Echo Klassik 2017

Echo 2017 © ZDF

Echo Klassik 2017

Von Holger Jacobs

30.10.2017

 english text below

Die ECHO Klassik Preisverleihung 2017 in der Elbphilharmonie in Hamburg gestern Abend.

Was den US-Amerikanern ihre GRAMMY Verleihung ist, ist den Deutschen ihre ECHO Verleihung. Gestern Abend wurden in der Elbphilharmonie in Hamburg wieder mit viel Glanz und viel Musik die Preisträger gefeiert. Moderiert hat den Abend wie schon dreimal zuvor Thomas Gottschalk.

Thomas Gottschalk und Jonas Kaufmann, Echo Klassik 2017 @ ZDF

Die Höhepunkte waren sicher (einmal mehr) die Opernstars Jonas Kaufmann und Joyce DiDonato. Wobei Jonas Kaufmann schon zum siebten Mal einen Preis in Empfang nehmen durfte (was ihm schon selbst fast peinlich schien). Jonas Kaufmann ist so ein bisschen der George Clooney einer OSCAR Verleihung: Ohne ihn ist der Abend nicht wirklich perfekt!
Die Laudatoren waren u.a. die Schauspieler/ in Sebastian Koch und Katja Riemann, Jazz Trompeter Till Brönner und natürlich Thomas Gottschalk selbst.

Die wichtigsten Preise sind natürlich die für die Soloinstrumente, bzw. Gesang. Matthias Goerne als bester (Opern-) Sänger (Jonas Kaufmann bekam den Preis für sein Album „Dolce Vita“), die bereits oben genannte Joyce DiDonato als beste Sängerin, Kent Nagano als Dirigent des Jahres, das Boston Symphony Orchestra als Orchester des Jahres, Maurizio Pollini als bester Pianist, Christian Tetzlaff (den ich noch von einem Konzert auf Schloss Elmau kenne) als bester Geiger, Johannes Moser als bester Cellist, und die sehr attraktive Ksenija Sidorova aus Lettland im Bereich Akkordeon. Wie ich zu meiner Schande gestehen muss wusste ich noch gar nicht, dass es diese Kategorie beim ECHO überhaupt gibt. Aber bei der Frau…(siehe Bilderserie):

6 Photos: Echo Klassik 2017 am 29.10.2017 in der Elbphilharmonie in Hamburg.
Foto: Stefan Hoederath/Deutsche Grammophon

Damit möglichst viele Musiker und Künstler eine Auszeichnung bekommen können gibt es weitere Preise zu vergeben. Insgesamt 54 in 22 Kategorien.

Z.B. die Auszeichnungen für den begabten Nachwuchs (besonders erwähnenswert ist hier der tolle französische Pianist Lucas  Debargue, unbedingt merken!) sowie für Kategorien, die sich „Bestseller des Jahres“ (Jonas Kaufmann) nennen oder „Klassik ohne Grenzen“. Letzteren haben gleich vier gewonnen: Geiger Daniel Hope (zurzeit der große Star am Klassikhimmel), Pianist Sebastian Knaur (den ich hier in Berlin im Frühjahr im Institut Francais gehört habe), der junge Pianist Jan Lisiecke, Komponist Arash Safain und die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker.

Und dann natürlich die Preise für die besten DVD/ Blue Ray und CD Einspielungen.

Für besonders erwähnenswert halte ich Pianist Daniil Trifonov für seine Einspielungen mit Musik aus dem 19. Jahrhundert, die Französin Marianne Crébassa in der Kategorie (Opern-) Gesang und Rezitale und die französische Cellistin Camille Thomas für ihre Kammermusikeinspielungen. Und natürlich mein Lieblingsdirigent, der Grieche Teodor Currentzis, mit seinen Musicaeterna aus Prem (Russland) für seine Einspielung von Henry Purcells „Indian Queen“.

Meine Anerkennung für den besten Auftritt des Abends geht an die junge südafrikanische Sängerin Pretty Yende – eine zauberhafte Stimme! Sie lebt mittlerweile in Mailand und hatte bereits Gastauftritte an allen großen Opernhäusern dieser Welt. So auch an der Staatsoper Berlin, wo sie im Jahre 2015 in „L’elisir d’amore“ von Donizetti zu hören war (In einer Inszenierung von 2002 von Regisseur Percy Adlon).

Wer also ein Geschenk zu Weihnachten für einen Klassik Liebhaber sucht wird hier auf jeden Fall fündig werden.

6 Photos: Aida Garifullina © Echo Klassik 2017

 

 

 english text

ECHO Classic 2017
By Holger Jacobs
30/10/2017
The ECHO Award 2017 at the Elbphilharmonie in Hamburg last night.

What the US-American award ceremony GRAMMY is, is the Germans ECHO. Last night the Elbphilharmonie in Hamburg celebrated the prize winners with lots of glamour and lots of music. Moderator for the evening were, as three times before, Thomas Gottschalk.

The highlights were certainly the opera stars Jonas Kaufmann and Joyce DiDonato. Jonas Kaufmann had already received this prize for the seventh time (which seemed almost embarrassing him). Jonas Kaufmann is such a bit of the George Clooney for the Oscar Ceremony: Without him the evening is not really perfect! The laudators were inter alia. the actors Sebastian Koch and Katja Riemann, jazz trumpeter Till Brönner and Thomas Gottschalk himself.

The most important prizes are, of course, the ones for solo instruments and singing. Matthias Goerne as the best (opera) singer (Jonas Kaufmann received the prize for his album „Dolce Vita“), Joyce DiDonato as the best singer, Kent Nagano as conductor of the year, the Boston Symphony Orchestra as orchestra of the year, Maurizio Pollini as the best pianist, Christian Tetzlaff (whom I know from a concert at Schloss Elmau) as best violinist, Johannes Moser as the best cellist, and the very attractive Ksenija Sidorova from Latvia in the field of accordion. As I confessed to my disgrace, I did not even know that there is a category for accordion. But with this kind of woman …

So that the evening is not boring and as many musicians and artists as possible can get an award, there are many other prizes to be awarded. 54 prizes in 22 categories.

For example, the outstanding French pianist Lucas Debargue, as well as for categories that call themselves „Bestseller of the Year“ (Jonas Kaufmann) or „Classic without Borders“. For this last category there were four winners: violinist Daniel Hope (currently the great star in the classic world), pianist Sebastian Knaur (whom I have heard at the Institut Francais in Berlin), composer Arash Safain and the 12 cellists of the Berlin Philharmonic Orchestra.

And then of course the prices for the best DVD / Blue Ray and CD recordings.

Pianist Daniil Trifonov, for his recordings with music from the 19th century, the Russian Aida Garifullina (Wiener Staatsoper) and the French Marianne Crébassa in the category (opera-) singing and recitals, and the French cellist Camille Thomas for chamber music recordings. And, of course, my favorite conductor, the Greek Teodor Currentzis, with his Musicaeterna from Prem (Russia) for his recording of Henry Purcell’s „Indian Queen“.

My recognition for the best performance of the evening goes to the young South African singer Pretty Yende – a magical voice! She now lives in Milan and has already made guest appearances at all the major opera houses in the world. For example at Staatsoper Berlin in 2015, where she was to be heard in „L’elisir d’amore“ by Donizetti.

So if you are looking for a Christmas present for classic lovers, you will definitely find here something.

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist