Die neuen Filme am 15.07.2021

Die Filme der Woche vom 15.7.21 © kultur24.berlin

Die neuen Filme am 15.07.2021

 

Von Holger Jacobs

15.07.2021

Es laufen zurzeit so viele Filme an, dass ich hier nur einen kleinen Überblick geben kann.

Derweil melden die Kinobesitzer gute Ticketverkäufe. Manche Filme, wie z.B. „Black Widow“, sind sogar „hybrid“ zu haben, heißt, man kann sie sich sowohl zu Hause streamen, als auch im Kino ansehen.

Hier die für mich interessantesten Filme, die heute anlaufen:

„BLACK WIDOW“ von Cate Shortland, die erst 5 Filme in ihrem Leben gedreht hat. Es handelt sich um eine weitere Comic-Verfilmung aus der Marvel Familie (Marvel Cinematic Universe) der „AVENGERS“ („Captain America“ et.c.), die bisher 22 Spielfilme auf den Markt brachten, davon 4 mit den Avengers. Der letzte, „Avengers: Endgame“ gilt mit über 3 Milliarden Dollar Einnahmen als der umsatzstärkste Film aller Zeiten, noch vor „Titanic“ und „Avatar“ (Inflationsbereinigt steht allerdings „Vom Winde verweht“ mit 7,2 Milliarden Dollar unangefochten an erster Stelle).
Dieses Mal wurde der Avenger „Black Widow“, gespielt von Scarlett Johansson, ausgekoppelt und bekam eine Solo-Show. Innerhalb der Avengers Familie empfinde ich sie aber als schwächstes Mitglied. Nicht wegen ihrer körperlichen Leistungen, sondern wegen Scarlett Johansson, die ich als wunderbare, feinfühlige Schauspielerein noch aus „Lost in Translation“ und „Die Frau mit den Perlenohrringen“ kenne. Ich finde aber, dass die Rolle einer Comic-Superheldin gar nicht zu ihr passt.
Fazit: Nur etwas für Comic-Fans

Carlen Johansson in „Black Widow“ © Marvel Studios 2020

„THE LITTLE THINGS“ von John Lee Hancock mit Denzel Washington. Eine Kriminalgeschichte in einem kleinen Kaff in Kalifornien, die leider nicht wirklich überzeugt.

Denzel Washington in „The Little Things“ © Warner Bros

„BAD LUCK BANGING OR LOONY PORN“ von Radu Jude, der diesjährige Berlinale-Gewinner, den ich schon beim Filmfestival nicht leiden konnte und entsprechend negativ bewertet habe. Mein Bericht von der Berlinale

„WER WIR WAREN“ von Marc Bauder ist ein Hilferuf in Namen des Planeten Erde. Ein Film über unsere Welt und wie wir sie vielleicht retten können. Anhand von sechs verschiedenen Personen wird gezeigt, welche Lösungsansätze es gibt. Einer davon ist Alexander Gerst, deutscher Astronaut, der uns die Erde aus dem Raumschiff zeigt. Lief auf der diesjährigen Berlinale. Nach einem Buch von Roger Willemsen.
Fazit: Sehenswert

Alexander Gerst in „Wer wir waren“ © X Filmverleih

„MINARI“ von Lee Isaac Chung. Nach dem bemerkenswerten Erfolg des koreanischen Films „Parasite“ von 2019, der bei den Oscars 2020 mehrere Preise gewann, so u.a. für Beste Regie und Bester Film, kommt nun ein weiterer sehr guter Spielfilm eines südostasiatischen Regisseurs. Hier spielt der Film allerdings, anders als in „Parasite“, in den USA. Es geht um ein koreanisches Ehepaar, welches in die USA immigriert ist und sich mitten in der Pampa auf einem kleinen Landsitz in Arizona niederlässt, um koreanisches Gemüse (Minari) anzubauen. Doch die Leere des Landlebens macht allen zu schaffen, in erster Linie den Kindern. Das ändert sich schlagartig, als die Großmutter aus der koreanischen Heimat nachkommt. Die unkonventionelle Dame bringt ordentlich Schwung in die Bude. Doch die Familie kommt langsam an den Rand der finanziellen Existenz. Wird es trotzdem ein Happy End geben?
Mehrere Hauptpreise beim Sundance Filmfestival und einen Oscar für die „Oma“, Yoon Yeo-jeong, sind die verdienten Auszeichnungen für diesen hervorragenden Film.
Fazit: Der beste Film der Woche, für die ganze Familie.

„Minari“ © Neue Visionen Filmverleih

„NEBENAN“ von Daniel Brühl. Hier gibt einer unserer bekanntesten und besten deutschen Schauspieler („Good by Lenin“, „Inglorious Bastards“, „Rush“) sein Spielfilm-Debüt als Regisseur. In diesem spielt er quasi sich selbst. Die Filmfigur heißt nämlich Daniel, ist erfolgreicher Schauspieler, hat zwei Söhne und ist an diesem Tag auf dem Weg zum Vorsprechen zu einem US-amerikanischen Actionfilm (Brühl spielte auch in der Realität in der Comic-Verfilmung „The First Avenger: Civil War“). Doch kurz vorher will er noch bei seiner Stammkneipe vorbeischauen (auch im realen Leben ist Daniel Brühl Besitzer einer Kneipe in Berlin-Kreuzberg), um in Ruhe ein Bierchen zu trinken. Bald kommt er ins Gespräch mit einem anderen Gast am Tresen, Bruno, hervorragend gespielt von Peter Kurth („Babylon Berlin“). Und der nimmt langsam die ganze Person Daniel Brühl auseinander, seine Filme, sein Schauspiel, sein Privatleben, einfach alles. Wie das ausgeht wird nicht verraten, aber es bleibt spannend bis zum Schluss. Der Film war zu der diesjährigen Berlinale eingeladen.
Fazit: Für Fans von Daniel Brühl.

Hier unsere Bilderserie mit 10 Fotos der Filmproduktion:

10 Photos: Daniel Brühl und Peter Kurth in „Nebenan“ © Amusement Park Film

 

 

Holger Jacobs

Author: Holger Jacobs

Founder & Editorial Director of kultur24.berlin ug.
Founder & Editorial Director of kultur24 TV on Youtube.
Former correspondent for fashion in Paris.
Photographer, writer and filmmaker.

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