BARRA – das saisonale Restaurant in Neukölln

BARRA – das saisonale Restaurant in Neukölln

 

von Josefine Kammerer (la.foodista on Instragram)
30.10.2020

english text

Ein – fast immer noch – „Hidden Gem“ in Neukölln ist das BARRA.

Zwar kann man mitlerweile das BARRA nicht mehr als Geheimtipp in Neukölln bezeichnen. doch irgendwie strahlt es das immer noch aus, ersteckt und nahezu unscheinbar gelegen in der Okerstraße im tiefen Berliner Neukölln. Hier gibt es hochwertige und geschmacklich stimmige Gerichte. Die Menükarte ist kurz und eignet sich daher super, um sich wild durch das Angebot zu probieren, am besten mit 1 oder 2 Mitverkostern.

Hidden Gem ©JK

Ein kleines Restaurant mit Platz für etwa 30 Gäste. Eine offene Show-Küche, entlang welcher – namensgemäß – ein langer Bartresen verläuft, an der auch gegessen wird. Eine unverkleidete Backsteinwand, Holzmobiliar und natursteingraue Farbakzente sorgen für eine weichen und gemütlichen Flair. Trotz der offenen Küche kommt hier keine hektische Atmosphäre auf. Vielmehr stehen alle im Restaurant, gleich, ob Gast oder Mitarbeiter, im Bann dieser köstlichen Speisen und den dazu passenden, gut selektierten Weinen.

Show-Küche & Bartresen © BARRA

Wie derzeit recht beliebt, würde ich das BARRA der kreativen, dabei dennoch eher bodenständigen Gastro-Weinbar Rubrik zuordnen. Denn der Fokus liegt auf der Sorgfalt in der Auswahl – gleichermaßen bei Wein und Essen. Bei den Gerichten handelt es sich um hauptsächlich kleinere und saisonale Gerichte, gerne zum Teilen. Minimalistische Präsentation, maximaler Geschmack. Dazu immer die stimmige Weinbegleitung. Und natürlich wird bei den verwendeten Zutaten viel Wert auf Saisonalität und Regionalität gelegt.

Mix & Mingle ©BARRA

An jenem Abend bestellten wir zunächst eine wundervolle und ungewöhnlich fluffig-luftige Focaccia, ein ligurisches Fladenbrot aus Hefeteig. Genauso sollte, ja muss, eine Focaccia schmecken! Der geröstete Rosmarin auf der knusprigen Kruste sorgte für zusätzliches Aroma. Nur das Olivenöl hätte ich mir im Geschmack etwas kräftiger gewünscht. Dazu hatten wir „Bittersalat, Birne, Walnuss & Cironé“ (einen Kuhmilch-Hartkäse) und genau das kam auch. Ein unprätentiöses Gericht, bei dem alle Zutaten bestens zur Geltung kommen und miteinander harmonieren, ohne sich gegenseitig auszustechen. Bereits hiernach waren wir schon angetan und bester Laune, obwohl bzw. gerade, weil es so ehrlich und unkompliziert-gradlinig, dennoch geschmacklich einfach stimmig war.

Bittersalat, Birne, Walnuss & Cironé ©JK

Weiter ging es mit wildem Brokkoli und dazu einer Sauce Hollandaise aus Weideei, abgeschmeckt mit Haselnuss. Die Haselnuss entfaltet in der Sauce Hollandaise ihre Aromen und gemeinsam balancieren sie den leicht bitteren Geschmack des Brokkolis wundervoll aus. Erneut mein Urteil auch hier: einfach stimmig, ohne die Welt neu zu erfinden, ohne mit Blingbling-Präsentationen abzulenken, sondern „weniger ist oftmals mehr“.

Wilder Brokkoli, Sauce Hollandaise aus Weideei und Haselnuss ©JK

Dann bestellten wir uns das Lieblingsgericht meiner Begleitung – ja, gleich zweimal. Auch wenn ich das normalerweise niemals machen, da es mir die Möglichkeit nimmt, weitere Gerichte zu probieren, bereute ich es nicht. Die Ricotta Agnolotti (kleine gefüllte piemontesische Teigtaschen) mit Spinat und Creme Fraiche waren dermaßen lecker, dass ich sie nicht unbedingt gerne hätte teilen wollen. Fein abgeschmeckt mit Zitrone, keinen Tick zu viel und auch keinen zu wenig um das Cremige lebendig aufzulockern und das Gericht zu erleichtern. Auch die gerösteten Walnüsse haben fabelhaft dazu gepasst und sorgten für etwas Crunch.

Ricotta Agnolotti ©JK

Der Nachtisch war die „Cherry on top“. Ein reichlich Kakao-haltiges und flüssig luftiges, lauwarmes Schokoladenmousse mit gerösteten Kakaonibs und einem Kardamomeis. Das Eis war sehr cremig und – für Eis – recht warm, wodurch die Aromen des Kardamoms und Kakaos stark intensiviert wurden, noch dazu durch das Olivenöl und die Salzkristalle.

Schokoladenmousse, Kakaonibs und Kardamomeis ©JK

Bereits heute, etwa 2 Wochen nach dem Besuch, gehe ich beim Schreiben die Karte durch und entdecke die neuen Speisen und die Vorfreude auf meinen nächsten Besuch beginnt – ich will sie alle probieren!

BARRA
Okerstraße 2
12049 Berlin
Do-Mo ab 18.30 Uhr

english

BARRA – the seasonal restaurant in Neukölln

 

by Josefine Kammerer
26.03.2020

The – still – hidden gem located in Neukölln is BARRA.

BARRA can still be considered an insider tip in Neukölln. Here you will find high quality and tasteful dishes. The menu is short and hence perfect for cross-tasting it, preferably with 1 or 2 partners in crime.

Hidden Gem ©JK

A small restaurant, able to host around 30 guests, hidden and almost inconspicuously located in the Okerstraße in deep Berlin Neukölln. An open show kitchen, along which – according to its name – runs a long bar counter, where people also eat. An uncovered brick wall, wooden furniture and natural stone-grey colour highlights provide a soft and cosy flair. Despite the open kitchen, there is no hectic atmosphere. Rather, everyone in the restaurant, whether guest or employee, is under the spell of the delicious dishes and the paired, well selected wines.

Show kitchen & long bar ©BARRA

As currently quite popular, I would assign BARRA to the creative, yet rather down-to-earth gastro-wine bar category. The focus is put on the carefulness in the selection – equally with wine and food. The dishes are rather smaller in size and seasonal, preferably to share. Minimalist presentation, maximum taste. In addition, always the harmonious wine pairing. And of course, great importance is attached to seasonality and regionality in the ingredients used.

Mix & Mingle ©BARRA

That evening we first ordered a wonderful and unusually fluffy focaccia, a Ligurian flat bread made of yeast dough. This is exactly what a focaccia should, or must, taste like! The roasted rosemary on the crispy crust provided additional flavour. Only the olive oil lacked a more powerful taste. Furthermore, we had “bitter leaves, pear, walnut & Cironé” (a hard cow’s milk cheese) and it was exactly what came. An unpretentious dish, in which all the ingredients stood out by themselves, yet harmonised with each other without outdoing each other. Already after that start, we were already in a good mood, although or especially because it was so honest and uncomplicated, straightforward, yet simply harmonious in taste.

bitter leaves, pear, walnut & Cironé ©JK

We continued with wild broccoli and a sauce hollandaise from organic eggs, seasoned with hazelnut. The hazelnut unfolds its aromas in the sauce hollandaise and together, they wonderfully balanced the slightly bitter taste of the broccoli. Again my judgement: simply coherent, without reinventing the world, without distracting with blingbling presentations, “less is often more”.

Wild broccoli, sauce hollandaise from organic eggs & hazelnut ©JK

Then we ordered the favourite dish of my companion – yes, twice. Even though I usually never do this, as it takes away the opportunity to try other dishes, I have no regrets. The ricotta agnolotti (small stuffed Piedmontese pasta) with spinach and crème fraiche were so delicious that I would not have wanted to share them. Finely and perfectly flavoured with lemon, neither too much nor too little in order to make the creamy texture livelier and to lighten up the dish. The roasted walnuts also went wonderfully with it and provided some crunch.

Ricotta agnolotti ©JK

Dessert was the “cherry on top”. A rich cocoa and quite liquid but airy lukewarm chocolate mousse with roasted cocoa nibs and a cardamom ice cream. The ice cream was very creamy and – for ice cream – quite warm, which greatly intensified the aromas of cardamom and cocoa, not to mention the olive oil and salt crystals.

Chocolate mousse, cocoa nibs & cardamom ice cream ©JK

Already today, about 2 weeks after the visit, I go through the menu while writing and discover the new dishes and the anticipation of my next visit begins – I want to try them all!

BARRA
Okerstraße 2
12049 Berlin
Thu-Mo as from 6.30 pm

Josefine Kammerer

Author: Josefine Kammerer

Josefine Kammerer arbeitet bei einem Incubator von Unternehmen in Berlin und verfolgt nebenbei ihr kulinarisches Interesse. Während eines Sabbatical besuchte sie eine Kochschule in Südamerika und betätigt sich in Berlin als Foodguide für das online Kulturmagazin kultur24.berlin.

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