Wiedereröffnung Museum Berggruen

Pablo Picasso "Dora Maar" 1936 Museum Berggruen, Foto: Holger Jacobs

Wiedereröffnung Museum Berggruen

 

Wertung: 🙂 🙂 🙂 🙂 (vier von fünf)

Von Holger Jacobs

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22.6.2016

Liebe Kulturfreunde,

 

diese Berichterstattung macht mir eine besondere Freude: Die Wiedereröffnung des Museum Berggruen in Berlin, direkt gegenüber dem Charlottenburger Schloss.

 

Warum ist dieses Museum so schön?

 

Es hat die größte Sammlung mit Werken der Klassischen Moderne in Deutschland. Besonders die über 100 Arbeiten von Picasso sind einzigartig. Nirgendwo sonst, außer vielleicht im Picasso-Museum in Paris, sieht man so hochwertige Arbeiten des spanischen Meisters. Hinzu kommen 60 Arbeiten von Paul Klee, 20 Bilder von Henri Matisse und mehrere Skulpturen des am höchsten gehandelten Bildhauers aller Zeiten, Alberto Giacometti. Darunter die 3 Meter hohe Statue der „Stehenden Frau III“ von 1960.

Museum Berggruen, Foto: Holger Jacobs

Museum Berggruen, Foto: Holger Jacobs

 

Wer ist Heinz Berggruen?

 

Seine Geschichte, genauso wie die des jüdischen Fotografen Helmut Newton (eigentlich Helmut Neustädter), ist sie eng mit der Geschichte Berlins verbunden. 1914 in Berlin-Wilmersdorf geboren, ging er 1936 wegen eines Stipendiums in die USA. 1939 konnte er seine jüdischen Eltern, die ein Papiergeschäft am Olivaerplatz betrieben, nach Amerika holen und somit vor den Nazis retten. Nach dem Krieg ging er kurze Zeit nach München, arbeitete als Journalist und zog 1947 weiter nach Paris. Zwei Jahre später lernte er Pablo Picasso kennen und wurde dessen Freund und Händler. Heinz Berggruen gründete in der Rue de l’ Université im 6. Bezirk von Paris seine Galerie. Sie wurde ein großer Erfolg. Ab 1980 konzentrierte er sich ausschließlich auf den Aufbau seiner eigenen Sammlung. 2007 verstarb er in Paris.

Museum Berggruen, Foto: Holger Jacobs

Museum Berggruen, Foto: Holger Jacobs

 

Wie kam es zum Museum Berggruen?

 

Bei einer Ausstellungs-Eröffnung 1991 in London trafen sich der damalige Direktor der Staatlichen Museen zu Berlin, Wolf-Dieter Dube und Heinz Berggruen. Die Idee wurde geboren, der Berggruen-Sammlung einen festen Platz in Berlin zu ermöglichen. Ähnlich wie bei dem Nachlass des Fotografen Helmut Newton, welche sich heute am Bahnhof Zoo befindet. Heinz Berggruen wollte ein Zeichen setzen für ein neues Berlin und suchte eine Aussöhnung mit seiner alten Heimatstadt. Als geeignetes Gebäude wurde ein ehemaliges preußisches Offizierskasino gegenüber dem Schloss Charlottenburg gefunden (auch die Helmut Newton Foundation sitzt in einem ehemaligen Offizierskasino). Es wurde 1859 von Friedrich August Stüler erbaut und wird seitdem schlicht „Stülerbau“ genannt. 1996 wurde die Eröffnung der Sammlung Berggruen in Berlin gefeiert.

Sohn Olivier Berggruen mit "Stehender Frau III) von 1960, Museum Berggruen, Foto: Holger Jacobs

Sohn Olivier Berggruen mit „Stehender Frau III) von 1960, Museum Berggruen, Foto: Holger Jacobs

 

Zunächst nur als Leihgabe vorgesehen, verkaufte Berggruen im Jahr 2000 für einen Bruchteil des Wertes seine Sammlung an die Staatlichen Museen zu Berlin. Ca. 250 Millionen D-Mark wurde für die Sammlung bezahlt, deren Wert wurde aber schon damals (heute viel mehr) auf ca. 1,5 Milliarden D-Mark geschätzt. Nach dem Tod Berggruens im Jahr 2007 wurden von seinen Erben nochmals 50 weitere Werke als Leihgaben an das Museum gegeben. Eine Erweiterung des Museums war notwendig geworden und das daneben stehende Kommandantenhaus konnte mit einbezogen werden.

 

Nach dessen Umbau wurde es 2013 eröffnet. Leider stellten sich Baumängel heraus und es musste nochmals 3 Jahre schließen bis nun endgültig das ganze Haus am vergangenen Sonntag für die Öffentlichkeit freigegeben werden konnte.

 

Anbei zeige ich Euch eine Bilderserie von 27 Werken aus dem Stülerbau. Auf Grund der Vielzahl der Bilder musste ich meine Auswahl begrenzen, werde aber versuchen in einem späteren Beitrag Euch den Rest der ausgestellten Werke zu zeigen.

 

Hier erst einmal die schönsten Bilder Picassos (und einen Matisse und einen Braque):

Pablo Picasso "Sitzender Harlekin", 1905, Museum Berggruen, Foto: Holger Jacobs

27 Bilder: Pablo Picasso „Sitzender Harlekin“, 1905, Museum Berggruen, Foto: Holger Jacobs

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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