Der neue Senat in Berlin

Das Rote Rathaus von Berlin Foto: Zarion

Der neue Senat in Berlin

 

Von Holger Jacobs

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17.11.2016

Liebe Kulturfreunde,

ein neuer Senat in Berlin wird sich nach langen Koalitionsverhandlungen nun endlich neu konstituieren.

Wie heute bekannt wurde haben sich das Rot-Rot-Grüne Bündnis gestern auf folgende vorläufige Postenverteilungen geeinigt.

Hier die wichtigsten Senatoren:

Wohnen und Mieten: Karin Lompscher (Linke), 54 Jahre

Kultur: Klaus Lederer (Linke), 42 Jahre

Arbeit und Soziales: Elke Breitenbach (Linke), 55 Jahre

Wirtschaft: Ramona Pop (Grüne), 39 Jahre

Bildung: Sandra Scheeres (SPD), 46 Jahre

Finanzen: Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), 59 Jahre

Inneres, Andreas Geisel (SPD), 50 Jahre

Gesundheit: Dilek Kolat (SPD), 49 Jahre

 

Allerdings müssen die Parteien noch einzeln über den Koalitionsvertrag abstimmen, bevor am 8. Dezember der Berliner Senat Michael Müller (SPD) zum neuen REGIERENDEN BÜRGERMEISTER wählen kann.

Besonders interessant ist natürlich für uns die Wahl des Kultursenators. Wie Ihr wisst, hatte unter Klaus Wowereits Führung dieser selbst den Posten des Kultursenators übernommen, mit Staatssekretär Tim Renner als seinen Gehilfen. Jetzt wurde Klaus Lederer, der Parteichef der Berliner Linken,  als neuer Kultursenator nominiert.

Diese Nominierung kann einigen Wirbel auslösen. Denn Klaus Lederer hatte sich im Wahlkampf gegen die Nominierung von Chris Dercon als neuen Intendanten der Volksbühne ausgesprochen hatte. Dercon soll eigentlich ab Herbst 2017 die Nachfolge von Frank Castorf antreten.

Derweil stellte Chris Dercon gestern Abend sein erstes Konzept für seine neue Intendanz in der Volksbühne vor:

Ein mobiles Theater auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof als zweite Spielstätte der Volksbühne. Der Architekt zu diesem Konzept heißt Francis Kéré, der das Operndorf von Christopf Schlingensief in Ouagadougou in Burkina Faso entworfen hat. Er soll das spektakuläre mobile Theater in Tempelhof für ca. 1000 Zuschauer bauen. Ein interessanter Schachzug von Dercon, da Schlingensief zu seinen Lebzeiten eng mit der Volksbühne verbunden war und dort auch mehrere Stücke inszeniert hat.

„Wir wollen den Entwurf für ein Satelliten-Theater auf Tempelhof von Francis Kere in einem gemeinsamen Prozess mit allen Beteiligten weiterentwickeln und verwirklichen. Über die Finanzierung des Entwurfs sind wir mit mehreren Partnern im Gespräch. Diese Initiative markiert ein neues Kapitel in der komplexen und wechselhaften Geschichte des 93-jährigen Flughafens“, sagte Chris Dercon bei seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung von Francis Kéré in der Pinakothek der Moderne in München gestern Abend.

Auch die Nominierung von Sasha Waltz als Nachfolgerin von Nacho Duato als Chefin des Staatsballets könnte jetzt auf der Kippe stehen. Doch Klaus Lederers Chef in der Regierung, Michael Müller, hatte diese Ernennungen in der letzten Regierung noch selbst mitgetragen.

Wer wird sich also durchsetzen? Es bleibt spannend.

Sasha Waltz & Guests, "Körper", Foto: Holger Jacobs

8 Bilder: Sasha Waltz & Guests, „Körper“, Foto: Holger Jacobs

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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