Wiedereröffnung Club King Size Berlin

Club King Size 2016 © Holger Jacobs

Wiedereröffnung Club King Size Berlin

 

Von Holger Jacobs

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31.1.16

Liebe Kulturfreunde,

dass ich gleich zweimal hintereinander von einem Club in Berlin berichte hat mehrere Gründe. Zum einen ist das King Size einer der bekanntesten Clubs in Berlin, zum anderen ist es eine Herzensangelegenheit von mir. Nicht nur die Tatsache, dass ich von meinem Haus aus kaum 100 Meter brauche, um die Clubtür zu erreichen, sondern die besondere Mischung von Gästen, seine besondere Mischung von Musik und seinen besonderen Türsteher und nun neuer Besitzer Frank Künster sind für mich einer der Hauptgründe, warum ich Berlin so liebe.

Wir erinnern uns: Das gesamte Gelände um das ehemalige Kulturzentrum Tacheles, wozu auch das Gebäude des King Size gehört, war lange Zeit ein Spielball der Immobilienspekulation. Zunächst hatte nach der Wende der Immobilienkönig Anno August Jagdfeld das Gelände gekauft, doch 2009 ging es an die HSH Bank und 2012 mussten alle Künstler ihre Ateliers räumen. 2014 ging die gesamte Liegenschaft an die New Yorker Vermögensverwaltung Perella Weinberg. Es wurde bekannt, dass das berühmte Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meron (u.a. Tate Modern London, Olympiastadion Peking) für die Planung des Neu-und Umbaus des Areals beauftragt wurde. Hier mein Artikel dazu auf kultur24.berlin.

In den beiden ziemlich heruntergekommenen Häusern der Friedrichstrasse 112 a und 112 b hatte sich 1991 ein Irish Pub niedergelassen und 2010 zog nebenan das King Size ein. Die Besitzer des Restaurants Grill Royal, Stefan Landwehr und Boris Radczun, hatten die Idee, in den kleinen Räumen eines ehemaligen Lokals einen alternativen Club einzurichten, indem sie alles so beließen wie es war, nur eine Bar, ein DJ-Pult und ein paar Hocker hinzufügten. Und für die Tür Frank Künster engagierten. Der Erfolg war enorm. Von der Jogginghose bis zum Louis Vuitton Täschchen war alles vertreten was die Berliner Clubszene so hergibt. Als es 2015 geschlossen wurde, flossen viele Tränen. Doch ein Jahr später gibt es nun ein Revival und Frank Künster eröffnet heute Abend den Club in eigener Regie.

Felicitas von Anhalt, Spross eines der ältesten deutschen Adelshäuser und Anna Müller, Tochter des Dramatikers Heiner Müller, vertrauten mir ihre ganz persönlichen Geschichten an, die sie mit Frank Künster und dem King Size verbindet.

Felicitas von Anhalt:

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„Frank Künster wurde mir vor fast genau 8 jahren vorgestellt. Von meinem damals 67 jährigen Vater. Ich war 15 und meine Familie war gerade frisch nach Berlin gezogen. Als Frank meinem Vater als einer der wichtigsten Menschen der Berliner Nacht vorgestellt wurde meinte er nur trocken zu ihm: „Meine 3 Töchter sind neu hier in Berlin und ich hoffe, dass Du auf sie aufpasst“. Seit diesem Tag hat Frank genau das getan. Mein Vater hatte sofort Vertrauen zu ihm gefasst. Er meinte zu mir, jetzt könne er nachts beruhigt schlafen, wenn wir drei Mädels unterwegs waren. Wir spürten: Uns kann nichts passieren, wenn der unbesiegbare Mann der Berliner Nacht für uns da ist.“

 

Anna Müller:

Anna Müller und Felicitas von Anhalt im Interview © Holger Jacobs

10 Bilder: Anna Müller und Felicitas von Anhalt im Interview © Holger Jacobs

„Als ich Frank Künster zum ersten Mal begegnete war ich gerade einmal 11 Jahre alt. Meine Mutter und Ihre damalige Freundin wollten auf einen frühen Drink in die Greenwich Bar in der Gibsstrasse in Berlin-Mitte und ich durfte zum ersten Mal mit.

Neugierig lief ich damals durch den Laden und suchte Unterhaltung. Da mich niemand hinter die Bar lassen wollte, landete ich irgendwann beim Türsteher und blieb wie auch heute noch oft die halbe Nacht an seiner Seite. Der Abschied an diesem Abend fiel uns beiden schwer, doch ein paar Monate später auf der Premiere seines Films „Let it Rock“ sahen wir uns wieder.

Das war dann vorerst unsere letzte Begegnung vor meinen Jahren im Internat mit Hanni und Nanni. Bis zu meinem Abitur, 7 Jahre später, hatten wir uns vollkommen aus den Augen verloren.

Bei meiner Rückkehr nach Berlin im Jahr 2011 stolperte ich in den Morgenstunden einer langen Silvesternacht durch Zufall in die Kingsize Bar, und somit direkt in die Arme von Frank.

Etliche lange Nächte voller Liebe und Exzess folgten. Im King Size. An seiner Seite. In seinen Armen. Immer.“

 

Und hier noch das Interview auf kultur24.berlinTV, welches Anna Müller mit Frank Künster kurz vor der Wiedereröffnung führte:

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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