Walker Evans – „A Life‘ S Work“ – Fotoausstellung im Martin-Gropius-Bau

Walker Evans – A Life’ s Work im Martin-Gropius-Bau

Text: Holger Jacobs

Fotos: Walker Evans, © Walker Evans Archive

5.8.2014. Ein neues Highlight im Museum Martin-Gropius-Bau hat gerade seine Eröffnung gefeiert: Die Fotoausstellung des berühmten amerikanischen Fotografen Walker Evans.

Blue-Ribbon-Sign„Blue Ribbon Sign“, Chicago, 1947, ©Walker Evans Archive

1903 in St. Louis geboren wollte der junge Evans zunächst Schriftsteller werden. Als er 23-jährig für ein Jahr nach Paris ging fing er mehr und mehr an sich der Fotografie zu widmen. Zurück in den Staaten, ging er nach New York, wo ihn seine deutschen Freunde Hanns Skolle und Paul Grotz drängten, seine fotografischen Anstrengungen zu intensivieren.

Shop-Window„Shop Window, New York, 1963, ©Walker Evans Archive

Schnell bekam er Kontakt zu wichtigen Leuten der Kunst-Szene in New York , so dass er schon 1933 seine erste Ausstellung im damals gerade erst (1929) eröffneten Museum of Modern Art, kurz MoMA genannt, hatte. Es zeigte Häuser im viktorianischen Stil, die um die Jahrhundert-Wende in den USA sehr verbreitet waren und sich an die Tradition englischer Häuser anlehnte.

House Facade„House Facade“, Denver, 1947, ©Walker Evans Archive

Reisen nach Kuba und Tahiti folgten. 1935 bekam er von der damaligen Franklin D. Roosevelt Administration den Auftrag, das ländliche Leben in Amerika zu zeigen, um das Reformprojekt Farm Security Administration zu dokumentieren, welches zur Überwindung der Great Depression Ende der 20er Jahre in den USA von der Regierung aufgelegt worden war.

Two-Woman„Two Women“, New Orleans, 1935, ©Walker Evans Archive

In den 40er Jahren begann er eine langjährige Kollaboration mit dem Magazin Fortune, für die er ein breites Spektrum an Motiven ablichtete. Von Architecture über Interior Design bis Ballet.

Wer diese schöne und feine Ausstellung betritt, muss sich auf genaues Hinsehen einlassen: Alle ausgestellten Fotografien sind handgefertigte Vintage Prints, von denen die meisten sehr klein sind und noch nicht einmal ein DINA4 Format erreichen. Wer also an die großformatigen Arbeiten eines Andreas Gursky gewöhnt ist, muss hier seine Sehgewohnheiten wieder auf das Maß klassischer Fotografie reduzieren.

Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau ist eine Zusammenarbeit mit der Photographischen Sammlung SK Kultur in Köln und dem Walker Evans Archive des Metropolitan Museum of Art New York. Alle Bilder entstammen der Sammlung von Clark und Joan Worswick.

Die Ausstellung geht noch bis zum 9. November 2014. Tägl. geöffnet 10-20 Uhr.

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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