the great premiere will happen in the House of the State Opera with the „Scenes from Goethe’s Faust“ by Robert Schuman with the singers Roman Trekel as Faust, René Pape as Mephisto and Elsa Dreisig as Gretchen. Federal Chancellor Angela Merkel and Federal President Frank-Walter Steinmeier have also announced – but so far as I know – they will not sing…

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist