Die neuen Filme im Kino 27.09.2018

Die neuen Filme im Kino 27.09.2018

 

Von Holger Jacobs

27.09.2018

„OFFENES GEHEIMNIS – Todos lo saben“ – Drama – Spanien – 2018
Regie: Asghar Farhadi
Cast: Penélope Cruz, Javier Bardem, Ricardo Darin, Carla Campa
Filmverleih: Prokino

Der mit zwei Superstars besetzte spanische Krimi lief dieses Jahr in Cannes bei den Filmfestspielen und wurde wohlwollend aufgenommen. Allerdings hatte man sich etwas mehr erwartet von dem iranischen Regisseur Asghar Farhadi, der mit seinen beiden vorherigen Filmen („Nader und Simin – eine Trennung“, 2011 und „The Salesman“, 2017) jeweils einen Oscar für den besten fremdsprachlichen Film einheimsen konnte. Trotzdem ist der Film durchaus empfehlenswert, vor allem, wenn man Fan von der wunderbaren Penélope Cruz und dem attraktiven Javier Bardem ist. Und das sind wir doch alle!

Die Spanierin Laura (Penélope Cruz) lebt mit ihrem Ehemann Alejandro (Ricardo Darin, bekannt durch seine Hauptrolle in dem Film „In ihren Augen“ von 2009 über die Argentinische Militärdiktatur, Oscar für den besten fremdsprachigen Film) in Buenos Aires. Zur Hochzeit ihrer Schwester fliegt sie zusammen mit Mann und Tochter Irene (Carla Campra) in ihre Heimat nach Spanien. Dort wird ihre Tochter entführt und viele ehemalige offen gebliebene Familienangelegenheiten kommen ans Tageslicht. Und dann ist da auch noch ihre Jugendliebe Paco (Javier Bardem), einst der kleine Dorfjunge und nun zum reichen Weinbauern emporgearbeitet…

Fazit: Für die ganze Familie

„Offenes Geheimnis“ von Asghar Farhadi mit Penélope Cruz und Javier Bardem

„THE MAN WHO KILLED DON QUIXOTE“ – Komödie, Drama – Spanien – 2018
Regie: Terry Gilliam (Das Leben des Brian, Brazil, 12 Monkeys, Jupiter Ascending)
Cast: Adam Driver („Blackkklansman“), Jonathan Pryce („James Bond – Der Morgen stirbt nie“, „Game of Thrones“), Stellan Skarsgard („Good Will Hunting“), Olga Kurylenko („James Bond – Ein Quantum Trost“), Joana Ribeiro (portugisiesches Model und Schauspielerin)
Filmverleih: Concorde

Wer kennt sie nicht die Geschichte von „Don Quichotte“, geschrieben 1615 von Miguel de Cervantes, über den armen Landadligen aus der spanischen Mancha, der sich eines Tages selbst zum Ritter erklärt und zusammen mit seinem Knappen Sancho Panza die wildesten Abenteuer erlebt, dabei aber nicht mehr zwischen Wirklichkeit und Vorstellung unterscheiden kann und somit gegen Windmühlen kämpft. Am Ende wird er meistens von Dorfbewohnern verprügelt und lächerlich gemacht. Doch er gibt nie auf.

Die Idee zu diesem Film hatte Terry Gilliam schon vor 25 Jahren und seitdem kämpfte er um die Realisierung. Anfang der 2000er Jahre war es schon fast soweit, bis ein Sturm das ganze Filmset verwüstete und die Produktion abgebrochen werden musste. Doch jetzt ist der Film fertig und kommt in unsere Kinos.

Um es gleich vorneweg zu sagen: dieser Film ist mindestens so verrückt und verworren wie der Roman von Cervantes, vielleicht sogar noch mehr. Am Anfang beginnt alles noch relativ wirklichkeitsnah, als der arrogante Filmemacher Toby (Adam Driver) in das Dorf zurückkehrt wo er vor 10 Jahren den Film „Don Quichotte“ gedreht hat, der seitdem alle mitspielenden Dorfbewohner ins Unglück gestürzt hat, einschließlich des alten Schumachers (Jonathan Pryce), der damals den Don Quichotte spielte. Heute wird das Dorf von einem bösen Oligarchen beherrscht (Stellan Skarsgard), der sich das Dorfmädchen Angelica (Joana Ribeiro) als Geliebte hält. In die sich Toby natürlich verliebt. Der zweite Teil wird dann völlig surreal und erinnert sehr an alte Monty-Python Zeiten, deren Mitglied Terry Gilliam einst war.

Fazit: Für Fans von durchgeknallten Filmen à la Monty Python.

„Don Quixote“ von Terry Gilliam mit Adam Driver und Jonathan Pryce

Außerdem laufen an:

„AVA“ von Léa Mysius über eine 13-jährige, die weiß, dass sie erblinden wird und deshalb ihren letzten Sommer der Farben noch einmal so richtig genießen möchte – mit allem was dazu gehört, Sexualität miteingeschlossen. Der Film ist ein Rausch an Bildern und Sinnlichkeit und ist dabei keineswegs kitschig. Mit Noée Abita und Juan Cano.

„Ava von Léa Mysius mit Noée Abita

„ALLES IST GUT“ von Eva Trobisch über eine Frau, die die Vergewaltigung durch einen Freund ihres Chefs zunächst für sich behält, weil es ihr gegenüber den Mitarbeitern und der Familie peinlich ist. Doch das Schweigen macht alles noch schlimmer…Ein starker Film zu einem wichtigen Thema.
Gerade erleben wir, wie in den USA ein Mann, der von drei Frauen wegen sexuellem Missbrauch angeklagt wird, zum Chef des Obersten Gerichtes ernannt werden soll…
In Deutschland wurden im Jahre 2017 über 11.000 Frauen sexuell genötigt oder vergewaltigt – und das sind nur die Fälle, die zur Anzeige kamen.

„Alles ist gut“ von Eva Tropisch

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Fotograf und Journalist

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