Die neuen Filme im Kino 06.08.2020

Lucy in the Sky - Natalie Portman © Walt Disney Germany

Die neuen Filme im Kino 06.08.2020

 

Von Holger Jacobs

06.08.2020

„LUCY IN THE SKY“ – Drama, Biopic – USA – 2019
Regie: Noah Hawley
Cast: Natalie Portman, Zazie Beetz, Dan Stevens, Jon Hamm, Ellen Burstyn
Filmverleih: Walt Disney

Nach der wahren Geschichte von Lisa Nowak, einer erfolgreichen NASA-Astronautin, die 2007 wegen Angriffs und versuchter Entführung auf eine Astronauten-Kollegin vor Gericht kam.

Der amerikanische Drehbuchautor und erfolgreiche Fernsehproduzent Noah Hawley (u.a. TV-Serien, wie „Bones – Die Knochenjäger“, „Fargo“ und „Legion“) verfilmte die Geschichte von Lisa Nowak (im Film Lucy genannt) mit Oscar-Preisträgerin Natalie Portman in der Hauptrolle.
Was Noah Hawley daran interessierte, war nicht unbedingt dieser Überfall auf die Kollegin Coleen Shipman (im Film Erin Eccles, excellent gespielt von Zazie Beetz), welcher wohl ein Eifersuchtsdrama als Hintergrund hatte, sondern vielmehr das psychische Problem von Astronauten, wenn sie von ihrer Mission zurück auf die Erde kommen.

Lisa Nowak, 2005, bei der NASA cc public domain

Der Film beginnt mit einem Außeneinsatz von Lucy/ Lisa auf der Raumstation ISS, als sie sich schwerelos im All bewegt und dabei den gesamten Kosmos und den blauen Planeten Erde vor sich sieht. Dieser Eindruck überwältigt Lucy (mit Natalie Portmans Gesicht in Nahaufnahme) völlig. Als sie schließlich zurück ins Raumschiff muss ist sie zutiefst traurig nicht länger diesen Anblick genießen zu dürfen und nimmt den gesamten Rückflug kaum wahr.
Wieder auf der Erde, gefangen in ihrem kleinen, bürgerlichen Heim, kann sie nicht von diesem Eindruck im Weltraum loskommen und nimmt alles um sie herum als nervig und kleinkariert wahr. Auch ihr liebevoller Ehemann kann sie nicht aus dieser Depression herausführen. Schließlich beginnt Lucy eine Affäre mit ihrem Kollegen Mark (Jon Hamm). Doch als dieser auch ein Verhältnis mit ihrer Kollegin Erin (Zazie Beetz) beginnt, mit der sie in direkter Konkurrenz für den nächsten Shuttle-Flug steht, dreht sie durch.

Natalie Portman als Lisa Nowak in  „Lucy in the Sky“ © Walt Disney Germany

Natalie Portman (*1981), 21 Jahre nach ihrem ersten Weltraum-Film „Star Wars“, spielt die Rolle der psychisch labilen Astronautin wie immer beindruckend gut, besonders in den Szenen, wenn Lucy das alltägliche Klein-Klein mal wieder gehörig auf die Nerven geht. Am Schluss wird der Film etwas lang und verzettelt sich in Details. Allerdings ist dieser Film Noah Hawleys Regie-Debut, man sollte also etwas nachsichtig sein. Dennoch eine tolle Geschichte, die man so noch nicht gesehen hat. Für uns sind ja Weltraum-Astronauten immer nur große Helden – wie es innen in ihnen aussieht, hat bisher noch keiner erzählt.
Fazit: Für Fans von Natalie Portman (back in space!) und von Weltraum-Begeisterten – auf jeden Fall ein Film für die ganze Familie.

 

„THE SONG OF NAMES“ – Drama, Geschichte – Kanada, Ungarn, DE, UK – 2019
Regie: Francois Girard
Cast: Tim Roth, Clive Owen, Cathrine McCormack
Filmverleih: Sony Pictures

Wer Musik liebt (so wie ich) und Geschichten über menschliche Schicksale (so wie ich), für den ist dieser Film genau das Richtige.
Der kanadische Regisseur Francois Girard, den man hier in Deutschland kaum kennt, stammt selber aus einer Musikerfamilie, so dass die meisten seiner Filme sich genau um diese Kunstgattung drehen. Wie der Film „Die rote Violine“ von 1998 über die Geschichte einer Geige über die Jahrhunderte weg (Oscar für die Filmmusik).

In „The Song of Names“ erzählt Francois Girard die Geschichte von zwei Jungen zurzeit des 2. Weltkriegs. Der aus einer jüdischen Familie stammende Dovidl wird von seinem Vater aus Angst vor den Nazis von Warschau nach London gebracht. Dort kommt er in die Familie des Musikverlegers Gilbert und freundet sich mit dessen Sohn Martin an. Beide sind musikbegeistert, Dovidl, jetzt David genannt, ist ein überaus begabter Geigenspieler, Martin begleitet ihn am Klavier. Nach dem Krieg soll David sein erstes Konzert vor großem Publikum spielen, doch kurz vor Konzertbeginn verschwindet er spurlos.

„Song of the Names“, Clive Owen, Tim Roth © Sony Picturers

Viele Jahre vergehen und David taucht nicht mehr auf. Schließlich hält Martin die Ungewissheit nicht mehr aus und, jetzt schon im gereiften Mannesalter, fängt an sich auf die Suche nach David zu machen. Als er ihm schließlich nach so vielen Jahren gegenübersteht ist die Überraschung groß.
Den beiden Top-Schauspielern Clive Owens als David und Tim Roth als Martin zuzusehen ist wie immer ein reines Vergnügen.

Fazit: Für Freunde der Musik. Ein Film für die ganze Familie.

 

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Founder & Editorial Director of kultur24.berlin ug.
Founder & Editorial Director of kultur24 TV on Youtube.
Former correspondent for fashion in Paris.
Photographer, writer and filmmaker.

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