Uraufführung „Ohne Titel“ in der Volksbühne Berlin

"Ohne Titel Nr. 1"(Ruth Rosenfeld), Foto: Holger Jacobs

23.01.2014. Uraufführung von „Ohne Titel Nr1„, das neue Werk von Herbert Fritsch gestern Abend in der Volksbühne Berlin.

Wertung: 🙂 🙂 🙂 🙂    (vier von fünf möglichen)

von Holger Jacobs (Text und Fotos)

Wer vor fast genau 2 Jahren das Stück „Murmel…Murmel“ am selben Ort gesehen hat, ebenfalls geschrieben und inszeniert von Herbert Fritsch, der weiß, vorauf er sich hier einläßt: Es ist laut, es ist wild, es ist grell und es ist sexy, starke Farben, viel Musik und manchmal auch nur Töne: Herbert Fritsch, selber mehr Künstler als Theatermann, mag es bunt und schrill.

Es gibt keine ersichtliche Handlung, die dem Stück folgt; es ist vielmehr eine Aneinanderreihung von Situationen, die mal von dem einen, mal von dem anderen Schauspieler dargestellt wird, dabei kostümiert und maskiert wie Komik-Figuren. Ein überdimensionales Sofa in der Mitte beherrscht die Bühne und sieht aus wie ein Möbelstück des Designers Philipp Stark, so groß, dass der Mensch darauf ganz klein wirkt.

Die Kleidung erinnert an die Eleganz der 40-Jahre in Amerika, die Haare aus Plastik geformt wie in einem amerikanischen Cartoon ebenfalls aus dieser Zeit. 80 Minuten lebendige Bühne, wo jeder der 12 Schauspieler einmal zeigen kann, was er mimisch so drauf hat: besonders das Zungenspiel der Dame im langen blauen Abendkleid (Ruth Rosenfeld) ist erstaunlich und bewunderswert zugleich und erinnert an Miley Cyrus Auftritt bei den MTV-Awards.

Alles in allem ein vergnüglicher Abend, auch wenn nicht jeder Gag sofort zünden will.

Unsere Bilderserie mit den schönsten Motiven:

„Ohne Titel Nr. 1“ (Ruth Rosenfeld), Foto: Holger Jacobs

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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