Corona-Gipfel: Die neuen Beschlüsse

Pressekonferenz Angela Merkel © Bundesregierung

Corona-Gipfel: Die neuen Beschlüsse

 

Von Holger Jacobs

23.03.2021

Verlängerung des Lockdowns jetzt bis zum 18. April 2021 – die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels vom 22. 03.2021

(BREAKING NEWS: Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm am 24. März die Regelung der „5 Ruhetage über Ostern“ zurück. Sie entschuldigte sich dafür heute im Deutschen Bundestag bei einer aktuellen Fragestunde. Gründonnerstag und Karsamstag bleiben also, anders als zunächst angekündigt, normale Arbeitstage, Anm. d.Red.)

Wer gehofft hatte, dass wir nun endlich wieder ein normales Leben führen können hat sich getäuscht.
Gestern Nacht in einer 15-stündigen Marathon-Sitzung beschlossen die 16 Länderchefs zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts der wieder steigenden Inzidenzzahlen nicht nur den Lockdown zu verlängern, sondern auch noch zu verschärfen.

Ab einer 7-Tage Inzidenz von 100 (Deutschland liegt seit heute bei 108) werden wieder alle Geschäfte geschlossen, auch kein Click & Meet mehr.

Die Schulen und die Kitas sollen wieder schließen. Hier wird es aber den Ländern überlassen, wie und wo,je nach Landkreis, doch noch Präsenzunterricht möglich ist. Aber nur, wenn es gelingt, mindestens einmal pro Woche jedes Kind in der Schule testen lassen zu können.

Auch auf Reisen muss verzichtet werden, selbst im eigenen Land.
Alle, die ins Ausland verreisen wollen, müssen vor der Rückreise vor Ort einen Antigen-Test machen lassen. Wenn sie positiv sind, müssen sie im Heimatland in Quarantäne (wie und ob die positiv Getestetenüberhaupt mit anderen Reisenden zusammen in ein Flugzeug steigen dürfen, ist noch nicht geklärt).

Ganz allgemein wird vor jeder Reisetätigkeit gewarnt, ob im Inland oder ins Ausland.
Auch der gesamte Bereich der Gastronomie und die Hotellerie müssen noch warten.
Selbst im Außenbereich ist kein Restaurantbetrieb möglich.

Angela Merkel bei der Pressekonferenz © Bundesregierung

Die Kultur wieder im kompletten Lockdown.

Alle Museen werden wieder schließen müssen, nachdem sie erst zaghaft mit online Tickets und Zeitfenster seit Anfang März aufgemacht hatten.
Auch die Theater, Opern, Konzerthäuser und Kinos dürfen weiterhin keine Zuschauer empfangen.

Pressekonferenz nach dem Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Pandemie in Deutschland © Bundesregierung

Perspektive Kultur: Pilotprojekt Berlin

Nur das sogenannte Pilotprojekt des Kultursenators in Berlin darf weitergeführt werden.
Dabei gibt es Konzerte, Opern und Theaterstücke live auf der Bühne mit Publikum. Zu dem einheitlichen Ticket zum Preis von 20 Euro gehört ein Schnelltest, den alle vor der Vorstellung absolvieren müssen. Erst mit negativem Ergebnis darf die Veranstaltung besucht werden.

Mit großem Erfolg war diese Aktion a vergangenen Samstag in der Philharmonie gestartet. Die Berliner Philharmoniker spielten unter ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko Werke von Tschaikowski und Rachmaninov.

Ein begeistertes Publikum erlebte 100 Musiker in Bestform. Jeder, sowohl auf der Bühne wie auch im Zuschauerraum, war begeistert, dass er dabei sein konnte. Die 1000 Karten (von insgesamt 2440 Sitzplätzen) waren online in wenigen Minuten vergriffen. Auch die 5 weiteren Vorstellungen sind längst ausverkauft.

Bei diesem Pilotprojekt, welches vom 19. März bis zum 4. April läuft, machen folgende Häuser mit:

– Das Berliner Ensemble (19./20. März, Benjamin von Stuckrad-Barres „Panikherz“ in der Regie von Oliver Reese),

– Die Stiftung Berliner Philharmoniker (20. März, Sinfoniekonzert unter der Leitung von Kirill Petrenko),

– Das Konzerthaus Berlin (25. März, Kammerkonzert Christian Tetzlaff, Elisabeth Kufferath, Tanja Tetzlaff, Kiveli Dörken, Kleiner Saal),

– Die Berliner Clubcommission in Kooperation mit dem Holzmarkt (27. März, Konzert im Säälchen),

– Die Volksbühne Berlin (1. April, Uraufführung „come as you are (jokastematerial oder der kapitalismus wird nicht siegen)“ von Fritz Kater in der Regie von Armin Petras),

– Die Staatsoper Unter den Linden (2. April, Neuinszenierung Wolfgang Amadeus Mozarts „Le nozze di Figaro“ dirigiert von Daniel Barenboim und in der Regie von Vincent Huguet) und

– Die Deutsche Oper (4. April, Neuinszenierung Riccardo Zandonais „Francesca da Rimini“ dirigiert von Carlo Rizzi und inszeniert von Christof Loy)

Das Pilotprojekt soll zeigen, in wieweit es möglich ist auch in Pandemie-Zeiten kulturelle Veranstaltungen durchführen zu könne, ohne dass sich dabei Menschen anstecken.
Bei der Vorstellung am Samstag in der Philharmonie ist übrigens kein einziger positiv auf das Corona Virus getestet worden.

Hier die Bilder vom Samstag Abend in der Philharmonie:

Pilot-Projekt – Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker, Foto: Stephan Rabold.

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Founder & Editorial Director of kultur24.berlin ug.
Founder & Editorial Director of kultur24 TV on Youtube.
Former correspondent for fashion in Paris.
Photographer, writer and filmmaker.

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