Die neuen Filme im Kino 02.02.2017

Hidden Figures © Fox Deutschland

Die neuen Filme im Kino 02.02.2017

 

Von Holger Jacobs

02.02.2017

Liebe Kulturfreunde,

meine Empfehlungen für diese Woche: „THE SALESMAN“ und „HIDDEN FIGURES“

„THE SALESMAM (Forushande)“ – Drama, Krimi – Iran – 2016

Regie: Asghar Farhadi
Cast: Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti
Filmverleih: Prokino

Ein bis in die letzte Minute spannender Film, der ganz ohne Action Szenen auskommt. Asghar Farhadi ist einer der ganz großen Filmemacher aus dem Iran, der es trotz der restriktiven Politik seines Landes immer wieder schafft, herausragende Fiktion zu produzieren. Für seinen Film „Eine Trennung“ bekam er 2011 nicht nur den Goldenen Bären auf der Berlinale, sondern gewann auch den „Auslands-Oscar“ für den besten fremdsprachigen Film bei den Academy Awards im gleichen Jahr.

In „The Salesman“ geht es um das Ehepaar Emad (Shahab Hosseini) und Rana (Taraneh Alidoosti), welches in eine neue Wohnung zieht und dort überfallen wird. Wie sich herausstellt, war die Vormieterin eine Prostituierte, von der manche Freier und Luden denken, sie wäre immer noch da. Eine Zerreißprobe für die Ehe der beiden, bei der nicht nur ihr Eheglück, sondern auch ihr Leben auf dem Spiel steht.

„The Salesman“ war im Wettbewerb der Goldenen Palme in Cannes 2016 und gewann sowohl den Drehbuchpreis als auch den Preis für die beste männliche Hauptrolle (Shahab Hosseini).

Für Cineasten.

7 Bilder: „The Salesman“ © Prokino

„HIDDEN FIGURES“ – Drama, Biopic – USA – 2016

Regie: Theodore Melfi
Cast: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monae, Kevin Kostner
Filmverleih: Fox Deutschland

Noch besser als „The Salesman“ finde ich „Hidden Figures“, ein Film, der auf wahren Tatsachen beruht.

Was heute kaum noch jemand weiß ist die unbarmherzige Rassentrennung in den USA in den 50er- und 60er Jahren. Getrennte Toiletten, getrennte Busse, getrennte Parkbänke: Menschen schwarzer Hautfarbe waren nicht nur Bürger zweiter Klasse, sondern wurden oft auch schlechter behandelt als so manches Haustier.

Eine Apartheid -Politk, wie sie sonst nur noch in Südafrika stattfand. Und das, obwohl die Sklaverei bereits seit 100 Jahren abgeschafft war. Dass 45 Jahre später ein Farbiger Präsident der Vereinigten Staaten werden würde, Barack Obama (siehe auch unseren Artikel über ihn), hätte sich damals wohl keiner vorstellen können. Und Martin Luther King sagte in seiner berühmten Rede: „I have a dream…“. Hier noch einmal im Auszug (Quelle: Wikipedia):

“I have a dream that one day this nation will rise up, and live out the true meaning of its creed: ‘We hold these truths to be self-evident: that all men are created equal.’
I have a dream that one day on the red hills of Georgia the sons of former slaves and the sons of former slave owners will be able to sit down together at a table of brotherhood.
I have a dream that one day even the state of Mississippi, a state sweltering with the heat of injustice and sweltering with the heat of oppression, will be transformed into an oasis of freedom and justice.
I have a dream that my four little children will one day live in a nation where they will not be judged by the color of their skin, but by the content of their character.
I have a dream today!”
Martin Luther King, 28.08.1963

Entschuldigt diese Abweichung von meiner Filmrezension, aber irgendwie musste ich dieses Zitat wieder in Erinnerung bringen.

Die Handlung von „Hidden Figures“:

Im Jahr 1962 sind die USA mit Russland im Kalten Krieg und kämpften nicht nur ideologisch sondern auch auf technischem Gebiet miteinander. Nachdem nun bereits beide die Atom- und die Wasserstoffbombe besaßen ging es jetzt um die Eroberung des Weltalls. 1957 war es den Sowjets gelungen den ersten Satelliten ins Weltall zu schießen. Danach die Hündin Laika und schließlich einen Menschen, Juri Gagarin, am 12. April 1961.

Die USA musste nachziehen, um den Wettbewerb mit den Russen nicht zu verlieren. Alle Mittel wurden in Bewegung gesetzt, als Präsident John F. Kennedy am 25. Mai 1961 verkündete, dass die USA bis zum Ende des Jahrzehnts sogar einen Menschen zum Mond schicken werde…

Doch zunächst musste der Erfolg der Russen mit ihrem ersten bemannten Weltraumflug nachgeholt werden. Neben den Problemen mit dem Antrieb der Rakete, also dem Aufsteigen in eine erdnahe Umlaufbahn, ging es vor allem um die Berechnung der Flugbahn, um wieder sicher zur Erde zurück zu gelangen.

Hierzu wurden die besten Mathematiker des Landes zusammengerufen, unter ihnen auch drei schwarze Frauen, Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson. Sie hatten sich bereits an ihren Universitäten gegen ihre zumeist weißen Studien-Kollegen mit Erfolg behaupten können.

Der Geschichte dieser drei Frauen ist der Film gewidmet.

Für die ganze Familie.

9 Bilder: „Hidden Figures“ © Fox Deutschland

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist