Wiedereröffnung der Kinos – die neuen Filme 02.07.20

The High Note - Dakota Johnson © Universal Pictures

Wiedereröffnung der Kinos – die neuen Filme 02.07.20

 

Von Holger Jacobs

02.07.2020

Endlich wieder großes Kino in großen Sälen und auf großer Leinwand. Ab heute öffnen wieder alle Kinos in Berlin – nach 3 1/2 Monaten.

Was erwartet die Filmfans für neue Filme in den Kinosälen?

„DIE FALL RICHARD JEWELL“
Regie: Clint Eastwood
Cast: Sam Rockwell, Kathy Bates (Oscar 2020 für ihre Rolle), Olivia Wilde, Paul Walter Hauser
Filmverleih: Warner Bros.

Bevor ich auf den Film eingehe möchte ich hier auf die unglaubliche (Film-) Geschichte des Regisseurs dieses Streifens, Clint Eastwood, eingehen, der am 31. Mai diesen Jahres seinen 90. Geburtstag feierte.
Heute kann man ihn getrost den wohl weltweit erfolgreichsten Schauspieler und Regisseur seit dem 2. Weltkrieg nennen.
Aus armen Verhältnissen kommend zog Eastwood zunächst als ungelernter Arbeiter durch die Lande, bis er 1951 zum Militär einberufen wurde.
Dort, als Schwimmlehrer tätig, lernte er den späteren Fernseh-Serienstar David Janssen („Auf der Flucht“) kennen. Dieser schlug ihm vor mit ihm zusammen nach Hollywood zu gehen und es als Schauspieler zu versuchen.
Der gut aussehende und athletische Clint Eastwood fand zunächst nur kleine Rollen als Westernheld, bis der Italiener Sergio Leone einen Schauspieler suchte, der in einem neuen Western-Genre mit nur geringem Budget die Hauptrolle übernehmen sollte. Für die Gage von 15.000 Dollar nahm Eastwood an und die sogenannten „Spaghetti-Western“ der 60er-Jahre wurden ein Hit. Der Rest ist Geschichte.

Clint Eastwood in „Eine Handvoll Dollar“, 1964

„Der Fall Richard Jewell“ ist bereits Clint Eastwoods 39. Film als Regisseur (in 60 Filmen als Schauspieler) und erzählt eine Geschichte nach einem wahren Fall:
Als im Jahre 1996 die Olympischen Sommerspiele in Atlanta, USA, stattfinden, entdeckt an einem Abend im Olympic Parc der Sicherheitsmann Richard Jewell unter einer Parkbank einen verdächtigen Rucksack. Da kurz vorher eine Bombendrohung bei der Polizei eingegangen war, lässt er sofort diesen Bereich des Parks sperren und rettet somit Menschenleben. Doch fehlgeleitete Ermittlungen des FBI führen schließlich dazu, dass er selbst als Terrorist verdächtigt wird. Anschließend stürzt sich die Presse auf ihn. Eine Zeit des Horrors für Richard Jewell beginnt.
Fazit: Ein Stück Zeitgeschichte eingepackt in einen spannenden Thriller.

„DER FALL RICHARD JEWELL“, Regie: Clint Eastwood © Warner Bros.

Außerdem laufen an:

„IP MAN 4″: The Final“ von Wilson Yip. Letzter Teil der berühmten Martial Arts Reihe nach der wahren Geschichte des Lehrers von Bruce Lee, dem vielleicht besten Kung-Fu Kämpfer aller Zeiten. Für Fans von Bruce Lee und der asiatischen Kampfsportarten.

„IP-MAN 4: Das Finale“ © Koch Film

„The High Note“ von Nisha Ganatra mit Tracee Ellis Ross, der Tochter der Soul-Legende Diana Ross und mit „Fifty Shades of Grey“- Star Dakota Johnson über eine junge Frau, die als Assistentin einer Gesangs-Diva in deren Schatten steht, aber gerne selbst singen möchte. Eine Art „Der Teufel trägt Prada“ im Musik-Geschäft. Gut gemacht, aber mit dem üblichen amerikanischen Kitsch.
Genau richtig für laue Sommerabende.

„THE HIGH NOTE“, Dakota Johnson, Traces Ellis Ross © Universal Pictures

 „Undine“ von Christian Petzold mit Paula Beer und Franz Rogowski über eine junge Frau, die sich in einen Taucher verliebt und dabei ihre spezielle Neigung zu Wasser entdeckt. Der Film lief bereits sehr erfolgreiche auf der diesjährigen Berlinale, hier meine Kritik von damals.

„UNDINE“, Paula Beer © Piffl Fim

„DIE SCHÖNSTEN JAHRE EINES LEBENS“
Regie: Claude Lelouch
Cast: Jean-Louis Trintignant, Anouk Aimée, Monica Belucci, Antoine Sire
Filmverleih: Wild Bunch

Der französische Filmregisseur Claude Lelouche, mit 83 Jahren nicht viel jünger als Clint Eastwood, ist in seinem Land sicher ähnlich berühmt wie sein amerikanischer Kollege. Erst Recht, seitdem er 1966 einen Oscar für das beste Drehbuch für seinen Film „Ein Mann und eine Frau“ erhielt. 20 Jahre später drehte er dann „Un homme et une femme – mode D‘ emploi“, eine Art Fortsetzung.
Jetzt, noch einmal 30 Jahre später, kommt quasi der Abschluss der Geschichte. Und wieder spielen Jean-Louis Trintignant und Anouk Aimée die Hautrollen.
Der Inhalt:
Der alternde Lebemann Jean-Louis (Jean-Louis Trintignant) ist nur noch ein vages Abbild seines früheren Lebens, träumt aber immer noch von seiner großen Liebe, Anne (Anouk Aimée). Sein Sohn Antoine (Antoine Sire) will jetzt diese mysteriöse Frau kennenlernen, die er nur aus Erzählungen kennt.
Als er sie findet, schlägt er ein Treffen mit seinem Vater vor. Ob das gut geht?
Fazit: Auch nach 54 Jahren zeigt Claude Lelouche in seinem Film die gleiche romantische Stimmung, ohne je kitschig zu werden.
Am Ende eines Lebens zählt für jeden nur das wichtigste: Die Liebe!

10 Fotos der Produktion „Die schönsten Jahre des Lebens“:

9 Photos: „DIE SCHÖNSTEN JAHRE EINES LEBENS“, Claude Lelouche © Wild Bunch

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Founder & Editorial Director of kultur24.berlin ug.
Founder & Editorial Director of kultur24 TV on Youtube.
Former correspondent for fashion in Paris.
Photographer, writer and filmmaker.

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