Die neuen Filme der Woche

Die Frau in Gold © SquareOne Entertainment

Die neuen Filme der Woche

Von Holger Jacobs

Fotos: Filmverleih

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4.6.2015. Donnerstag. Heute gibt es drei Filme, die ich empfehlen möchte:

SPY – SUSAN COOPER UNDERCOVER“ – Action-Komödie – USA – 2015

Regie: Paul Feig

Cast: Melissa McCarthy, Jude Law, Jason Statham

Verleih: Fox Deutschland

Melissa McCarthy, die wir aus anderen Komödien, wie „Brautalarm“, „Voll angezockt“ oder „Tammy“ kennen, ist hier der große Star dieser Agenten-Komödie. Besonders hübsch ist diese ziemlich voluminöse Schauspielerin ja nicht, aber sie kann ihre Körperfülle sehr gekonnt einsetzen. So kann sie auch ohne Probleme gegen die beiden Superstars Jude Law und Jason Statham bestehen. Sie spielt hier die kleine CIA-Büro-Maus Susan Cooper, die eigentlich nie von ihrem Schreibtisch wegkommt und auch noch nie bei einer der gefährlichen Außeneinsätze dabei war. Doch als ihr Freund und Partner Bradley (Jude Law) ermordet wird, meldet sie sich freiwillig zu einem Undercover-Job und macht den bösen Jungs die Hölle heiß. Gut gemachter Slapstick.

 

Spy-Susan Cooper Undercover © © 2015 Twentieth Century Fox

Spy-Susan Cooper Undercover © © 2015 Twentieth Century Fox

DIE FRAU IN GOLD“ – Doku-Drama – USA – 2015

Regie: Simon Curtis

Cast: Helen Mirren, Daniel Brühl, Ryan Rexnolds, Katie Holmes

Verleih: SquareOne Entertainment

Ein weiterer Film über einen Naziraub an wertvollen Kunstschätzen aus jüdischen Besitz: Gustav Bloch und seine Familie wurden nach dem Einmarsch der Nazis in Wien vertrieben und mussten ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen. Fast 50 Jahre später versucht die Tochter von Bloch, Maria Altmann (Helen Mirren), 5 Gemälde des berühmten Malers Gustav Klimt, die ihrer Familie gehört haben, wieder zurückzuerlangen. Das wertvollste Gemälde ist dabei das Bild „Adele Bloch-Bauer I.“ von Klimt, welches auch als „Die Goldene Adele“ bekannt ist. Daniel Brühl spielt im Film einen österreichischen Journalisten, der über die Verhandlungen über die Restitution der Bilder schreibt. Die Verhandlungen ziehen sich lange hin, da der österreichische Staat die Rückgabe zunächst verweigert. Auch der Versuch von Maria Altmann, einen direkten Kontakt zu der staatlichen Galerie Belvedere zu bekommen, wo sich die Bilder befinden, scheitert. Die Portraitierte, Adele Bloch-Bauer, hatte vor ihrem Tod den Wunsch geäußert, dass die Bilder auch weiterhin öffentlich zu sehen sein würden. Schließlich entschied ein Schiedsgericht 2006 die Herausgabe der Bilder an Maria Altmann. Da sich die österreichischen Behörden so stur gezeigt hatten, hatte Maria Altmann auch keine Lust mehr, mit ihnen weiter über eine Bleibe in der Belvedere zu verhandeln und ließ sich die Bilder an ihren Heimatort Los Angeles schicken. Am 8. November 2006 kamen die Bilder bei Christies in New York zur Vesteigerung und erzielten einen Gesamtwert von über 300 Millionen Dollar. Die Goldene Adele erwarb der amerikanische Kosmetik-Industrielle Ronald Lauder für 135 Millionen Dollar. Es wird seitdem in seinem Privatmuseum „Neue Galerie New York“ gezeigt.

 

Die Frau in Gold © SquareOne Entertainment

Die Frau in Gold © SquareOne Entertainment

PARCOURS D’ AMOUR“ – Doku-Drama – Frankreich Deutschland – 2014

Regie Bettina Blümner

Filmverleih: Neue Visionen

Es fällt auf, dass immer mehr Filme von über ältere Menschen und ihre Lebenssituationen gemacht werden. Besonders Hollywood hat hier schon zu Recht eine neue Marktlücke entdeckt. Nicht nur, dass es immer mehr ältere Menschen auf der Welt gibt. Auch die meisten Filme, die bei uns in die Kinos kommen, sind von ihren Themen und ihrer Machart fast ausschließlich für das junge Publikum gemacht. Umso wichtiger ist es auch für das Publikum jenseits der 50 etwas Adäquates zu finden.

„Parcours d’ Armour“ ist zweifellos so ein Film. Handelt er doch von Menschen im Alter 60+, deren größtes Vergnügen darin besteht, mehrmals in der Woche zu sogenannten „Tanztees“ zu gehen, um auch im höheren Alter körperliche Nähe zu spüren. Fast alle von Ihnen sind Singles, Weiblein wie Männlein, und waren bereits einmal oder mehrmals in ihrem Leben verheiratet.

Ich traf die Regisseurin Bettina Blümer zu einem Interview, wo könnte es anders sein, in Clärchens Ballhaus in Berlin-Mitte. Sie erzählte mir, dass sie eher durch Zufall zu diesem Thema fand. Sie war eigentlich für ein anderes Spielfilm-Projekt auf der Suche nach Personen zum Thema käufliche Liebe. Dabei fand sie Michel, der sie in das „Memphis“ mitnahm, ein Tanzcafé im 10. Arrondissement von Paris. Er machte sie daraufhin mit seinen anderen Tanzgefährten bekannt und führte sie in die Szene ein. Wer ihren Film von 2007, „Prinzessinnenbad“ kennt, der weiß, dass Bettina Blümer ein gutes Gespür für die zwischenmenschlichen Gefühle hat, besonders, wenn es um Liebe und Sexualität geht. Ob es nun um pubertierende 15 jährige Mädels im Schwimmbad oder um 70-jährige noch rüstige Opas geht, immer findet sie den richtigen Ton. Ein Film zum Schmunzeln und leiser Wehmut.

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Founder & Editorial Director of kultur24.berlin ug.
Founder & Editorial Director of kultur24 TV on Youtube.
Former correspondent for fashion in Paris.
Photographer, writer and filmmaker.

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