Die neuen Filme im Kino 18.10.2018

"Girl" © Universum Film

Die neuen Filme im Kino 18.10 2018

 

Von Holger Jacobs

18.10.2018

„DER VORNAME“ – Komödie – Deutschland – 2018
Regie: Sönke Wortmann
Cast: Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz, Caroline Peters, Janina Uhse,  Justus von Dohnanyi, Iris Berben
Filmverleih: Constantin

Die vielleicht erfolgreichsten drei Regisseure Deutschlands der letzten Jahre sind Sönke Wortmann (*1959), Detlev Buck (*1962) und Til Schweiger (*1964). Alle drei entstammen einer Generation. Und alle drei wechseln zwischen Komödien und Tragödien, wobei die Komödien fast immer mehr Zuschauer ins Kino locken. Das ist auch bei diesem Film zu erwarten.

Dieses Remake des erfolgreichen französischen Films „Le Prénom“ aus dem Jahr 2012 (nach einem gleichnamigen Theaterstück), erinnert sehr an das Kammerspiel von Yasmin Reza „Der Gott des Gemetzels“. Zwei Paare treffen sich zu einem gemütlichen Dinner, wobei alles normal erscheint, bis das jüngere Paar schließlich den vorgesehenen Namen ihres noch ungeborenen Sohnes preisgibt: Adolf.

Nachdem sich das erste Entsetzen über diese Wahl gelegt hat (im französischen Film übrigens ebenfalls „Adolphe“), geht das Gemetzel erst richtig los, bis jeder jedem böse Dinge vorwirft und vieles an Tageslicht kommt, was lieber nicht hätte gesagt werden sollen. Der französische Film endet dann mit einer Einstellung vier Wochen später, als das Kind zur Welt kommt und zur Überraschung aller ein Mädchen ist. Ob das auch im deutschen Film so passiert, lasse ich Euch selbst entdecken.

Fazit: für Paare und Singles im besten Alter…

Weiter laufen an:

„JOHNNY ENGLISH – Man lebt nur dreimal“ von David Kerr mit dem unverbesserlichen Rowan – „Mister Bean“- Atkinson, der hübschen Olga Kurylenko und der Grande Dame des britischen Films, Emma Thompson. Wer Lust auf gut gemachten Klamauk mit Seitenhieben auf die 007 James Bond Filme hat – immer herein! Für einen entspannten Abend der ganzen Familie.

„THE GUILTY“  von Gustav Möller ist ein weiteres Kammerspiel auf einen einzigen Raum reduziert. In diesem Sitz der Polizist Asgar (Jakob Cedergren) und schiebt Dienst am Notruftelefon. Alles verläuft wie üblich, bis plötzlich eine Frau anruft, die anscheinend entführt wurde. Bis zum Schluss sieht man nur diesen Raum und Asgar und hört die Stimmen der Entführer und ihrer Entführten. Eine ungeheure Spannung baut sich auf, die durch die Phantasie des Zuschauers erst richtig verstärkt wird. Dieser Film wurde als dänischer Beitrag für den nächsten Auslands-Oscar eingereicht. Wer sich richtig gruseln möchte: Das ist Euer Film!

„GIRL“ von Lukas Dhont aus Belgien mit Victor Polster als 15-jährige Ballettschülerin Lara, die zwar als Junge geboren wurde, aber lieber als Mädchen und Frau ihr weiteres Leben bestreiten möchte. Der Film geht weit über die einfache Gender-Frage hinaus, denn er beleuchtet die menschliche und psychische Seite eines Jugendlichen, der noch seinen Weg finden muss, dabei aber beide Geschlechter in sich trägt und sich letztlich für eines entscheiden muss. Und was sagt das Umfeld dazu?
Der Film bekam die „Camera d’Or auf dem letzten Filmfestival in Cannes für das beste Erstlingswerk eines Filmregisseurs. Sehenswert! Für Jungen und Mädchen in der Pubertät – und für alle, die sich für das Thema interessieren.

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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